Eishockey
Statt Winterthur warten Kanada, Finnland und die USA: HC-Thurgau-Verteidiger Soracreppa auf halbem Weg an die WM

Hat der HC Thurgau bald einen WM-Teilnehmer in seinen Reihen? Gut möglich, denn Verteidiger Sebastiano Soracreppa figuriert in Italiens Auswahl, die derzeit die Vorbereitung auf die WM in Riga (21. Mai bis 6. Juni) bestreitet.

Matthias Hafen
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Sebastiano Soracreppa wurde für Italiens Nationalteam aufgeboten.

Sebastiano Soracreppa wurde für Italiens Nationalteam aufgeboten.

Mario Gaccioli

Das Schweizer Publikum hätte Thurgaus Verteidiger Sebastiano Soracreppa am Dienstag beinahe im italienischen Nationaltrikot zu Gesicht bekommen. Doch das Testspiel zwischen der Schweiz und Italien, das von SRF live aus der Bieler Tissot-Arena übertragen worden wäre, hatte wegen zwei positiver Coronafälle im italienischen Team abgesagt werden müssen. Noch am Dienstag fuhren der 21-jährige Soracreppa und die anderen gesunden Teammitglieder mit dem Car zurück nach Bozen. Dort stehen am Samstag und am Sonntag zwei weitere Testspiele gegen Österreich an. Im Team Austria spielt mit Stürmer Patrick Spannring ebenfalls ein Profi des HC Thurgau. Allerdings sind die Österreicher in diesem Jahr nicht an der A-WM vertreten.

Einen ersten Kaderschnitt bereits überstanden

Für Soracreppa ist es nach zwei U20-WM-Turnieren mit Italien das erste Aufgebot fürs A-Nationalteam. «Es ist eine Riesensache und eine schöne Überraschung für mich», sagt der Südtiroler. Wie schon in dieser Saison mit Thurgau macht er seine Sache auch auf internationalem Niveau gut. Einen ersten Kaderschnitt hinsichtlich des Turniers in Lettland hat Soracreppa bereits überstanden. Ein weiterer Cut wird kommende Woche erwartet. Dann will Italiens Coach Greg Ireland (Ex-Lugano) sein WM-Team zusammenhaben. «Ich rechne mir schon Chancen aus, an der WM dabei zu sein», sagt Soracreppa. «Aber ich bin ein Leichtgewicht. Und international zählt die Physis noch mehr als in der Liga.»

In den zwei Vorbereitungspartien gegen Frankreich (1:0, 1:4) habe er erlebt, dass das Spiel anders sei als in der Swiss League. «Nicht unbedingt, was das Tempo betrifft, sondern wie körperbetont die Einsätze sind.» Und auch wenn es am Ende mit der WM-Teilnahme in Riga nicht klappen sollte, sagt Soracreppa: «Für mich ist es schon jetzt eine sehr gute Erfahrung.»

Als Auslandprofi automatisch auf dem Radar

Dass es ein 21-Jähriger aus der Swiss League ins A-WM-Kader schafft, wäre in der Schweiz undenkbar. In Italien jedoch ist die Messlatte nicht gleich hoch. «Sobald du im Ausland spielst, bist du auf dem Radar des Nationalcoaches», sagt Soracreppa. «Es gibt halt nicht so viele Eishockeyprofis in Italien.» Hingegen betrachtet der Südtiroler diese Chance auch als Lohn für seine erfolgreiche, erste Saison beim HC Thurgau.