Parlamentssitzung im Wintermantel: wegen zu alter Heizung mussten Arboner Politiker frieren

An der letzten Arboner Parlamentssitzung mussten alle Anwesenden frieren. Grund dafür war die alte Heizung.

Rosa Schmitz
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Der Seeparksaal wird oft und gerne genutzt – auch vom Arboner Stadtparlament.

Der Seeparksaal wird oft und gerne genutzt – auch vom Arboner Stadtparlament.

(Bild: Donato Caspari)

Die Parlamentarier von Arbon mussten während ihrer letzten Sitzung im Seeparksaal dicke Winterjacken tragen. Und trotzdem froren sie, während sie die Debatte verfolgten. Silke Sutter Heer (FDP) empörte sich, ging ans Pult und fragte, ob jemand die Heizung aufdrehen könnte.

Aber das ist im 1985 fertiggestellten Seeparksaal leichter gesagt als getan. Die alte Heizungsanlage hat Tücken, mit denen selbst der Saalwart mitunter nicht fertig wird. Die jüngst durchgeführten Renovierungen haben daran nichts geändert. Die Heizungsanlage wurde nämlich ausgespart.

Heizung kommt nicht auf Touren

«Ich muss mich bei der alten Anlage leider ganz auf meine eigene Einschätzung verlassen und hoffen, dass es für alle die richtige Temperatur ist», erklärt Saalwart Thomas Römer. Es dauert Stunden, bis die Heizung auf Touren kommt. Und dann dauert es noch lange, bis der 1200 Quadratmeter grosse Saal so aufgewärmt ist, dass dort niemand frieren muss.

Wenn Römer vor Beginn einer Versammlung zu niedrig einstellt, ist das Malheur nicht mehr zu korrigieren. «Wenn mich jemand während einer Sitzung bittet, die Heizung höher zu stellen, reagiere ich zwar rasch. Aber die Heizung nicht. Erst wenn schon alle am Gehen sind, springt sie endlich an.» Genau wie am 21. Januar. «Da habe ich mich wohl verkalkuliert», räumt er schuldbewusst ein.


190'000 Franken in Unterhalts- und Sanierungskosten investiert

Doch leider kann das schnell wieder passieren. Zwar hat die Stadt Arbon letztes Jahr 190'000 Franken in Unterhalts- und Sanierungsarbeiten für den Seeparksaal investiert. Aber an der Heizung selbst wurde nichts geändert. Ersetzt werden mussten erst einmal die Kühlzelle, der Gasboiler durch einen Wärmepumpenboiler und das Tiefgaragentor.

Zudem wurden die Fassade neu gestrichen und verfaulte Holzbalken ersetzt. «Die Arbeit hat rund einen Monat gedauert», sagt Alexander Stojkovic, Stellvertretender Leiter der Abteilung Freizeit, Sport und Liegenschaften von der Stadt.

Saal wird oft genutzt

Der Seeparksaal wird oft und gerne genutzt. Nicht nur das Arboner Stadtparlament tagt hier. Genutzt wird der Saal ständig für diverse Veranstaltungen, Versammlungen und Ausstellungen aller Art. Auch kleinere Anlässe, wie zum Beispiel Geburtstagsfeiern, fänden in der Liegenschaft statt, merkt Stojkovic an.

«So findet beinahe jedes Wochenende eine Veranstaltung statt.»

Darum ist es wichtig, dass der Seeparksaal gut unterhalten wird. Ob weitere Sanierungsarbeiten notwendig seien, werde ständig überprüft. Dementsprechend werde das Budget erstellt. Unvorhersehbare, kurzfristige Reparaturen oder Ersatzbeschaffungen seien finanzierbar. Allerdings: «Grössere Sanierungsarbeiten sind für 2020 nicht vorgesehen», sagt Stojkovic. Es wäre alles in gutem Zustand – inklusive der Heizung. Der Saalwart müsse einfach versuchen, voraussichtlicher einzuheizen.

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