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Einzige Thurgauer Herberge für Gesellen auf der Walz wird mit uraltem Ritual eingeweiht

Am Samstag weihen die «rechtschaffenen Gesellen» ihre einzige Herberge im Thurgau ein. Herbergs-Mutter Brigitte Hälg erzählt, was sie als Wirtin für Vorbereitungen treffen muss.
Sabrina Bächi
Das Herbergsschild vor dem «Bären» in Weinfelden. (Bild: Sabrina Bächi)

Das Herbergsschild vor dem «Bären» in Weinfelden. (Bild: Sabrina Bächi)

«Sie sind trinkfreudig, aber auch sehr hilfsbereit.» Brigitte Hälg zeigt auf eine Tür in ihrer Gaststube. In der Mitte ein heller Holzkreis, davon abgehend die Sonnenstrahlen. In der Mitte der Sonne ist das Wappen der Gesellen eingekerbt. Schöne Handwerkskunst. Gefertigt von Wandergesellen, die auf ihrer Walz in der einzigen Thurgauer Herberge im «Bären» Halt machten und der Wirtin und «Herbergs-Mutti» einen Gefallen erwiesen.

Seit Anfang Jahr ist die Weinfelder Znünibeiz Bären an der Bahnhofstrasse erste Anlaufstelle für Wandergesellen. «Wenn ein neuer Geselle kommt, dann rufe ich den Alt-Gesellen an, der bespricht dann alles Weitere mit ihm», sagt Hälg. Dennoch helfe sie natürlich auch gerne weiter. Vermittelt Arbeitsstellen, stellt ihr Telefon zur Verfügung und schaut, dass es den Gesellen nicht an Gesellschaft mangelt.

Spannende Geschichten von der Wanderschaft

Die Aufgabe sei abwechslungsreich und spannend, sagt die Herbergs-Mutter. «Ihre Geschichten, woher sie kommen und was sie erlebt haben, sind sehr interessant.» Am Samstag wird der «Bären» nun offiziell als Herberge für die Gesellen eingeweiht. Wie viele Leute kommen werden, ist ungewiss. «Ich koche für 30 Personen Ghackets und Hörnli. Und ich dachte, ich kaufe noch ein paar Würste für auf den Grill», sagt Hälg.

Weiter musste sie Bier vom Fass organisieren. Denn das Fassanstechen ist ein alter Brauch der Gesellen, erklärt Alt-Geselle Hansjörg Leisinger. «Die Einladungen sind weltweit verschickt worden», sagt Leisinger. Eine Herbergseinweihung komme nicht oft vor und sei ein grosser Anlass.

Das Fassanstechen sowie das Ritual darum herum entstammen aus dem 17. Jahrhundert und «werden noch genau so praktiziert», sagt er. Ab 16 Uhr geht es los. Wer sich dafür interessiert, mit welchem speziellen Ritual die Gesellen ihre einzige Herberge im Thurgau einweihen, dürfe gern auf einen Besuch vorbeikommen, sagt Alt-Geselle Leisinger

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