Einer muss vorangehen: Romeo Wildhaber will Präsident der Amriswiler Bauern werden

Der Agro-Verein Region Amriswil wählt am Mittwoch an seiner Hauptversammlung einen neuen Präsidenten. Es gibt nur einen Kandidaten.

Manuel Nagel
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Romeo Wildhaber, designierter neuer Präsident des Agro-Vereins Region Amriswil, posiert mit Rolf Thalmann in dessen Stall.

Romeo Wildhaber, designierter neuer Präsident des Agro-Vereins Region Amriswil, posiert mit Rolf Thalmann in dessen Stall.

(Bild: Manuel Nagel)

Dem Bauernstand pfeift ein eisiger Wind um die Ohren, auch wenn der Winter bisher äusserst mild gewesen ist. So macht den Landwirten nicht nur der Strukturwandel Sorgen, sondern auch die aktuellen Initiativen – etwa jene für sauberes Trinkwasser. «Die Grosswetterlage ist für uns Bauern alles andere als gut, sagt denn auch Rolf Thalmann vom Agro-Verein Region Amriswil. Er organisiert die öffentliche Veranstaltung vom 5. Februar im Pentorama mit (siehe Kasten).

Der höchste Bauer der Schweiz und ein Muotathaler Wetterschmöcker referieren und diskutieren

Der Agro-Verein Region Amriswil geht neue Wege. Er hält seine Hauptversammlung morgen Mittwoch nicht mehr am Abend, sondern am Vormittag ab. Neu findet am Nachmittag eine öffentliche Veranstaltung statt.
Gäste sind CVP-Nationalrat Markus Ritter, der Präsident des Schweizer Bauernverbandes ist, sowie Martin Holdener, Mitglied der Muotathaler Wetterschmöcker. Ausserdem wird auch das AquaSan Förderprojekt von Florian Sandrini präsentiert. Zu den Referaten und der anschliessenden Diskussion zum Thema «Grosswetterlage in Politik und Natur» lädt der Agroverein alle Interessierten ein und freut sich über möglichst viele Besucherinnen und Besucher. (man)

Referat und Diskussion
zum Thema «Grosswetterlage in Politik und Natur».
Mittwoch, 5. Februar, 13.30 Uhr, Pentorama, Arbonerstrasse 4.

Morgen Mittwoch hält dort der Verein die jährliche Hauptversammlung ab und muss auch das Präsidium neu bestellen. Ursi Schönenberger, seit einem Jahr interimistisch im Amt, verlässt den Vorstand nach langjähriger Tätigkeit, bleibt dem Verein aber weiterhin verbunden.

Das Feld der Kandidaten ist überschaubar, denn es stellt sich nur Romeo Wildhaber zur Verfügung.

«Mir liegt die Landwirtschaft
schon seit Klein auf am Herzen.»

nennt der Braunviehzüchter aus Schocherswil einen der Gründe, weshalb er sich zur Verfügung stellt. «Es ist mir nicht egal, was mit dem Bauernstand passiert», sagt er.

Zusammengehörigkeit ist ein wichtiges Gefühl

Gesucht habe er dieses Amt nicht, «aber einer muss es machen», sagt Wildhaber, der bereits beim Braunviehverein Präsident ist. Die Erfahrungen, die er dort machen konnte, hätten ihm geholfen. Und es sei auch immer eine Horizontrerweiterung, ergänzt der designierte Präsident des Agro-Vereins.

Wildhaber sagt, der Agro- Verein habe nicht mehr dieselbe Bedeutung wie früher. Gerade was Neuigkeiten betrifft, so seien die Bauern mittlerweile gut informiert. Heutzutage sei das Gefühl der Zusammengehörigkeit viel stärker gewichtet.

«Früher haben sich die Bauern jeden Tag zweimal in der Chäsi getroffen.
Heute geschieht das eigentlich nur noch im Agro-Verein.»

Doch die Amriswiler Bauern wollen nicht nur unter sich sein, wie das neue Konzept ihrer Hauptversammlung zeigt. Sie wollen sich öffnen und über Veranstaltungen in den Dialog mit der Bevölkerung treten, um so auch auf Probleme ihres Standes aufmerksam zu machen.

Dabei gehe es nicht darum, zu jammern, sagen Wildhaber und Thalmann unisono. Vielmehr wolle man aufzeigen, welche Folgen einzelne Entscheide haben können – gerade auch in der Region Amriswil mit der Mosterei in Oberaach beispielsweise.

«Wir setzen Spritzmittel ja nicht einfach ein, weil wir es toll finden, sondern nur gezielt, um unser Obst zu schützen.»

sagt Wildhaber. Dürften die Obstbauern das nicht mehr, so müsste man halt auch damit rechnen, dass die Mosterei in Zukunft nicht mehr ausgelastet sei und allenfalls auch Arbeitsplätze in Amriswil verschwinden.