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Eine Tragikkomödie in drei Akten: Glace schmilzt auf dem Weinfelder Marktplatz

Was tut jedermann und jederfrau bei dieser Hitze? Schatten suchen, baden und Glace essen. Doch wie schnell schmilzt eine Glace eigentlich, wenn man bei 35 Grad im Schatten genüsslich das süsse Glück verzehren will? Ein Test.
Sabrina Bächi
Am Anfang sieht noch alles hübsch aus. (Bild: Reto Martin)

Am Anfang sieht noch alles hübsch aus. (Bild: Reto Martin)

Fliesst es einem unter den Fingern weg oder harrt es genügend lange eisig aus? Die Redaktion hat es getestet und eine geschlagene halbe Stunde in der sengenden Hitze im Dorfzentrum Weinfeldens ausgeharrt. Eines ist klar: Wer den Glaces beim Schmelzen zuschaut, schmilzt selbst mindestens so viel.

So sieht die Glace-Schmelze im Zeitraffer aus:

Das Drama beginnt mit dem Bühnenaufbau. Der richtige Schauplatz ist bald gefunden, die Bühne wird mit drei aufeinandergestapelten Gemüsekisten, einer Aluschale ohne Löcher und einem grünen Steckschaum drapiert.

Erster Akt:

Der schnelle Gang zum Kiosk, der Griff in die Kühlbox. Ein Pralinato und ein Winnetou sollen es sein. «Nein, vielen Dank, ich brauche wirklich keinen Glacepass.» Die Verkäuferin verwirrt, die Redaktorin gestresst. Dann schnell zum Glacestand und ein Erdbeereis im Cornet bestellt. Dann Sprint zum Aufnahmeort. Kamera und Filmausrüstung sind bereit. Der Fotograf ebenfalls. Die Glaces hübsch angerichtet und in den Schaum gesteckt. Vorhang. Pause.

Zweiter Akt:

Die ersten Schoggistücken am Pralinato zieht es Richtung Erdmittelpunkt. Der unaufhaltsame Wandel beginnt. Das Erdbeereis im Cornet läuft bereits nach wenigen Minuten über das Biskuit hinab. Ein Trauerspiel in Rosa. Das Pralinato tropft unten. Stoisch bleibt die Wasserglace. Nur ein kleines rotes Rinnsal kündigt das bevorstehende Schmelzen an.

Die kühlen Protagonisten kämpfen. Aber der Diktator zeigt, wo es lang geht: Die Sonne herrscht unerbittlich. Brennt. Hitzt. Pralinato ist bereits zur Hälfte eingeknickt und liegt jetzt nackt auf der Bühne. Sein Innerstes, der Schoggikern, ist zu sehen.

Das Pralinato zeigt schon sein Innerstes. (Bild: Reto Martin)

Das Pralinato zeigt schon sein Innerstes. (Bild: Reto Martin)

Das Cornet verfliesst in sich selber. Es trägt den Kampf gegen die Hitze im Inneren seines Biskuits aus. Kämpferisch zeigt sich noch Winnetou. Wie der Indianerhäuptling lässt es sich so schnell nicht unterkriegen. Ende zweiter Akt. Vorhang. Pause.

Dritter Akt:

Als jämmerlicher, nackter Stängel steht das Pralinato auf verlorenem Posten. Wie zähflüssiges braunes Lava fliesst die Glace über den Steckschaum in die Aluschale. Die Erdbeerglace ist Sauce. Die Wasserglace hängt am seidenen Faden.

Dann «platsch» auf einmal zerbricht es und reisst sich selbst in den Untergang. Nach 25 Minuten und drei Akten ist das Schauspiel vorbei. Die Glaces sind tot. Die Sonne scheint noch immer.

Am Schluss sind nur noch die Stängel übrig. Das Cornet ist hat auch nur noch Sosse drin. (Bild: Reto Martin)

Am Schluss sind nur noch die Stängel übrig. Das Cornet ist hat auch nur noch Sosse drin. (Bild: Reto Martin)

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