Eine sennische Weihnachtsgeschichte aus dem Toggenburg im Kemmental

Am Samstag führte der Singkreis Lützelmurg aus Bichelsee-Balterswil in der evangelischen Kirche in Alterswilen die «St. Johanner Wienacht» auf.

Manuela Olgiati
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Der Singkreis Lützelmurg aus Bichelsee-Balterswil wird mit sennischen Klängen begleitet vom Ad-hoc-Orchester. (Bild: Manuela Olgiati)

Der Singkreis Lützelmurg aus Bichelsee-Balterswil wird mit sennischen Klängen begleitet vom Ad-hoc-Orchester. (Bild: Manuela Olgiati)

Die Sänger aus dem Hinterthurgau und einige Kemmentaler kennen sich. Die evangelische Kirche in Alterswilen wird deshalb am Samstagabend zum Treffpunkt alter Freunde. Aber im Zentrum steht die Musik. Die Kirche ist sehr gut gefüllt. Die Besucher kennen sich von früher. Einige Lehrerkollegen singen im Chor, andere lauschen im Publikum den sennischen Klängen dieser Weihnachtsgeschichte. Die 44 Sängerinnen und Sänger des Singkreises Lützelmurg Bichelsee-Balterswil im Alter zwischen 60 und 75 Jahren singen seit zehn Jahren gemeinsam, sagt deren Präsident Peter Rottmeier. Am Samstag stimmt Dirigent Fredi Hinderling gefühlvoll die Lieder an.

Mundartübersetzungen aus der Bibel

Hans Krüsi, Präsident der evangelischen Kirchgemeinde Alterswilen-Hugelshofen war bis zu seiner Pensionierung Lehrer, Schulinspektor und Schulleiter. Am Samstag erzählt Krüsi zwischen den Liedern in kurzen Bibeltexten die Weihnachtsgeschichte. Die gelesenen und gesungenen Texte sind Mundartübersetzungen aus der Bibel und von alten Liedern sowie von Texten von Peter Roth. Die Melodien des bekannten Toggenburger Komponisten berühren die Herzen der Menschen. Nicht nur den Besuchern gefällt es.

Beeindruckt zeigt sich der Kemmentaler Pfarrer Andreas Reich von den schönen Naturstimmen. Diese kleine Konzerttournee mit Halt im Kemmental bereitet Freude. Drei Konzerte in Bichelsee, Alterswilen und Wängi gibt der Singkreis. Im Mittelpunkt der «St. Johanner Wienacht» stehen das Licht, welches das Dunkel durchbricht und das Göttliche, das durch das Kind erscheint, sowie der Aufruf zum Teilen. Das Werk beginnt mit melancholischen Melodien des instrumentalen Weihnachtsjodels. Der Chor besingt Johannes den Täufer. Mit dem «Ave Maria» verkünden die Sänger die frohe Botschaft. Die Geburt des Heilands wird im Gesang der Engel mit dem «Gloria» zelebriert. Es folgt der Jodel der Hirten, der Gesang der Weisen und das Trostlied, das die Flucht vor König Herodes beschreibt.

Barbara Bösch am Hackbrett

Harmonisch ist die Aufführung gestaltet. Dirigent Fredi Hinderling verbindet die Klangkörper gekonnt. Die Musiker zelebrieren volkstümliche Melodien zu einem emotionalen Klangwerk. Barbara Bösch am Hackbrett untermalt die Musik wunderbar. Die Gottesdienstbesucher würdigen es mit grossem Beifall.