Eine Pause gibt es für die Amriswiler Rettungssanitäter selbst beim Zügeln nicht

Der Rettungsdienst ist wieder zurück im Zentrum der Stadt. Letzte Woche zog er vom neuen Feuerwehrzentrum ins sanierte alte Feuerwehrdepot.

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Frisch umgezogen: Rettungssanitäterin Mirjam Dütsch, Standortleiter Jürgen Häberli und Rettungssanitäter Torsten Bleier.

Frisch umgezogen: Rettungssanitäterin Mirjam Dütsch, Standortleiter Jürgen Häberli und Rettungssanitäter Torsten Bleier.

Bild: PD

(red) Umzüge sind mühsam, umtriebig und vor allem anstrengend – das trifft bereits zu, wenn man als Privatperson die Wohnung wechselt. Eine regelrechte logistische Meisterleistung ist es aber, einen ganzen Betrieb zu zügeln und diesen gleichzeitig aufrechtzuerhalten. Gelungen ist das dem Rettungsdienst Spital Thurgau, der seine Amriswiler Basis letzte Woche vom Feuerwehrstützpunkt an der Kreuzlingerstrasse ins sanierte ehemalige Feuerwehrdepot an der Arbonerstrasse verlegt hat.

Grösste Herausforderung: Die Planung

«Im betrieblichen Ablauf darf man nichts davon mitbekommen, wir müssen natürlich auch während des Umzugs abrufbereit sein», sagt Jürgen Häberli, Rettungssanitäter und Standortleiter für Amriswil und Münsterlingen. Etwas bemerkt hat tatsächlich niemand, nicht einmal die Sanitätsnotrufzentrale, die das diensthabende Team bereits am Morgen zu einem Einsatz aufgeboten hat. Um 8.29 Uhr rückten die beiden Rettungssanitäter aus zu einem medizinischen Notfall in einer Hausarztpraxis, während die Kollegen weiter Kisten schleppten. «Den Umzug so zu planen, dass der Betrieb reibungslos weiterläuft, war wohl die grösste Herausforderung der letzten Wochen», sagt Häberli. Deshalb sei ein Teil des Materials bereits vorher umgezogen worden, um für Einsätze gewappnet zu sein.

In diesen Räumlichkeiten sind die Büros und die Ruheräume des Rettungsdienstes entstanden. Alles wurde frisch renoviert.

In diesen Räumlichkeiten sind die Büros und die Ruheräume des Rettungsdienstes entstanden. Alles wurde frisch renoviert.

Bild: Manuel Nagel

Im Obergeschoss sind die Büros und die Ruheräume. Hier verbringen die diensthabenden Teams künftig die Zeit zwischen den Einsätzen – natürlich auch in der Nacht. Der helle Wohnbereich ist denn auch einer der grössten Vorteile des neuen Standorts. Denn bis anhin war der private Raum begrenzt: Beim Feuerwehrstützpunkt hielt sich die Crew in einem eher knapp bemessenen Containerprovisorium auf.

Baustellenverkehr kam in die Quere

Unzufrieden war der Rettungsdienst mit der Übergangslösung aber keinesfalls – die Nähe zur Feuerwehr, die oftmals gleichzeitig ausrückt wie der Rettungsdienst, war von Vorteil. Exakt zwei Jahre wirkte nun die Basis Amriswil von dort aus. Davor war sie an der Rütistrasse beheimatet, wo sie die Infrastruktur mit der REA teilte. Ungünstig wurde die Situation mit Beginn des Migros-Neubaus: «Der Baustellenverkehr kam uns in die Quere und gefährdete die Einhaltung unserer Einsatzzeit von maximal 15 Minuten», erklärt Häberli. Eine schnelle Lösung musste her, weshalb die Stadt für die Rettungsdienste dieses Provisorium arrangierte.

Nun, am dritten Standort innert weniger Jahre, ist Häberli mehr als zufrieden: «Wir sind an der Hauptverkehrsachse Richtung Romanshorn, Arbon und Weinfelden – und auch die Kreiseleinfahrt ist für uns ideal.» Er schätze sowohl die gute Zusammenarbeit mit der Stadt als auch den Zuspruch der Bevölkerung, welche der Sanierung des alten Feuerwehrdepots vor knapp drei Jahren zugestimmt hat.

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Yvonne Aldrovandi-Scläpfer