Eine neue Brücke als Gemeindegrenze

Märstetten und Wigoltingen teilen sich die Brücke über den Chemebach in der Klingenmühle. Die alte Brücke wird nun saniert, je hälftig bezahlen die beiden Gemeinden den Bau.

Mario Testa
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Die Brücke über den Chemebach im Klingenmühle-Tobel gehört je hälftig den Gemeinden Märstetten und Wigoltingen.

Die Brücke über den Chemebach im Klingenmühle-Tobel gehört je hälftig den Gemeinden Märstetten und Wigoltingen.

Bild: Mario Testa
(Märstetten, 24. Juli 2020)

An der Brücke nagt der Zahn der Zeit. «Sie verfällt langsam», sagt der Märstetter Gemeinderat Beat Keck. Die Stahlträger, welche die Betonplatte tragen, rosten, und auch die Widerlager seitlich des Chemebachs haben ihre Lebenserwartung erreicht. Aus diesem Grund lassen die beiden Gemeinden Märstetten und Wigoltingen die Brücke sanieren.

«Genau im Chemebach verläuft die Gemeindegrenze. Deshalb gehört je eine Hälfte der Brücke Wigoltingen und Märstetten», sagt Beat Keck.

«Wir haben uns mit den Wigoltinger Kollegen abgesprochen und übernehmen bei diesem Bauprojekt nun die Führung.»

Die Kosten für die Sanierung der Brücke – es wird ein Ersatzneubau erstellt – belaufen sich auf rund 100000 Franken. Die beiden beteiligten Gemeinden teilen sich diese Kosten. «Wir brauchen für dieses Bauvorhaben auch das Okay seitens des Kantons, da es sich um eine Baute ausserhalb der Bauzonen handelt», sagt Keck. «Diese Bewilligung haben wir noch nicht. Das kann auch noch eine Weile dauern, zumal unser Baugesuch noch bis Mitte vergangener Woche aufgelegen hatte in der Gemeindeverwaltung.»

Brücke braucht eine Konzession

Laut Keck ist auch eine neue Konzessionierung der Brücke notwendig. «Die Brücke ist so alt, damals gab es noch gar keine Konzession, die eingeholt werden musste für den Bau der Brücke», sagt der Märstetter Gemeinderat mit dem Ressort Tiefbau, Landwirtschaft und Gewässer.

Die Brücke darf mit bis zu 20 Tonnen schweren Fahrzeugen befahren werden. Dieser Last hält sie im aktuellen Zustand jedoch nicht mehr lange stand.

Die Brücke darf mit bis zu 20 Tonnen schweren Fahrzeugen befahren werden. Dieser Last hält sie im aktuellen Zustand jedoch nicht mehr lange stand.

Bild: Mario Testa
(Märstetten, 24. Juli 2020)

Trotz noch nicht abgeschlossenem Bewilligungsverfahren hofft Beat Keck, dass noch im Herbst die Sanierung durchgeführt werden kann. «Im September oder Oktober sollten die Bauarbeiten beginnen. Diese dauern etwa sechs Wochen.» Während der Sanierung werde es Zeiten geben, in denen die Brücke für Passanten komplett gesperrt sein wird.

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