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Eine Genossenschaft soll das Schloss Hauptwil erwerben

An einem Informations- und Diskussionsabend stellte die Arbeitsgruppe ihre Projektidee für die Zukunft des Schlosses Hauptwil vor. Mit Hilfe einer Genossenschaft hofft man, das historisch wertvolle Anwesen für die Öffentlichkeit erhalten zu können.
Georg Stelzner
Urs Welte, Mitglied der Arbeitsgruppe, moderiert die Veranstaltung in der Hauptwiler Mehrzweckhalle. (Bild: Georg Stelzner)

Urs Welte, Mitglied der Arbeitsgruppe, moderiert die Veranstaltung in der Hauptwiler Mehrzweckhalle. (Bild: Georg Stelzner)

«Wir wollen heute Abend den Puls der Bevölkerung spüren, eine Projektidee vorstellen und aufzeigen, was unserer Meinung nach möglich wäre», sagte Urs Welte am Mittwoch zu Beginn der Veranstaltung.

Er gab um­gehend zu verstehen, dass die Arbeitsgruppe mit ihren Bemühungen nur dann fortfahren wird, wenn ein Sukkurs seitens der Öffentlichkeit gewährleistet ist. Die Antwort auf diese wichtige Frage fiel deutlich aus: Der Grossaufmarsch von über 100 Personen zeigte, dass das Schicksal des Schlosses Hauptwil vielen Menschen in der Gemeinde und in der Region am Herzen liegt.

Die Arbeitsgruppe ist auf private Initiative hin ins Leben gerufen worden. Ihr gehören ausser Urs Welte auch die Einheimischen Florian Gantenbein, Matthias Gehring und Jargo De Luca sowie der St. Galler Projektentwickler Edgar Wick an.

Dachgeschoss wäre für Wohnungen geeignet

Gantenbein erklärte, dass das Anwesen, bestehend aus dem Schloss, dem sogenannten Winkelbau, der Liegenschaft Traube und dem Türmli sowie einem allenfalls noch zu realisierenden Neubau als Einheit erhalten bleiben soll.

Für das Schloss kann sich die Arbeitsgruppe eine gemischte Nutzung vorstellen. Im Unter- und Erdgeschoss sollen Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte und Feste durchgeführt werden.

Für Ateliers, Büros und Werkstätten sowie Schulungs- und Seminarräume kämen das erste bis dritte Obergeschoss in Frage, und im Dachgeschoss wären Wohnungen denkbar. In einer ersten Phase würde man es bei einer sanften Sanierung belassen, führte Gantenbein aus. Bezüglich Haustechnik und Brandschutz bestehe hingegen ein grösserer Handlungsbedarf.

Für den Winkelbau sieht die Arbeitsgruppe eine umfassende Umnutzung mit dem Ziel vor, Wohnungen zu errichten. Dafür wären im Inneren grössere Eingriffe nötig. Gantenbein betonte, dass das Konzept auch ohne den vorgeschlagenen Neubau im Osten funktionieren würde. Die betreffende Fläche stelle aber eine rare Baulandreserve in der Dorfzone dar.

Investitionen von rund 14 Millionen Franken

Privatwohnungen sind laut Gantenbein auch für das Riegelhaus Traube vorgesehen, während beim Türmli eine öffentliche Nutzung angestrebt werde.

Den Mietertrag beim Schlossgebäude bezifferte Gantenbein mit 177'000 Franken pro Jahr, die Investitionen mit 3,332 Mio. Franken. Die entsprechenden Zahlen beim Winkelbau lauten 347'000 Franken (Mietertrag) respektive 5,776 Mio. Franken (Investitionen).

Die Arbeitsgruppe hat für die fünf Teilobjekte des Anwesens einen jährlichen Mietertrag von total 697'000 Franken errechnet. Das Gesamtinvestitionsvolumen (inklusive des Kaufpreises von 2,5 Mio.Franken) würde 14,2 Mio. Franken betragen. 1,6 Mio. Franken wären über genossenschaftliche Anteilscheine beizusteuern.

Schloss der Spekulation entziehen

«Unser Ziel ist es, ein Kaufangebot einzureichen», sagte Jargo De Luca. Man habe sich in der Arbeitsgruppe Gedanken über einen geeigneten, breit abgestützten Rechtsträger gemacht und sei auf die Baugenossenschaft gestossen.

Diese sei nicht gewinnorientiert und habe die Gemeinnützigkeit zum Ziel. Zudem biete sie bezüglich Entwicklung viele Freiheiten. Laut De Luca wäre es mit der vorgeschlagenen Trägerschaft möglich, das Schloss der Spekulation zu entziehen und für die Öffentlichkeit zu erhalten.

Kritische Fragen, aber keine Opposition

Kritische Fragen, aber keine Opposition Das Publikum hatte ebenfalls Gelegenheit, sich zu äussern. Dabei fiel auf, dass zwar kritische Fragen gestellt wurden – zum Beipiel hinsichtlich der Realisierbarkeit sowie der Erfolgsaussichten –, dass die Projektidee als solche aber von niemandem grundsätzlich in Frage gestellt wurde.

Werner Fleischmann, mit dem Schlossverkauf beauftragt, gab zu bedenken, dass sich jeder Käufer bewusst sein müsse, dass der Unterhalt die weitaus grössere finanzielle Herausforderung darstelle als der Kauf selber.

Politische Gemeinde winkt ab

Jacques-Michel Conrad von der Wohnbaugenossenschaft Schweiz rief die Gemeinde auf, das Schloss zu erwerben und im Baurecht weiterzugeben. Diesen Vorschlag lehnte Gemeinderat Adrian Studerus unter Hinweis auf die Kosten ab. Ein andersartiges Engagement sei aber vorstellbar.

Die Arbeitsgruppe wird nun jene Umfrage auswerten, zu der die Veranstaltungsbesucher eingeladen waren. Weitere Formulare können ab nächster Woche auf der Webseite der Gemeinde heruntergeladen werden.

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