Eine geglückte Premiere: Ermatingen hat eine neue Festmeile

Das Segler- und Fischerfest hat wie immer viele Besucher angezogen – erstmals in den Stadgarten.

Margrith Pfister-Kübler
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Gemütliche Stimmung im Stadgarten. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Gemütliche Stimmung im Stadgarten. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

«Es ist nicht ein Stadtgarten, auch nicht ein Staadgarten, sondern der Stadgarten mit einem A und ohne dt», sagt Jörg Singer, OK-Präsident des Segler- und Fischerfestes in Ermatingen, zum erstmaligen Austragungsort. Auf der Stedi wird ja bekanntlich gebaut. «Es ist ein Fest primär fürs Dorf, ohne Musik, ohne Beschallung, damit die Gesprächs-, Essens- und Weinkultur gepflegt werden.» Zum wunderschönen und nachhaltigen Erlebnis für Jung und Alt wurde das Fest, obwohl die Match-Race-Regatta wegen zu wenig Anmeldungen nicht durchgeführt wurde.

Das Festgelände war optimal gestaltet. Um den Rasen zu schonen, wurden Wege mit Holzschnitzeln gelegt, die prächtigen Bäume sorgten für die Beschattung. Die Bänke und Tische unter freiem Himmel waren dauerbesetzt, auch die Seemauer. Erst als sich am Samstagabend das Gewitter ankündigte, zog es die Besucher in die Zelte, andere nahmen den Heimweg. Rund 140 Ehrenamtliche standen im Einsatz. 70 vom Fischerverein Untersee, 70 vom Ermatinger Segelclub. Der OK-Chef lobte deren Einsatz.

Kinder tobten übers Gelände, genossen den See mit hohem Wasserstand. Zwei Buben ereiferten sich über Plastikbecher, die im Wasser schwammen: «Das ist Umweltverschmutzung.»

Trotz des Gewitters ging die Feier bis Mitternacht

Das Gewitter sorgte für Aufbruchstimmung. «Als die Sturmwarnung einsetzte, informierte ich die Besucher und empfahl heimzugehen», sagte Singer. Sicherheit geht ihm vor Umsatz. Die Zelte haben den Sturmböen aber standgehalten. Die Besucher feierten in den Zelten bis Mitternacht. Und der Umsatz? «Uns sind die Gabeln ausgegangen», erzählte Singer. «Die Leute wissen nicht, dass Chnusperli mit den Fingern gegessen werden. Dabei geben wir Reinigungs-Tüechli ab.» Erstmals mussten sie Fische zukaufen, weil es derzeit zu wenig Felchen im See gibt. 3300 Portionen wurden im letzten Jahr verkauft. Diesmal seien es etwas weniger, schätzte er. Mehraufwand musste punkto Infrastruktur geleistet werden. Strom musste hergeführt werden. «Im 2020 machen wir das Segler- und Fischerfest wieder hier im Stadgarten», versicherte Jörg Singer.

Die Ermatinger Stedi ist wieder auf Kurs

Einsprachen haben die Bauarbeiten auf der Schifflände verzögert. Die Einwohner erhalten über das Grossprojekt laufend Informationen auf verschiedenen Kanälen wie zum Beispiel einer Orientierung vor Ort.
Isabelle Merk