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Eine Frau will in Bürglen die erste Gemeindepräsidentin werden

Jasmine Schönholzer will Gemeindepräsidentin werden. Nach 15 Jahren im Gemeinderat will die SVP-Frau nun an die Spitze der Exekutive und die Finanzen ins Lot bringen.
Mario Testa
Gemeindepräsidiums-Kandidatin Jasmine Schönholzer in ihrem Garten in Istighofen. (Bild: Mario Testa)

Gemeindepräsidiums-Kandidatin Jasmine Schönholzer in ihrem Garten in Istighofen. (Bild: Mario Testa)

Wird sie gewählt, ist sie die erste Frau an der Spitze der Politischen Gemeinde Bürglen. Die Arbeit in der Exekutive kennt Jasmine Schönholzer längst, seit vier Legislaturen sitzt sie im Gemeinderat, zuletzt als Vize-Gemeindepräsidentin und Leiterin des Sozialwesens. Während den krankheitsbedingten Absenzen des Gemeindepräsidenten Erich Baumann hatte sie auch bereits Erfahrungen als Entscheidungsträgerin an der Spitze gesammelt.

Und diese Erfahrungen hätten sie dazu bewogen, für das Präsidium zu kandidieren, sagt Schönholzer. «Ich habe in dieser Zeit einen vertieften Einblick in die Arbeit eines Gemeindepräsidenten erhalten und mich reizt diese Aufgabe», sagt die 49-Jährige gelernte Kauffrau. Sie sei im Dorf häufig auf eine mögliche Kandidatur angesprochen worden, nachdem Erich Baumann am Neujahrsapéro mitgeteilt hatte, dass er Ende Legislatur in den Ruhestand geht. «Den Willen zu kandidieren hatte ich ab jenem Moment. Aber auch das Private musste stimmen, ohne den Rückhalt meines Mannes und meiner zwei Kinder, hätte ich nicht kandidiert.» Ihr Mann steht hinter ihren Plänen, die beiden Kinder sind bereits in der Ausbildung und daher will es Schönholzer nun wissen.

Langjährige Erfahrung in Bürgler Behörden

Auch vom Vorstand der SVP-Ortspartei, in dem sie als Aktuarin mitwirkt, sei sie zur Kandidatur motiviert worden. Nebst vier Legislaturen im Gemeinderat bringt die Frau, die schon seit ihrer Teenager-Zeit immer eine Kurzhaarfrisur trägt – «Ich bin keine Frau, die am Morgen eine halbe Stunde vor dem Spiegel stehen will» –, weitere Behördenerfahrung mit.

Sie war über 15 Jahre lang im Vorstand der Bürgergemeinde, zuletzt bis zu ihrem Rücktritt im Jahr 2017 als Präsidentin. Istighofen kennt sie, seit sie mit ihrer Mutter als 13-Jährige zugezogen war und danach bis auf einen zweijährigen Abstecher immer da lebte. «Mir liegt die Gemeinde Bürglen am Herzen, ich will als Gemeindepräsidentin immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Einwohner haben», sagt sie. Was sie als Gemeindepräsidentin sicher besonders im Auge behalten würde, wären die Gemeindefinanzen.

«Wir kämpfen da seit Jahren. Es sind sehr viele Zweckgebundene Ausgaben, an denen sich nicht rütteln lässt. Aber gerade bei den Sozialhilfekosten sehe ich schon Sparpotenzial bei Bezügern, die sich nicht kooperativ zeigen und bei denen kein Wille zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt erkennbar ist.»

Der Kritik, im Gemeinderat sei die vergangenen Jahre nur verwaltet statt gestaltet worden, kontert Schönholzer. «Im Bereich der Jugend haben wir mit dem Open Sunday ein Angebot geschaffen, und auch das Alterskonzept wurde weiter entwickelt.» Schliesslich müsse man aber schon sehen, dass eine Gemeindeverwaltung nicht umsonst so heisse; sie nicht nur dazu da sei, Visionen zu proklamieren.

Sie ist unzufrieden mit dem Projekt Werkhof

Und zum Ruf nach frischem Blut und einer Verjüngung in der Exekutive sagt sie: «Eine Verjüngung ist gut, aber es braucht immer einen Mix aus Erfahrung und frischen Kräften.» Unzufrieden sei auch sie mit der Entwicklung der Projekte Werkhof und Baureglement. «Bei diesen Projekten hinken wir hinten drein. Aber es ist auch eine Tatsache, dass uns da Erich Baumanns Krankheit gebremst hat.»

Dass sie einen genug breiten Rücken für die Arbeit als Gemeindepräsidentin mitbringen würde, daran zweifelt Jasmine Schönholzer nicht. «Ich finde konstruktive Kritik wichtig, etwas anderes ist es bei persönlichen Angriffen.» Sollte sie gewählt werden, würde sie gerne mindestens zwei Legislaturen Gemeindepräsidentin bleiben. «Wenn es die Gesundheit zulässt und die Familie mitmacht, sind auch drei Legislaturen möglich.»

Drei Kandidierende sind bekannt

Für das Gemeindepräsidium von Bürglen und damit die Nachfolge von Erich Baumann (CVP) kandidiert nebst SVP-Frau Jasmine Schönholzer (49) auch der ebenfalls einheimische Kilian Germann (59) von der CVP (bereits vorgestellt) sowie der parteilose Patrick Sempach (43) aus Erlen (Vorstellung folgt). Auch die FDP und die SP Bürglen sind auf der Suche nach Kandidierenden. Der erste Wahlgang findet am 25. November statt, ein allfälliger zweiter am 10. Februar. (mte)

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