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Eine Floristin aus dem Thurgau büschelt die Blumen für die Schönen und Reichen in St.Moritz

Martina Frei aus dem Romanshorner Weiler Oberhüseren ist Meisterfloristin. Sie arbeitet aber nicht in einem Blumenladen, sondern in einem Nobelhotel in St.Moritz.
Sheila Eggmann
Meisterfloristin Martina Frei hat ihren Arbeitsplatz im Hotel Suvretta House. (Bild: Andrea Stalder)

Meisterfloristin Martina Frei hat ihren Arbeitsplatz im Hotel Suvretta House. (Bild: Andrea Stalder)

Pompös. Dieses Wort fällt häufig während des Interviews mit Martina Frei. Die 24-Jährige schmückt mit ihren Blumenkreationen das Nobelhotel Suvretta House in St.Moritz. Pompös sei das Hotel und pompös soll auch die Dekoration sein. Wie das genau umgesetzt werden soll, kann die Romanshornerin selbst entscheiden, denn im Suvretta House ist sie die einzige Floristin. Ihr Stil sei natürlich und luftig, «aber gerne klar und mit Struktur». Für das Hotel setzt sie alles grösser um, auch, weil es in den hohen Räumen wirken soll. Sie sagt:

«Am Stil merkt man schon, dass die Blumen von mir sind.»

Frei erstellt wöchentlich ein Konzept für die Blumendekoration. Finanziell sind die Grenzen deutlich höher, als man es sich von der Arbeit in Blumengeschäften gewohnt ist. Laut Frei ist der Grundsatz: Es muss wirken, die Zahlen stehen an zweiter Stelle. «Meine Blumengestecke würde in einem Laden wohl niemand bezahlen wollen», sagt die Meisterfloristin.

Martina Frei beim präparieren einer ihrer Abschlussarbeit für die Meisterprüfung. (Bild: PD)

Martina Frei beim präparieren einer ihrer Abschlussarbeit für die Meisterprüfung. (Bild: PD)

Martina Frei ist in Oberhüseren aufgewachsen, mit viel Grün um ihr Elternhaus herum und ganz weit weg von den Schönen und Reichen in St.Moritz. Sie sagt:

«An die andere Lebensweise musste ich mich zuerst gewöhnen.»

Frei hat in Romanshorn eine Lehre zur Floristin gemacht, später in St.Gallen gearbeitet. In das Hotel, das sich online selbst als traditionelles Märchenschloss bezeichnet, kam sie eher zufällig: «Es hat sich so ergeben.» Das mit dem Schloss, doch, das habe etwas, sagt Frei: «Dort ist schon ein wenig eine andere Welt.» Die Arbeit im «Suvretta House» unterscheidet sich von der im Laden. Natürlich findet kein Verkauf statt. «Und man arbeitet mehr für sich.» Ausserdem sei Frei weniger auf Zahlen fokussiert. «Es zählt die Wirkung des Ganzen und alles ist viel grösser.»

Hotel Suvretta House in St.Moritz (Bild: PD)

Hotel Suvretta House in St.Moritz (Bild: PD)

«Im Skianzug sehen alle gleich aus»

Mit den Gästen des «Suvretta House» hat sie nicht viel zu tun. Freis Arbeit spielt sich mehr im Hintergrund ab. Doch es sind oft Politiker dort, Unternehmer und ab und zu ein Royal. «Ich würde die aber gar nicht erkennen. Im Skianzug sehen alle gleich aus», sagt Frei und lacht.

Die Meisterprüfung an der Academy of Flower Design hat Frei erst kürzlich und mit Auszeichnung bestanden. Eine ihrer Abschlussarbeiten stellt das Hinfallen und wieder Aufstehen dar.

Die Abschlussarbeit «Hinfallen und wieder Aufstehen», dargestellt mit 450 Liatris-Blumen. (Bild: PD)

Die Abschlussarbeit «Hinfallen und wieder Aufstehen», dargestellt mit 450 Liatris-Blumen. (Bild: PD)

Das teuerste Zimmer kostet 3180 Franken

Das Fünfsterne-Hotel Suvretta House in St. Moritz wurde 1912 im Stil des späten Historismus erbaut. Es ist in der sechsten Generation im Familienbesitz, zählt 171 Gästezimmer und zehn Suiten. Das günstigste Zimmer kostet 370 Franken pro Nacht, das teuerste 3180.

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