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Eine ausserordentliche Saison für die kleine Mosterei in Märstetten

Familie Pupikofer betreibt seit vielen Jahrzehnten eine Kundenmosterei in einem Nebengebäude ihrer Schreinerei. Dieses Jahr pressten die Mitarbeiter doppelt soviel Saft wie im vergangenen Herbst.
Mario Testa
Kurt Haas lässt eine Ladung gemahlener Äpfel auf ein Tuch in der Presse fallen. Er hilft schon seit 26 Jahren mit beim Mosten. (Bild: Mario Testa)

Kurt Haas lässt eine Ladung gemahlener Äpfel auf ein Tuch in der Presse fallen. Er hilft schon seit 26 Jahren mit beim Mosten. (Bild: Mario Testa)

Eine Frau lädt drei Harasse voller Äpfel aus dem Kofferraum ihres Autos. Neben ihr liefert ein Bauer eine ganze Wagenladung voll Obst an. «Wir sind für alle Mengen offen, egal ob ein paar Harasse oder mehrere Tonnen», sagt Doris Pupikofer. Sie führt während der Saison, die von August bis Anfang November dauert, die Kundenmosterei.

«Bei uns kriegt jeder den Saft von seinen Äpfeln, da wird nichts vermischt.»

Doris Pupikofer, Verantwortlich für die Mosterei. (Bild: Mario Testa)

Doris Pupikofer, Verantwortlich für die Mosterei. (Bild: Mario Testa)

Dank der Kundenmosterei hat die Familie Pupikofer ein zweites Standbein nebst ihrer Schreinerei. Wie lange die Mosterei schon besteht, kann auch Doris Pupikofer nicht genau sagen. «Unsere Presse ist aber sicher schon über 80 Jahre alt. Schon meine Schwiegereltern haben mit ihr gemostet», sagt sie. «Es ist eine Packpresse, und von denen gibt es heute nicht mehr so viele. Wir sind da ziemlich die einzigen.»

26 Jahre Erfahrung an der Mostpresse

Verantwortlich für das Mosten mit der Presse ist Kurt Haas. «Ich mache das jetzt schon seit 26 Jahren. Es ist eine schöne Arbeit. Sie ist abwechslungsreich und man sieht sofort, was man gemacht hat», sagt er. Die Routine sieht man ihm an, die Handgriffe sitzen, zügig füllt sich unter seinen Händen der freie Raum unter der Presse mit einer Schicht Maische nach der anderen. Ein Rost, ein Tuch, dann eine grosse Portion gemahlene Äpfel drauf und das Tuch überschlagen. Wieder ein neuer Rost, und so weiter.

«Wir können so bis zu 24 Lagen aufschichten, bevor es ans Pressen geht», sagt Haas, dem ein Helfer zur Hand geht. Sobald die Deckplatte auf der Maische liegt, startet Haas den Motor und die Hydraulikpumpe fängt an, zu stampfen. Millimeter für Millimeter wird die Maische gegen die Bretter gepresst und aus den Tüchern quillt der Saft, fliesst in einen grossen Bottich.

«Bei einer vollen Ladung sind es etwa 400 Liter, die wir mit einmal pressen erreichen. Das dauert etwa eine halbe Stunde»

sagt Haas. Übrig bleiben zum Schluss grosse, flache Tresterplatten. «Zum Schnappbrennen eignen sich diese nicht mehr. Sie sind zu trocken, ich verfüttere sie daher meinen Kühen», sagt Kurt Haas.

Gepresst wird vier Tage pro Woche

Doris Pupikofer kümmert sich um die Pasteurisierung, Abfüllung und auf Wunsch auch um die Klärung des Mosts. Den Kunden wird der Arbeitsaufwand verrechnet. «Das Pressen kostet je nach Menge 22 bis 30 Rappen pro Liter. Dazu kommt je nachdem noch die Weiterverarbeitung und die Gebinde», sagt sie.

Während der Hauptsaison ist die Mosterei vier Tage die Woche in Betrieb, nun zum Ende der Saison ist es nur noch einmal pro Woche. Auch der Lengwiler Bauer Norbert Kuster lässt seine Äpfel in der Mosterei pressen. «Das ist nur eine kleine Menge für den Eigengebrauch. Schön, gibt es dazu diese Mosterei», sagt er.

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