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Ein Zeichen für die Zukunft in Wigoltingen

Kantonsrat Peter Dransfeld hat die Beantwortung auf seine Einfache Anfrage zum Fall der Schule von der Regierung erhalten. Er ist erfreut über die offene Antwort und hofft darauf, dass der Kanton nun handelt. Davon sind nicht alle überzeugt.
Sabrina Bächi
Die Sekundarschule Wigoltingen steht im Fokus der Politik. (Bild: Sabrina Bächi)

Die Sekundarschule Wigoltingen steht im Fokus der Politik. (Bild: Sabrina Bächi)

Die Antwort ist da. Anfang Mai stellte Grüne Politiker Peter Dransfeld eine Einfache Anfrage an die Regierung. Drei Fragen beschäftigten ihn rund um die Schule Wigoltingen und den dortigen Lehrerexodus. Er wollte wissen, wann der Kanton von den Schwierigkeiten erfahren hat, wie das Departement die Kommunikation der Schulbehörde beurteile und ob der Kanton sogenannte «Freigeister» als Gewinn oder Störfaktor in der Schullandschaft betrachte.

Er fragte dabei auch, ob der Kanton gewillt sei, mehr Transparenz von der Wigoltinger Schulbehörde zu verlangen. Die Antwort stellt zunächst klar:

«Aus Respektierung des Autonomiebereichs ergibt sich, dass Schulgemeinden gemeindeinterne Konflikte grundsätzlich in eigener Verantwortung zu lösen haben.»

Die kantonale Intervention sei dann angebracht, wenn Grundrechte von Schülerinnen und Schülern gefährdet werden. Dennoch ist Peter Dransfeld zufrieden mit den Antworten. «Ich habe eine ähnliche Anfrage zur PH vor einem halben Jahr gestellt. Diese Antwort fiel schnodrig und überheblich aus», sagt er. Diesmal sei es anders. Er sei sehr erfreut über diese offene Antwort.

Der Kanton schreibt in seiner Beantwortung, dass die Schulaufsicht im Dezember von unterschiedlichen Ansichten in Bezug auf die Weiterentwicklung der Sekundarschule erfahren habe. Das Amt für Volksschule habe Ende März 2019 ein Mandat für eine einmalige Moderation von der Volksschulgemeinde erhalten.

Weiter weist die Regierung darauf hin, dass eine von zwei Wigoltingern eingereichte Aufsichtsbeschwerde vom Departement für Erziehung und Kultur bereits in eine Anzeige umgewandelt wurde. Es würden nun aufsichtsrechtliche Abklärungen eingeleitet, sobald der Entscheid rechtskräftig sei. Dies werde «gegebenenfalls zu kantonalen Aufsichtsmassnahmen führen». Des Weiteren seien Freigeister und Querdenker in der Schullandschaft durchaus willkommen, schreibt die Regierung.

Kanton betreibt Beschwichtigungstaktik

«Ich bin der Meinung, dass bei der Kündigung der halben Belegschaft die Grundrechte der Schüler gefährdet sind. Es ist sicher Feuer im Dach, deshalb muss der Kanton handeln», sagt Dransfeld. Er begrüsst die selbstständige Umwandlung der Aufsichtsbeschwerde in eine Anzeige.

Michael Schätzle, Sprecher der IG Schule Wigoltingen, ist nicht überzeugt davon, dass der Kanton auch tatsächlich handeln wird. Die IG fordert eine unabhängige Untersuchungskommission. Doch dazu werde es kaum kommen. Er denkt, der Kanton fahre eine Beschwichtigungstaktik. Die IG hat an den Rechtsdienst des Departements für Erziehung und Kultur ein Einschreiben geschickt. Ebenfalls mit Fragen.

Sie wollen wissen, wie die Untersuchung aussieht und was in welchem Zeitraum untersucht wird. Damit wollen sie sich den Weg des Rekurses offen halten, den sie ergreifen, sollte die Untersuchung nicht im Sinne der Transparenz stehen.

Für das Verhalten der IG müssten sie viel Kritik einstecken, sagt Schätzle. Einige Wigoltinger stünden nicht hinter der Interessengemeinschaft.

«Doch diese Personen sind meist nicht betroffen und wissen nicht, was an der Schule überhaupt alles passiert ist»

Gerade auch deshalb fordert die IG Transparenz. Diesen Wunsch kann Kantonsrat Peter Dransfeld gut nachvollziehen. «Es geht jetzt darum, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen», sagt Dransfeld. Er sieht viele Parallelen zum Fall des gechassten PH-Prorektors. Er hofft auf ein klares Signal. Es sei beängstigend, wie viel die Behörden unter den Teppich kehren könnten: «Es wäre ein Zeichen für die Zukunft, sonst muss man befürchten, dass Schulen sogar von einem Spinner geführt werden, der meint, er könne regieren wie ein König.»

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