Ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag

Der Sportfischerverein Hauptwil besteht seit rund 40 Jahren. Die Mitglieder organisieren jedes Jahr ein Kinder-Plauschfischen mit Test.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Werner Schreiber, Aktuar des Sportfischervereins Hauptwil, versucht sein Glück beim Hauptwiler Weiher. Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

Werner Schreiber, Aktuar des Sportfischervereins Hauptwil, versucht sein Glück beim Hauptwiler Weiher. Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

«Ich bin sehr naturverbunden und halte mich gerne draussen auf», sagt Werner Schreiber. Der Hobbyfischer aus Bischofszell erzählt, dass er am Wasser abschalten und sich entspannen kann. Das Fischen sei ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag. Werner Schreiber ist Aktuar im Sportfischerverein Hauptwil.

Der Verein existiere schon längere Zeit. «Gegründet wurde er vor rund 40 Jahren von ortsansässigen Hobbyfischern», sagt Werner Schreiber. Heute gehören dem Verein zwölf Mitglieder aus Hauptwil und der näheren Umgebung an. Diese sind berechtigt gegen eine jährliche Pachtgebühr im Hauptwiler Weiher zu fischen, der im Besitz der politischen Gemeinde ist.

In der Gemeinde gibt es noch vier weitere Weiher, die jedoch in Privatbesitz sind. Schülerinnen und Schüler der Gemeinde Hauptwil-Gottshaus dürfen beim Weiherdamm unentgeltlich fischen. Dieses Übereinkommen stammt noch aus jener Zeit, als der Hauptwiler Weiher der Schulgemeinde gehörte. Jedes Jahr im Früh- sommer organisiert der Sport- fischerverein ein Kinder- Plauschfischen mit einem Test. Der Anlass, an dem Jungfischer einen Sachkundenachweis erwerben können, sei sehr beliebt. «Die Kinder lernen dabei den Umgang mit Fischen und der Natur», erklärt Schreiber.

Ausser dem Fischen wird die Kameradschaft gepflegt

Zu den Vereinsaktivitäten gehören unter anderem auch ein Plauschfischen mit der Familie, ein Grillabend, ein Frühjahrs- und ein Herbsthöck sowie manchmal eine gemeinsame kleine Reise. Denn nebst dem Fischen werde auch die Kameradschaft gepflegt, sagt der Hobbyfischer. Die Mitglieder des Sportfischervereins tragen aber auch zum Unterhalt des Hauptwiler Weihers bei. So werden beispielsweise vom Boot aus regelmässig die Seerosen bei der Badi gemäht.

Im Hauptwiler Weiher leben mehrere Fischarten: Hechte, Eglis, Karpfen, Rotaugen und Rotfedern sowie Schleien. Zudem gebe es Edelkrebse und Süsswassermuscheln. Seit zwei Jahren werden keine weiteren Fische mehr ausgesetzt. Die Fortpflanzung wird nun gänzlich den Tieren überlassen. Der Fischbestand sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben – die Fangzahlen immer etwa gleich. Gefangene Fische seien ausschliesslich für den Privatgebrauch, sie dürfen nicht verkauft werden. Die Fischfangstatistik wird jeweils Ende Jahr dem Amt für Jagd und Fischerei in Frauenfeld mitgeteilt.

Vom Aussterben bedroht seien besonders Fische, die in Flüssen und Bächen leben – allen voran der schlangenähnliche Aal. Die Ursache für das Fischsterben sei der Klimawandel, denn die Gewässererwärmung setze den Fischen zu. Zudem seien Gewässer zunehmend durch Pestizide und Medikamentenrückstände verunreinigt, was den Fischen ebenfalls schade. Der Pestizid-Einsatz führe auch zum Insektensterben. Fische in der freien Natur ernähren sich hauptsächlich von Insekten – sie schnappen nach Fliegen und Mücken, die nahe an der Wasseroberfläche sind.

Der Fischfang steht nicht im Vordergrund

Für Werner Schreiber steht nicht der Fischfang im Vordergrund. «Es ist die Natur und der Lebensraum Wasser überhaupt, die mich faszinieren.» In der Morgendämmerung erlebe er ganz besondere Momente – dann, wenn die Natur erwacht und seltene Tierarten zu sehen sind. Mit dem Fischen habe er Anfang der 1990er-Jahre begonnen. «Als wir noch in Hauptwil wohnten, hat unser Sohn Luc jeweils das Plauschfischen des Sportfischervereins besucht. Dort hat es mir dann so richtig den Ärmel reingezogen», erinnert sich Werner Schreiber. Durch einen Kollegen sei er dann 2003 dem Sportfischerverein Hauptwil beigetreten.

Obwohl inzwischen schon einige Jahre vergangen sind, teilen Vater und Sohn nach wie vor die Leidenschaft. «Luc wohnt inzwischen auswärts. Doch wenn er nach Hause kommt, gehen wir noch immer zusammen fischen – oftmals am Alten Rhein.» Schreiber verrät, dass er Eglifilets auf dem Teller bevorzugt. «Ich mag zwar alle Fische, aber ich bin heikel. Am liebsten ist mir ein Fisch, den ich selber gefangen habe», sagt er und lacht.