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Ein Vater kämpft am Gericht in Weinfelden um seinen Ruf und die Kinder

Ein Mittelthurgauer Anwalt muss sich vor dem Bezirksgericht wegen Verleumdung und übler Nachrede verantworten. Er bezeichnete einen Mann als psychisch krank, einen anderen als Antisemiten.
Mario Testa
Der Gerichtssaal im Rathaus Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Der Gerichtssaal im Rathaus Weinfelden. (Bild: Mario Testa)

Für den erfahrenen Anwalt war es ein ungewohnter Stuhl, auf dem er am Dienstag sitzen musste. Die Staatsanwaltschaft und zwei Privatkläger werfen ihm mehrfache üble Nachrede und Verleumdung vor. Der 63-Jährige soll einen Mann mehrfach als psychisch krank bezeichnet haben.

In einer Stellungnahme an die Kesb, als es um das Besuchsrecht des Vaters für seine zwei Söhne ging, schrieb der Angeklagte als Rechtsvertreter der Ex-Frau: «Die Geheimniskrämerei um die jahrelange Krankheitssituation lässt die schlimmste Persönlichkeitsstörung vermuten. Er steht in der Pflicht zu erklären, warum sein psychischer Krankheitszustand und seine Wahrnehmungsstörung für das Kindswohl unbedenklich sind.»

Behauptungen ohne Beweise

Beweise, der Vater sei psychisch krank, hatte der Anwalt nicht, wie er vor Gericht einräumt.

«Was ich geschrieben habe, hat gestimmt, auch wenn ich es gar nicht wusste»

sagt der Angeklagte. «Er war krankgeschrieben. Und da er kein körperliches Gebrechen hatte, musste es ein psychisches sein.»

Der Verteidiger des Angeklagten zweifelt die Anklage vor Bezirksgericht grundsätzlich an und spricht von einem Verfahrensfehler. «Auch seine Mandanten hätten angeklagt werden müssen, nicht nur er als deren Anwalt», sagt er.

Unkritisches Sprachrohr seiner Mandantin

Der Anwalt des Vaters führte aus, dass der Angeklagte mit den Aussagen in der Stellungnahme an die Kesb Rufmord an seinem Mandanten begangen habe. «Er wirft ihm vor, eine psychische Krankheit und Wahrnehmungsstörung zu verheimlichen, die so schwerwiegend sind, dass seine eigenen Kinder vor ihm geschützt werden müssten.» Dies stelle eine «erhebliche Ehrverletzung» dar.

«Er hat als unkritisches Sprachrohr seiner Mandantin Öl ins Feuer gegossen, also trifft ihn eine Mitschuld.»

Der Angeklagte muss sich auch wegen eines weiteren Vorwurfs der Verleumdung durch einen zweiten Privatkläger – den er als Antisemiten bezeichnete – sowie einer groben Verletzung der Verkehrsregeln verantworten, weil er innerorts in Weinfelden mit 79 km/h geblitzt wurde. Ein Urteil hat das Dreiergericht unter Vorsitz von Emmanuele Romano noch nicht gefällt. Die Beteiligten verlangen eine schriftliche Urteilsbegründung.

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