«Wir haben keine bessere Lösung gefunden»: Die Primarschulgemeinde Romanshorn quartiert im neuen Schuljahr Kindergärtler in einem Sekundarschulhaus ein

Einzelne Eltern von betroffenen Kindern sind wenig erfreut über die Aussichten. Der Schulpräsident kann ihre Bedenken nachvollziehen. Er hält das Provisorium aber für zumutbar.

Markus Schoch
Drucken
Teilen
Die beiden zum Kindergarten umfunktionierten Schulzimmer sind bereits teilweise eingerichtet.

Die beiden zum Kindergarten umfunktionierten Schulzimmer sind bereits teilweise eingerichtet.

Bild: Markus Schoch (18.6.2020)

So viele Mädchen und Buben hatte die Primarschule Romanshorn schon sehr lange nicht mehr. 130 kommen im neuen Schuljahr in den Kindergarten. Zum Vergleich: Zuletzt waren es 110, vorher jeweils zwischen 80 und 90. Die aussergewöhnliche Situation verlangt von der Primarschulgemeinde aussergewöhnliche Massnahmen. Sie eröffnet im August eine zwölfte Kindergartenklasse in der Sekundarschulanlage Weitenzelg.

Nicht alle betroffenen Eltern sind glücklich darüber, ist in Romanshorn zu hören. Doch der Unmut hält sich offenbar in Grenzen. «Konkret hat sich bis jetzt in dieser Angelegenheit erst eine einzige Mutter an mich gewendet», sagt Primarschulpräsident Hanspeter Heeb. Er könne ihre Bedenken nachvollziehen.

Primarschulpräsident Hanspeter Heeb.

Primarschulpräsident Hanspeter Heeb.

Bild: PD (13.3.2020)
«Wir sind uns vollständig bewusst, dass es keine ideale Lösung für die Kinder ist.»

Sie hätten im Moment aber keine bessere gefunden, sagt Heeb. Und sie sei trotz allem für die Betroffenen durchaus zumutbar.

Die Kindergärtler sind für sich

«Die Kindergärtler und Sekschüler sind räumlich getrennt und kommen nicht in Kontakt miteinander.» Es gebe für die Kleinen einen separaten Eingang, sie hätten einen Stock mit eigenem WC für sich und sie könnten den Spielplatz des Zelgli-Kindergartens als Pausenplatz nutzen. Die Treppe, die sie benützen müssten, sei zwar relativ steil, aber sie bedeute kein Sicherheitsrisiko.

Spielecke mit Haus, Traktor und Kran.

Spielecke mit Haus, Traktor und Kran.

Bild: Markus Schoch (18.6.2020)

Komme hinzu, dass es keine Probleme irgendwelcher Art gegeben habe, als zuletzt die Unterstufenschüler vom Spitz die Räumlichkeiten als Provisorium genutzt hätten. Heeb sagt:

«Wir haben gute Erfahrungen gemacht.»

Auch für die Kindergärtler wird das Sekundarschulhaus nur eine Übergangslösung sein. Spätestens in vier bis fünf Jahren habe die Sekundarschule selber Bedarf für die Zimmer. Die Primarschulgemeinde wird voraussichtlich schon in zwei Jahren für sich selber zusätzlichen Schulraum schaffen, und zwar an der Kamorstrasse im Brüggliareal, wo sie Landreserven hat. Eine der zur Diskussion stehenden Möglichkeiten ist ein Systembau. Die Details will die Behörde an einer Klausurtagung im Juli klären.