Ein Torjäger fürs Playoff: Andri Spiller kehrt zum HC Thurgau zurück

Bis Ende Saison kann der HC Thurgau wieder auf Andri Spiller zählen. Der Stürmer des SC Rapperswil-Jona, der zuletzt an den SC Bern ausgeliehen war, unterbricht seine NLA-Karriere vorübergehend. Was steckt dahinter?

Matthias Hafen
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Rückkehrer Andri Spiller trainierte bereits am Dienstag mit dem HC Thurgau in der Weinfelder Eishalle Güttingersreuti.

Rückkehrer Andri Spiller trainierte bereits am Dienstag mit dem HC Thurgau in der Weinfelder Eishalle Güttingersreuti.

Bild: Matthias Hafen

Nun ist sie doch da, die angekündigte, dann aber verzögerte und schliesslich aufgegebene Verstärkung für den HC Thurgau. Eine Woche später als geplant verkündete der Swiss-League-Club aus Weinfelden am Dienstagmittag die Rückkehr von Andri Spiller. Der 24-jährige Stürmer des NLA-Clubs Rapperswil-Jona schliesst sich für den Rest der Saison auf Leihbasis dem HCT an, bei dem er 2016/17 und vor allem 2017/18 mit durchschnittlich einem Skorerpunkt pro Spiel seine grössten Erfolge feierte.

Spiller, der es seither in Rapperswil nicht geschafft hat, sich in der NLA zu etablieren, wurde in dieser Saison bereits an den SC Bern ausgeliehen. Insgesamt figurierte der Bündner in zehn Partien für Rapperswil und in 19 für Bern auf dem Matchblatt. Wirklich weiter brachte ihn das aber nicht, bekam er doch an beiden Orten kaum Eiszeit.

Das grössere Ass fürs Playoff als Michael Loosli

Der Wechsel zum HC Thurgau soll nun zur Win-win-Situation werden. Spiller kann an der Stätte seiner grössten Erfolge von viel Eiszeit und einer tragenden Rolle ausgehen und so sein ramponiertes Selbstvertrauen wieder stärken. Gleichzeitig bekommt der HCT für seine schwächelnde Offensive grosses Potenzial, war Spiller in der Swiss League doch stets für seinen Torriecher bekannt.

Andri Spiller (links, am 23. Dezember 2019 gegen Zugs Miro Zryd) kam zuletzt in für den SC Bern in der National League zum Einsatz, allerdings nur mit sehr wenig Eiszeit.

Andri Spiller (links, am 23. Dezember 2019 gegen Zugs Miro Zryd) kam zuletzt in für den SC Bern in der National League zum Einsatz, allerdings nur mit sehr wenig Eiszeit.

Claudio Thoma/Freshfocus

Und ganz wichtig: Spiller wird der Mannschaft von Headcoach Stephan Mair auch während des ganzen Playoffs zur Verfügung stehen. Das ist mit dem SC Rapperswil-Jona, wo der Stürmer noch bis 2021 unter Vertrag steht, schriftlich vereinbart. Erst wenn der HCT ausgeschieden ist, kann Rapperswil Spiller zurückholen. Das ist insofern wichtig, weil die Rapperswiler Leihgabe Michael Loosli (und vermutlich auch Frantisek Rehak) das Playoff wohl mit dem abstiegsbedrohten NLA-Club bestreiten wird und ein Wechsel während des Playoffs/Playouts nicht möglich ist. So gesehen ist Andri Spiller für den HC Thurgau eine Verstärkung, die ihre Wirkung im Gegensatz zu einem überzähligen Ersatzausländer auch im Playoff entfalten kann.

Noch keinen einzigen Skorerpunkt diese Saison

Die grosse Herausforderung der zuletzt viermal in Folge sieglosen Thurgauer wird es nun sein, nicht alle Hoffnungen auf mehr Tore in Andri Spiller zu stecken. Der 24-jährige Rückkehrer wartet in dieser Saison noch immer auf seinen ersten Skorerpunkt. HCT-Coach Mair sagt: «Ich erwarte in den ersten drei Spielen gar nichts von ihm, nicht ein einziges Tor.» Spiller werde dem HC Thurgau aber weiterhelfen, ist Mair überzeugt. «Vor allem auch im Powerplay.» Der Zuzug dürfte schon am Mittwoch um 19.45 Uhr im Auswärtsspiel in Winterthur debütieren. Dann kann sich Spiller wieder in dem Schaufenster präsentieren, in dem er entdeckt wurde. So will sich der NLA-Profi nach eigenen Angaben für andere Clubs empfehlen. Das deutet darauf hin, dass er den Vertrag mit Rapperswil Ende Saison auflösen wird. Dass dann der HCT zum Handkuss kommt, ist nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich.

Von 2016 bis 2018 absolvierte Andri Spiller zwei Saisons mit dem HC Thurgau, für den er in insgesamt 104 Spielen 74 Skorerpunkte erzielte (38 Tore, 36 Assists).

Von 2016 bis 2018 absolvierte Andri Spiller zwei Saisons mit dem HC Thurgau, für den er in insgesamt 104 Spielen 74 Skorerpunkte erzielte (38 Tore, 36 Assists).

Mario Gaccioli (Weinfelden, 11. August 2017)

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Matthias Hafen