Ein Tägerwiler verzaubert ganze Partys

Andere gehen in den Ausgang. Daniel Jaag geht zaubern. Seit mehr als 30 Jahren entwickelt er Tricks, feilt an Nummern, und spielt den Unterhalter. Magie ist für den Lehrer mehr als nur ein Hobby.

Martina Eggenberger Lenz
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Daniel Jaag hat in seinem Haus ein Zimmer, wo er seine Zauberutensilien aufbewahrt und seine Tricks übt. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Daniel Jaag hat in seinem Haus ein Zimmer, wo er seine Zauberutensilien aufbewahrt und seine Tricks übt. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Wer hatte als Kind keinen? Einen Zauberkasten mit bunten Kügelchen, gezinkten Jasskarten und doppelbodigen Bechern? Daniel Jaag wollte als Bub auch einen. Aber nicht die 0815-Version, nein, es sollte gleich der Deluxe-Kasten sein. Zu Weihnachten bekam er einen. Der ältere Cousin musste ihm anfangs bei den Tricks noch etwas helfen. Es gab eine erste Show in der elterlichen Stube. Die Leidenschaft für die Magie wurde damals bei ihm entfacht. Und sie blieb Daniel Jaag bis heute erhalten.

Als Teenager entschied sich der Zuger, in Zürich die Zauberschule zu besuchen, immer samstags, neben der Ausbildung zum Lehrer. «Dort lernte ich meine ersten Profitricks», erinnert sich Jaag zurück. Das Hobby wurde intensiviert. Der junge Zauberer fing an, die gängigen Tricks zu individualisieren, selber neue zu entwickeln. «Heute gibt es eigentlich keinen Trick, den ich nicht kenne. Mich kann man leider nicht mehr verzaubern.»

Er nimmt die Leute gern aufs Korn

Daniel Jaag versteht sich als Partyzauberer. Er wird für Geburtstage und Jubiläen gebucht. «Eigentlich bin ich ein Unterhalter.» Seine Spezialitäten sind Zaubertricks am Tisch, sogenannte Close-up-Zauberei. Der Kontakt zum Publikum sei ihm sehr wichtig. Er wolle dieses zum Lachen und Staunen bringen. «Die Show muss lustig sein. Ich liebe Situationskomik und nehme auch gerne Leute aufs Korn», erklärt der Tägerwiler.

Kinder sind Kritiker und Testpersonen

Er hat fast jedes Wochenende ein Engagement und tritt in der ganzen Ostschweiz auf. Die Familie unterstützt ihn dabei. Gattin Nadja macht das Management. Die drei Kinder helfen beim Üben mit und sind wichtige Kritiker. Das zeige sich jeweils auch in der Schule. Im «Seetal» Kreuzlingen, wo Daniel Jaag seit vielen Jahren Mittelstufenlehrer ist, gibt es für die Schüler immer freitags einen Zaubertrick. «Wenn ein Trick dort funktioniert, weiss ich, dass ich ihn auch bei Erwachsenen bringen kann», sagt der Zauberer.

Lampenfieber kennt der Hobby-Magier nicht. Er liebt es, seine Shows zu machen. «Das ist für mich ein bisschen wie Ausgang. Mit dem Unterschied, dass ich noch etwas Geld mit nach Hause bringe», sagt er schmunzelnd. Jaag gibt sein Wissen auch gerne an Workshops weiter. Bei allem Erfolg: Ganz auf die Zauberei wollte der Familienvater nie setzen. «Ich geniesse die Freiheiten, die ich heute als Nicht-Profi habe.»

Drei Fragen an Daniel Jaag

Wen finden Sie am lustigsten?
«Ich mag das Cabaret Divertimento und Michel Gammenthaler sehr gerne. Letzterer kommt ja wie ich aus dem Zauberbereich. Er hat aber auch einen super Humor.»

Worüber haben Sie zum letzten Mal so richtig herzhaft lachen müssen?
Ich lache viel über Sachen, die andere vielleicht gar nicht so lustig finden. Da kann ich auch einen regelrechten Lachanfall bekommen. Kürzlich in einem Restaurant zum Beispiel. Man servierte uns das Essen und die Kollegin meinte: Das sieht aber übersichtlich aus. Die Portionen waren so klein!»

Wieso hat man Sie zuletzt ausgelacht?
«Hm, daran mag ich mich jetzt gar nicht mehr erinnern ... Ah genau: Ich mache unter anderem Tricks, bei denen ich vorgebe, dass sie nicht gelingen oder wenig spektakulär sind. Erst später kommt die eigentliche Pointe. Da wird schon über mich gelacht.»