Ein Streifzug durch die Stadtgeschichte: Das gibt es in Amriswil alles zu entdecken

Die Stadtführung in Amriswil nimmt die Besucher mit auf eine spannende Zeitreise.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Drucken
Teilen
Stadtführer Reto Candio hinter dem Brunnen mit dem Bronze-Knaben beim Ziegeleiweiher.

Stadtführer Reto Candio hinter dem Brunnen mit dem Bronze-Knaben beim Ziegeleiweiher.

Bild: yal

Warum gab es in Amriswil einst zwei Stickereifachschulen? Woher kommt der Name Ziegeleiweiher? Und wo wurde eine 3000 Jahre alte bronzene Lanzenspitze gefunden? Dies und noch viel mehr Wissenswertes gab es an der Stadtführung durch das Unterdorf in Amriswil zu erfahren. Fachkundig führte Ortsmuseums- und Stadtführer Reto Candio die 28 Anwesenden am Samstagvormittag durch eine historische Zeitreise.

Ausgangspunkt der fünfundsiebzigminütigen Tour war beim Bahnhof Amriswil. Reto Candio erzählte von den Anfängen des Güterschuppens im Jahr 1855, wo die Billettausgabe stattfand, weil es damals noch kein Stationsgebäude gab. Weiter ging es zum Schulhaus an der Nordstrasse 22. «Um 1900 war Amriswil eines der grössten Stickereizentren der Schweiz – mit unzähligen, kleinen Stickerei- betrieben. Deshalb errichteten die Firmeninhaber zwei Stickereifachschulen. Eine für Schifflisticker im alten Schulhaus Nordstrasse – und eine erste zuvor für Handsticker an der Romanshornerstrasse», sagte der Stadtführer.

Das «Weiherhüsli» wurde in die ganze Welt versendet

Unter anderem gab es anschliessend einen Halt beim Ziegeleiweiher. Dieser Weiher entstand, nachdem dort für die damalige Ziegelei Opprecht (1873-1900) Lehm abgebaut wurde. Gleich nebenan am nördlichen Ufer befindet sich das Fachwerkhaus «Weiherhüsli». Dieses war jahrzehntelang ein bekanntes Amriswiler Ansichtskarten-Sujet.

Um 1900 hatte jemand in der Nähe eine 3000 Jahre alte bronzene Lanzenspitze gefunden. Das Exponat wird im Landesmuseum in Zürich aufbewahrt – unbekannt ist, wem diese Lanzenspitze einst gehörte.

Eine weltbekannte Stickereifirma

Vorbei ging es an weiteren geschichtsträchtigen Häusern zur Unterführung Bahnhofstrasse. Vor fünf Jahren konnte hier die Unterführung eingeweiht werden, es ist die zweite in Amriswil. Reto Candio erzählte zudem von der Cartonagefabrik Günther & Traber, die im heutigen Kulturforum untergebracht war. Auch die Ausführungen über die ehemals weltbekannte Stickereifirma William Meyer & Cie. an der Alpenstrasse sorgten für ein Aha-Erlebnis.

Mehr zum Thema