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Ein schillernder Lehrer, den man Aachtal-Goethe nannte

Im Ortsmuseum sprach Armin Fehr über den einstigen Oberaacher Lehrer August Keller. Der unter dem Namen «Aachtal-Goethe» bekannte Schulmeister schrieb das Volkslied «Thurgi, du mis Heimatländli».
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Nelly und Armin Fehr in der Erzählstunde im Ortsmuseum Amriswil. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Nelly und Armin Fehr in der Erzählstunde im Ortsmuseum Amriswil. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Musikalisch ging es zu und her in der sonntäglichen Erzählstunde im Ortsmuseum. Und bestimmt schwelgte der eine oder andere Museumsbesucher in Kindheitserinnerungen. Denn wie dazumal in der Schule wurde gemeinsam gesungen – «Thurgi, du mis Heimatländli», dessen Text vom ehemaligen Oberaacher Lehrer August Keller stammt.

Zahlreiche Besucher lauschten den Worten des Gasterzählers Armin Fehr. Der ehemalige Lehrer Armin Fehr, Sohn der einstigen Niederaacher Näherin und Textil-Künstlerin Lina Fehr-Spühler, wusste viel über den Dorfschulmeister und Poeten August Keller zu berichten.

Schon die erste Schulklasse habe sein Vater in Oberaach beim Lehrer August Keller besucht. «Und meine Tanten und Onkel gingen ebenfalls zu ihm in die Schule», erzählte Armin Fehr. Sein Vater habe auch später noch guten Kontakt zu August Keller gepflegt. Im Erwachsenenalter sei er oft mit ihm wandern gegangen. In schönster Erinnerung sei seinem Vater die gemeinsame Reise auf die Schynige Platte geblieben. «Von diesem Ausflug ins Berner Oberland hat er immer wieder erzählt.» August Keller war viel mit dem Velo unterwegs, im Mund jeweils eine Brissago-Zigarre. In seiner Freizeit schrieb er zahlreiche Gedichte und Verse. Diese erzählen von der heilen Welt – von schönen Oberthurgauer Ortschaften, aber auch vom «Mostindien-Kanton» selber.

Premiere im Ortsmuseum

Eine eigentliche Premiere gab es dann im Amriswiler Ortsmuseum: Zum ersten Mal wurde an einem Museumssonntag gesungen – «Thurgi, du mis Heimatländli» von August Keller. Begleitet hatte Nelly Fehr mit der Blockflöte. Das Thurgi-Lied wurde vertont vom Deutschen Musiker Wilhelm Decker, der über 40 Jahre Musikdirektor am Lehrerseminar in Kreuzlingen war. «Thurgi, du mis Heimatländli» wurde über Jahre in den Thurgauer Schulen gesungen und heute noch von Gesangsvereinen.

Das Leben des Aachtal-Goethe

August Keller wurde am 16. Juli 1868 in Niederaach geboren. Sein Vater war als Küfer tätig. Nach seiner Schulzeit auf dem Sonnenberg in Hefenhofen und im Seminar Kreuzlingen, kam August Keller im Jahre 1887 mit 21 Jahren an die Gesamtschule in Oberaach. Dort wirkte er bis zu seiner Pensionierung als Lehrer. In der Ortsgemeinde Oberaach diente er als Gemeindeschreiber, später war er Mitglied der Ortskommission. Auch gehörte er zu den Gründern der Schützengesellschaft und des Männerchors, dessen erster Dirigent er war. August Keller wurde als Poet unter Namen «Aachtal-Goethe» bekannt. Verschiedene Gedichte und Verse hatte er geschrieben und im Büchlein «Mit Sang und Klang die Welt entlang» veröffentlicht. Vertont wurde ein Teil dieser Sammlung vom Deutschen Musiker Wilhelm Decker. Seinen Lebensabend verbrachte August Keller schliesslich in Amriswil, wo er am 20. Februar 1950 verstarb. (yal)

Unter den Zuhörern war auch Beat Oswald, Archivar des Thurgauer Staatsarchivs Frauenfeld. Er erzählte, dass sein Grossvater zu August Keller in die Schule ging. Sein Grossvater musste damals das Gedicht «David und Goliath» auswendig lernen. Der Archivar würde sich freuen, wenn sich dieses Werk von Keller noch irgendwo auftreiben liesse. Ausserdem sucht er die Noten zum Oberaacher-Lied, das Keller anlässlich der Schulhauseinweihung 1913 geschrieben hatte.

Abschliessend bedankte sich Ortsmuseumspräsident Eugen Fahrni mit einem Glas Honig bei Ehepaar Nelly und Armin Fehr. «Honig – damit Ihr gesund bleibt», sagte er.

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