Ein Quintett, dass auch die Comedian Harmonists sein könnte, bringt ein Stück Berlin nach Weinfelden

Am Freitagabend gastierten David Lang, Simon Savoy, Reto Hofstetter, Chasper Mani und Jean-Pierre Dix, als «Männergesang» im Rathaus.

Monika Wick
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Komödiantisches Talent verbunden mit gesanglicher Harmonie: Die fünf Mitglieder von Männergesang. Bild: Monika Wick

Komödiantisches Talent verbunden mit gesanglicher Harmonie: Die fünf Mitglieder von Männergesang. Bild: Monika Wick

(Bild: Monika Wick)
«Kennen Sie die Comedian Harmonists?»

Diese Frage prangt auf dem Programm des Konzerts, zu dem das Quintett Männergesang eingeladen hat. Für alle Zuhörer, welche die Frage mit «Nein» oder «Nur ihre grössten Hits» beantworten können, entpuppt sich der Abend als überraschend und lehrreich.

Eingebettet in die grössten Hits der Comedian Harmonists wie «Wochenend und Sonnenschein», «Veronika, der Lenz ist da» oder «Mein kleiner grüner Kaktus», erzählt der Männerchor die Geschichte des Berliner Volksensembles. Komponiert und getextet wurden die Zwischengeschichten von David Lang, der mit Simon Savoy, Reto Hofstetter, Chasper Mani und Jean-Pierre Dix den Männergesang bildet.

Grossartige Stimmen und kluge Texte

Der Begriff Comedian Harmonists hätte auch zum Männergesang gepasst, denn der Chor vereinigt komödiantisches Talent und gesangliche Harmonie genauso wie ihr grosses Vorbild. Dazu kommen die grossartigen Stimmen des Quintetts, die verschiedene Stimmlagen abdecken. «Goldig isch nöd alles gsii! De Schii hätt trügt, vill Lüüt händ nüt, d’ Medaille chehrt sich im Sekundetakt», beschreibt die 1920er- und 1930er-1930er-Jahre, in denen die Comedian Harmonists im In- und Ausland grosse Erfolge feierten.

Viele Texte aus David Langs Feder sind lustig und melancholisch zugleich. Auch an Kritik mangelt es nicht in seinen Werken. Mit «Berlin! Berlin! So schnäll isch Gold zu Ise worde, Ruhm zu Bruun, Glaube zum Verhängnis, d’ Wält zumme Gfängnis», beschreibt er die Zeit, als «nichtarischen» Musikern ein Berufsverbot auferlegt wurde.

Den rund 30 Zuhörern, die sich im Rathaus eingefunden haben, gefällt das Gehörte und sie verlangen nach Zugaben. David Lang bedankt sich:

«Schön, dass Sie mit uns ein Stück Kultur geniessen in dieser schweren Zeit.»

«Diese Art von Musik und die wunderbaren Stimmen begeistern mich gleichermassen wie der hinter- und vordergründige Humor», sagt eine Zuhörerin. «Besonders begeistert hat mich, dass die Sopranstimme von einem Mann gesungen wurde. Das war sehr speziell und authentisch.»

Weitere Konzerte: 29.10., 19.30, Kirche Burg, Stein am Rhein; 30.10., 19.30, Kirche St. Johann, Frauenfeld; 31.10., 17.00, Reformierte Kirche, Seuzach. Reservationen: www.davidlang.ch