Ein Notausgang für 400'000 Franken: Das Kreuzlinger Sport- und Kulturzentrum Dreispitz braucht eine zusätzliche Fluchttreppe

Die Turnhalle benötigt einen weiteren Notausgang, wie eine Überprüfung der Brandschutz-Vorschriften ergab.

Urs Brüschweiler
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Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter bei der Stadt Kreuzlingen, zeigt, wo der neue Notausgang für die Turnhalle hinkommen wird. (Bild: Urs Brüschweiler

Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter bei der Stadt Kreuzlingen, zeigt, wo der neue Notausgang für die Turnhalle hinkommen wird. (Bild: Urs Brüschweiler

Eine Zahl sorgt für rote Köpfe. Dies obwohl sie sich seit zehn Jahren nicht verändert hat. Für 540 Personen sind die Turnhalle und die Zuschauertribüne im Untergeschoss des Sport- und Kulturzentrums Dreispitz zugelassen. So stand es damals in der Baubewilligung. «Doch die Besucherzahl an Grossanlässen übersteigt diese Zahl oft bei weitem», erklärt Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter Gesellschaft bei der Stadt Kreuzlingen.

Dieser kürzlich festgestellte Umstand hat teure Folgen: «Um den Betrieb des Dreispitz im bisherigen Umfang weiterführen zu können, müssen die Mängel umgehend behoben werden.» So steht es in der Mitteilung der Stadt Kreuzlingen. Am Montag wird deshalb mit dem Einbau einer zusätzlichen Fluchttreppe begonnen, ein aufwendiger und massiver Eingriff.

Der bauliche Eingriff kostet 400000 Franken

Oben an der Tribüne, wo einst der Fahnenkasten der Vereine hing, wird ein 3.30 Meter breiter und 2.50 Meter hoher Durchgang in die Betonwand geschnitten und eine Tür eingebaut. Dahinter führt künftig eine Fluchttreppe nach oben zur Fassade an der Pestalozzistrasse. Bis im November sollen die Bauarbeiten andauern, die Pestalozzistrasse muss dafür einseitig gesperrt werden. Satte 400000 Franken kostet diese Massnahme. Die Stadt und die Sekundarschule, welche gemeinsam Eigentümerinnen der Halle sind, teilen sich den Betrag hälftig. Beide Behörden mussten dazu an die Grenze ihrer Finanzkompetenz gehen.

An dieser Stelle führt die neue Fluchttreppe ins Freie. (Bild: Urs Brüschweiler)

An dieser Stelle führt die neue Fluchttreppe ins Freie. (Bild: Urs Brüschweiler)

Ruedi Wolfender erklärt, wie es zu der verzwickten Situation kommen konnte. Es habe damit angefangen, dass die Feuerwehr bei ihren Saalwachen anmahnte, dass das Foyer als Teil eines Fluchtwegs gelte. Deswegen dürften dort bei Veranstaltungen keine Aufbauten oder sonstige Hindernisse stehen. Dieses Problem will die Stadt nun im kommenden Jahr beheben, indem die Glaswand nach dem Haupteingang um wenige Meter auf die andere Seite des Bühneneingangs verschoben wird. Ebenfalls soll dann gleich eine Evakuationsanlage, sprich einige zusätzliche Lautsprecher, installiert werden.

Das gesamte Gebäude musste überprüft werden

«Wir wollten dann das Brandschutzkonzept des Dreispitz entsprechend anpassen und absegnen lassen», erzählt Wolfender. Doch das kantonale Feuerschutzamt verlangt bei einer Änderung, dass das gesamte Gebäude überprüft wird. Und bei dieser Überprüfung kamen Mängel bei der Entfluchtung der Turnhalle ans Tageslicht.

Allein 500 Personen passen auf die Tribüne

Das Problem in der Dreispitz-Turnhalle ist, dass die Personen, die sich im Sportbereich aufhalten und jene auf der Zuschauerebene zusammen die Entfluchtung über die beiden Treppenhäuser nutzen. Ausgehend von den schmalsten Stellen der beiden Treppenhäuser wären dann 540 Personen im ganzen Untergeschoss (Halle und Tribüne) zugelassen gewesen. Auf der ausgefahrenen Tribüne alleine finden aber rund 500 Personen Platz.

«Wir haben diese Situation bislang nicht präsent gehabt. Jetzt haben wir die Chance, das Problem zu beseitigen.»

sagt Wolfender. Mit der neuen Fluchttreppe wäre dies dann kein Problem mehr, insgesamt 880 Menschen dürfen sich dann im gesamten Hallenbereich aufhalten.