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Nachruf auf Peter Ebnöther aus Kradolf: Ein Mann der guten Taten

Im Gedenken an Peter Ebnöther (1933-2018).
Hans Ruedi Fischer
Peter Ebnöther (1933-2018) (Bild: PD)

Peter Ebnöther (1933-2018) (Bild: PD)

Eine grosse Trauergemeinde hat auf dem Friedhof und in der katholischen Kirche Sulgen vom Ur-Kradolfer Peter Ebnöther-Sandonà Abschied genommen. Domherr Theo Scherrer bezeichnete den Heimgegangenen zu Recht als «Mann der guten Taten», hat er für Familie und Öffentlichkeit viele gute Dienste geleistet.

Im Sommer 1933 in Kradolf geboren, hielt er seinem «Chraalef» seiner Lebtage die Treue. Zusammen mit seinen älteren Schwestern Luise und Margrit wuchs Peter in kargen Verhältnissen auf. Vater Kaspar Ebnöther war jahrelang ans Krankenlager gebunden; alle Mühen lasteten auf den Schultern von Mutter Luise, die in der Seidenweberei Schönenberg arbeitete. Nach der Schulzeit trat «Piero» – so sein Rufname im Freundeskreis – bei Buchdrucker Albert Boretti im Gasthaus Krone in die vierjährige Schriftsetzerlehre. Der tanzbegeisterte Peter lernte später unter demselben Dach Elena Sandonà aus dem Trentino kennen. Im Frühjahr 1957 gründeten die beiden ihre eigene Familie, zu der Tochter Gabriella, die Söhne Daniel und Fabio mit ihren Ehepartnern und fünf Enkelkinder Melissa, Corina, Christopher, Simon und Michelle zählen, die alle um ihren geliebten Nonno trauern.

Nach Aufenthalten in Buchs im Rheintal und an der Maschinensetzer-Fachschule in Luzern liess sich Peter Ebnöther von seinem vormaligen Lehrmeister dazu bewegen, in seine «Lehrbude» zurückzukehren. Der «ehrsame Jünger Gutenbergs» wusste als Allein-Setzer bei der Firma Boretti-Druck junge Schwarzkünstler für seinen Beruf zu begeistern. Der Schreiber dieser Zeilen hatte die Freude von ihm durch seine vierjährige Lehrzeit als Typograf begleitet und gefördert zu werden. Seit der «Stifti» vor sechs Jahrzehnten wuchs eine wunderbare Freundschaft, zumal sich die beruflichen Wege immer wieder kreuzten. Mitte der siebziger Jahre, zu Zeiten des technologischen Umbruchs, geriet das Thurgauer Druckerei- und Verlagsgewerbe in Bewegung: Auch Peter Ebnöther war davon betroffen: Er arbeitete in der Druckerei Müllheim, bei Bircher & Schiess in Sulgen und im Haus Huber & Cie. in Frauenfeld. Seine Berufslaufbahn beendete er bei der Erni-Druck AG in Bischofszell, die zur grossen Freude des Vaters seit 2001 von seinen Söhnen Daniel und Fabio und einem Mitarbeiter als Artis-Druck AG in Eigenregie erfolgreich weitergeführt wird.

Seiner christdemokratischen Auffassung gehorchend, arbeitete Peter Ebnöther in der Katholischen Kirchenverwaltung Sulgen, in der Ortsbehörde Kradolf, im Gemeinderat der vormaligen Munizipalgemeinde Sulgen und in der Sekundarschulvorsteherschaft Sulgen-Kradolf-Schönenberg mit. Grosses Engagement legte er in der Fürsorgekommission, die er während fast 20 Jahren präsidierte, an den Tag.

In seiner kargen Freizeit hielt sich Piero gern als geduldiger Angler am Thurufer auf. Lokale Berühmtheit erlangte er als Schauspieler und später als Regisseur bei den alljährlichen Theateraufführungen der Katholischen Jungmannschaft Sulgen im «Helvetia»-Saal. Auch das runde Leder vermochte ihn zu begeistern; er engagierte sich für den FCKS auf dem Rasen und als Chronist und blieb am Sonntagsstamm der «Tschutter» ein gern gesehener Gast. Jahr für Jahr reiste Familie Ebnöther nach Strigno, Heimatort von Elena in der Provinz Trento und unter dem Jahr ermöglichte der Circolo Trentino Amriswil, dessen Clubsekretär Peter war, die Italianità zu pflegen.

Bei einem Sturz vor Weihnachten 2016 verletzte sich Peter Ebnöther so schwer, dass er ins Tertianum Rosengarten in Kradolf wechseln musste. Sein geliebtes Eigenheim an der Bahnhofstrasse konnte er nur noch zu sonntäglichen Mittagessen besuchen. Am 17. Februar schloss sich Peter Ebnöthers Lebenskreis.

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