Summerdays-Festival Arbon: Für Chef Cyrill Stadler sind die Details wichtig

Er braucht das Adrenalin und die Herausforderung: Cyrill Stadler ist der Kopf des Summerdays-Festivals, das morgen los geht. Den Perfektionisten bringen selbst Wetterprognosen nicht aus der Fassung.

Max Eichenberger
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Festival-Chef Cyrill Stadler: «Wir wollen den Besuchern Komfort bieten.» (Bild: Max Eichenberger)

Festival-Chef Cyrill Stadler: «Wir wollen den Besuchern Komfort bieten.» (Bild: Max Eichenberger)

Die Anspannung ist zwar da, aber eine positive, weil seine Vorfreude gross ist. Cyrill Stadler, der Chef des Summerdays Festivals, ist längst ein Routinier im Geschäft. Vor zehn Jahren hat der frühere Bauhelfer den Event von Jonschwil an den Bodensee gebracht und die Summerdays zur Marke gemacht. «Auch wenn der Level hoch ist, kann man immer noch besser werden», sagt Stadler. Höchstmögliche Perfektion, das ist sein Anspruch.

«Der Komfort und die Atmosphäre, die wir bieten, spielt uns gute Karten in die Hand, um uns im gesättigten Festivalmarkt zu behaupten.» Es brauche eben mehr als ein zugkräftiges Programm, sieht sich Stadler durch den Erfolg bestätigt: Ein Festival müsse eine «Wohlfühloase» sein. Die Festivalstadt sei auf anspruchsvolle Besucher ausgerichtet, die Komfort, eine gute Verpflegung und kurze Wartezeiten zu schätzen wissen.

«Gerade auch die Details sind wichtig»

Die Infrastruktur ist ein grosser Kostenblock. Der Aufwand zahle sich aber aus: «Vom Gesamtertrag, den wir erwirtschaften müssen, macht der Food-/Beverage-Bereich stattliche 25 Prozent aus.» Nicht primär beabsichtigt, aber zumindest indirekt trage das bewährte Cashless-System zum Mehrumsatz bei: «Man ist schneller an den Ständen und wird nicht abgeschreckt durch längere Warteschlagen.»

Die Tage von Cyrill Stadler sind lang. Er ist pausenlos auf Achse. Gestern hat er sich erst um 2 Uhr schlafen legen können. Am Morgen inspiziert er das Gelände am See. Ständig klingelt das Handy. Letzte Entscheide trifft der Chef. Immer wieder sieht Stadler eine alte Binsenwahrheit bestätigt: «Gerade auch die Details sind wichtig und können entscheidend sein für den Erfolg.» Die Nagelprobe steht an. «Während 351 Tagen im Jahr sind wir eine reine Marketingorganisation. Wir ‹produzieren› nur wenige Tage», sagt der CEO. Bald fährt Stadlers Zug nach Spiez. Beim Schwesterfestival «Seaside» am Thunersee, wo das Summerdays-Programm seit 2017 gespiegelt wird, sind Besprechungen anberaumt. Am Abend will er wieder zurück sein. «Unsere Zwillinge gehen im Seegarten zur Schule. Und um 19 Uhr ist Elternabend.»

Seit das Hotel Metropol geschlossen ist, sei es immer schwieriger geworden, Techniker und Crews unterzubringen. Darum hat die Festivalorganisation beim Hafen eigene befristete Unterkünfte erstellt. Insgesamt hat sie 900 Leute im Einsatz stehen. Als Alternative zum Camping können Besucher neu das «Glamping»-Angebot nutzen und im Seepark («Ufschütti») in Holzhütten nächtigen.

Dass der lange Sommer ausgerechnet am Freitag und Samstag eine Pause einlegen wird, mag man den Prognosen glauben, bringt Stadler nicht aus der Fassung. «Wir sind nun mal ein Openair, können aber den Aufenthalt bei jedem Wetter erlebnisreich gestalten und die Zahl der überdachten Plätze erhöhen.» Zudem verheisst der eigene Wetterdienst eine geringere Regenwahrscheinlichkeit.

Auf Tuchfühlung Mit den Künstlern

Unbeeindruckt freut sich Cyril Stadler schon deshalb auf den Auftritt von Van Morrison morgen Freitag, weil ihn die Musik des Iren fast seit Kindsbeinen begleitet. Als junger Helfer habe er Morrison 1992 am St. Galler Openair erlebt.

Gut dreissig Personen kümmern sich um das Wohl der Künstler und deren Entourage. Sie sind mit ihnen auf Tuchfühlung, chauffieren sie vom Hotel im Grossraum Zürich nach Arbon und zurück und anderntags nach Spiez. Im Seeparksaal, wo sie von einem Betreuerteam abgeschirmt werden, stehen Garderobenräume und ein Buffet zur Verfügung. Auf Screens können sie live das Geschehen auf der Bühne mitverfolgen. «Und sich darauf einstellen, was sie erwartet: Eine wunderbare Stimmung und eine super Kulisse mit dem See.»

Es gibt noch Tickets

Die Kapazität auf dem Festivalgelände bleibt auf 12000 Besucher begrenzt. Wer schnell ist, bekommt noch Tickets für den Freitag. Am Samstag braucht es für einen Einlass hingegen schon etwas mehr Glück.
Alle Infos findet man unter: www.summerdays.ch