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Die Schweiz verliert ihre älteste Politikerin: Die Arbonerin Marlies Näf-Hofmann ist gestorben

Marlies Näf-Hofmann verstarb in der Nacht auf den Mittwoch im Alter von 91 Jahren. Die Schweiz verliert ihre älteste Politikerin und eine unermüdliche Kämpferin für Palliative Care.
Valentina Thurnherr
Marlies Näf-Hofmann war die älteste aktive Politikerin der Schweiz. (Bild: Archiv/Andrea Stalder (25.7.2017))

Marlies Näf-Hofmann war die älteste aktive Politikerin der Schweiz. (Bild: Archiv/Andrea Stalder (25.7.2017))

Bis zuletzt engagierte sich Marlies Näf-Hofmann in der Politik. Sie verstarb in der Nacht auf Mittwoch, nachdem sie am Abend zuvor noch an der Fraktionssitzung der CVP/EVP im Stadtparlament teilgenommen hatte. Die Juristin setzte sich jahrelang für die Palliativpflege und gegen die Sterbehilfe ein. In diesem Bereich verbuchte sie im Jahr 2009 ihren grössten Erfolg, als der Rechtsanspruch auf Palliativpflege ins Gesundheitsgesetz des Kantons Thurgau aufgenommen wurde. Zusammen mit ihrem Sohn Andreas publizierte sie 2011 das Buch «Palliative Care – Ethik und Recht».

Sie musste aber auch mit Niederlagen leben, die ihr weh taten. Im August 2014 reichte Näf-Hofmann in Arbon mit anderen zusammen eine Volksinitiative ein, in der sie genügend Tagesstätten für Demenzkranke sowie Beratungsstellen für deren Angehörige forderte. Obwohl das Volk 2016 Nein dazu sagte, gab sie nicht auf. Näf-Hofmann hielt regelmässig Vorträge zu ihrer Arbeit für die Demenzkranken.

Im Stadtparlament nahm sie sich auch der kleinen Sorgen und Nöte älterer Menschen an. Der neue Bushof befinde sich zwar nahe beim Bahnhof, doch wegen der Unterführung seien die Anschlüsse für ältere oder gehbehinderte Personen nicht rechtzeitig erreichbar, kritisierte Näf-Hofmann im Frühling.

Erste hauptamtliche Berufsrichterin

Das Jurastudium finanzierte sie sich, indem sie als Journalistin für den «Bund» arbeitete. Nur ein Jahr nachdem 1971 das Frauenstimmrecht eingeführt worden war, wurde Näf zur ersten hauptamtlichen Berufsrichterin am Bezirksgericht Zürich berufen. Damals noch als Mitglied der Schweizerischen Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB), eines Vorläufers der SVP. Mit 90 war sie immer noch beratend tätig, hauptsächlich in Erbangelegenheiten und bei Vorsorgeaufträgen. Näf-Hofmann setzte sich auch gegen die Aushöhlung des Rechtsstaates und gegen die von ihr als ungerecht empfundene Eigenmietwert-Besteuerung ein.

Näf-Hofmann engagierte sich lange ohne politisches Mandat. Erst Jahre nachdem sie von ihrer Stelle im Bezirksgericht zurückgetreten war, wurde sie für die SVP im Jahr 1992 in den Grossen Rat des Kantons Thurgau gewählt, wo sie 20 Jahre sass. Nachdem sie 2012 die Wiederwahl verpasst hatte, brach sie mit der Partei und trat aus. Mit ihren politischen Themen und Schwerpunkten habe sie sich in der SVP schon länger nicht mehr wohlgefühlt. Eine neue politische Heimat fand sie für kurze Zeit in den Reihen der GLP, die sie aber bereits 2013 wieder verliess.

Als Parteilose kandidierte Näf-Hofmann schliesslich 2015 fürs Stadtparlament auf der Liste der CVP. Der Partei trat sie aber erst bei, als sie Mitte 2017 für den zurückgetretenen Philipp Hofer nachrückte und zur ältesten Politikerin der Schweiz wurde. Das ganze Land begann, sich für sie zu interessieren. Der Blick porträtierte sie ebenso wie das Schweizer Fernsehen.

Sie fühlte sich nie zu alt

Für Näf-Hofmann war ihr Alter nur eine Zahl. «Ich fühle mich immer noch fit, um auch im Parlament noch etwas zu bewirken. Ich bin 90 Jahre alt, aber ich fühle mich momentan nicht älter als 70», sagte sie kurz nach ihrem Eintritt ins Stadtparlament. Sie achtete sehr auf eine gesunde Ernährung und ging regelmässig ins Fitness. Auf die Frage, wie der Filmtitel ihres Lebens lautet, sagte sie: «Engagement für den Schutz des menschlichen Lebens – vom Anfang bis zum Ende.»

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