Ein «Kreuzlinger Bub», ein «Freigeist» oder ein «Kind der DDR»: Die Kreuzlinger haben eine überzeugende Auswahl für die Schulbehörde

Mechthild Täschler, Martin Lorenz und Andreas Schreiber möchten am 27. September in die Primarschulbehörde berufen werden. Sie trafen sich am Donnerstag am Podium.

Urs Brüschweiler
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Mechthild Täschler, Martin Lorenz und Andreas Schreiber im Podiumsgespräch mit Patrick Eich.

Mechthild Täschler, Martin Lorenz und Andreas Schreiber im Podiumsgespräch mit Patrick Eich.

(Bild: Andrea Stalder)

Ein «Kreuzlinger Bub», ein «Freigeist» und ein «Kind der DDR»: Andreas Schreiber, Martin Lorenz und Mechthild Täschler schlugen sich ausgezeichnet am Podiumsgespräch vom Donnerstag. Die Schule Kreuzlingen hatte Moderator Patrick Eich beauftragt, den Kandidaten für die Ersatzwahl in die Primarschulbehörde am 27. September auf den Zahn zu fühlen.

Das Publikum setzte sich zwar fast ausnahmslos aus der Schule nahestehenden Personen und Vertretern der Parteien zusammen, dennoch ging es für die Kandidatin und die Kandidaten darum, sich in eine gute Ausgangslage für den Volksentscheid zu bringen.

Eine Kandidatin mit klaren Ideen und Vorschlägen

Mechthild Täschlerparteilose Kandidatin.

Mechthild Täschler
parteilose Kandidatin.

(Bild: Andrea Stalder)

Aufgewachsen in der DDR sei sie heute Parteien gegenüber generell kritisch eingestellt und deshalb unabhängig, betont Mechthild Täschler. Selber verortete sie sich aber Links-Grün. Sie kenne das deutsche Schulsystem gut und wünsche sich auch hier künftig eine erweiterte Eltern- und Schülerbeteiligung. «Wenn man als Eltern andere Erziehungsberechtigte als Ansprechpersonen hat, braucht es weniger Mut, als mit einem Anliegen direkt zur Lehrperson zu gehen.» Und so sei es auch auf der Schülerebene mit Klassenvertretern. «Das Verstehen der Demokratie beginnt so schon bei den Kindern.» Die Betriebsökonomin sieht ihre Rolle als Bindeglied insbesondere für die vielen Einwohner ohne den roten Pass zur Schulbehörde. Ein kleineres Anliegen: «Auf jedem Schulhof sollten eine Biotonne und ein Kuh-Bag stehen.»

«Natürlich kann ich
£auch Kritik annehmen.
Ich finde, Kritik ist wichtiger als Lob
für die Weiterentwicklung.»

«Transparenz ist das Wichtigste»

Martin LorenzKandidat Freie Liste.

Martin Lorenz
Kandidat Freie Liste.

(Bild: Andrea Stalder)

Martin Lorenz ist Kandidat der Freien Liste, «ein Grüppchen von Freigeistern», wie er sie nannte. «Ich schätze es, dass es keine Parteidoktrin gibt.» Er sieht seine Fähigkeiten in der strategischen Planung als grössten Pluspunkt für sich. Der Aufwand für das Amt liege bei ihm drin, auch wenn sich seine Frau wohl nicht freuen werde über die vielen Sitzungen. Angesprochen auf die Bestrebungen der Freien Liste zu einer Einheitsgemeinde meinte Lorenz: «Ich bin da offen. Transparenz ist das Wichtigste.» Wenn diese gewährleistet sei, könne die Schulgemeinde auch selbstständig bleiben. Diesbezüglich habe sich in den letzten Jahren vieles verbessert. Müsste der Rotstift angesetzt werden, will Lorenz vor allem bei der Beschaffung und den Mieten kritisch hinschauen.

«Ich hatte schon viele Projekte.
Nicht alle gehen auf.
Das ist ‹Part of the Game›
und man muss damit umgehen.»

Die Arbeit mit Kindern ist eine Herzensangelegenheit

Andreas SchreiberKandidat FDP

Andreas Schreiber
Kandidat FDP

(Bild: Andrea Stalder)

Lehrer ist ein Traumberuf. Andreas Schreiber wäre selber gerne Lehrer geworden, hätte er denn die Semi-Prüfung bestanden. Um einen Spruch ist der Polygraf nie verlegen. Der «Kreuzlinger Bub» arbeitet seit langem im Fussball mit Kindern zusammen. «Sie in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen, ist eine unbezahlbare Erfahrung.» Nun möchte er sich auch ausserhalb des Sportes zu Gunsten der Gesellschaft engagieren und dort seine Erfahrungen einbringen. Der umtriebige FDP-Vertreter geht davon aus, dass er die nötige Zeit für die Behördenarbeit aufbringen kann, sonst müsste er seine Aktivitäten anders lagern. «Aber ich kündige ja auch nicht meine Wohnung, bevor das Haus gebaut ist.» Dürfte Schreiber wählen, würde ihn die Baukommission am meisten ­interessieren.

«Kritik ist mein tägliches Brot,
wenn ich Spieler auf die Bank setze.
Das ist jedes Mal ein Lehrblätz.»