Ein Konzerterlebnis im Kulturforum Amriswil wie unter klarem, nordischem Himmel

Der Tablater Konzertchor St.Gallen tritt am Sonntagabend mit dem UmeDuo auf und singt für einmal in finnischer, schwedischer und estnischer Sprache.

Manuel Nagel
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Die Schwestern Karolina und Erika Öhman sind das UmeDuo.

Die Schwestern Karolina und Erika Öhman sind das UmeDuo.

(Bild: PD)

Am Sonntag wird der scharfe Wind der kargen Tundra durch das Amriswiler Kulturforum blasen und das Wispern der Birken zu hören sein – oder zumindest wird man das glauben. Die Musik Nordeuropas ist geprägt von atmosphärischen Landschaftsimpressionen. Im neuen Programm des Tablater Konzertchors St.Gallen strahlen und flackern diese «Nordlichter» in vielen Facetten – und in gleich drei Sprachen: Finnisch, Estnisch und Schwedisch.

Für seine Expedition in die nordische Vokalmusik tut sich der Chor mit dem international gefragten UmeDuo zusammen. Die Schwestern Karolina und Erika Öhman haben schwedische Wurzeln und pflegen mit Cello und Perkussion ein Repertoire abseits des Mainstreams, durchsetzt mit improvisatorischen Elementen.

Nordeuropa taucht im Konzertsaal eher selten auf – dabei gehören Schweden, Finnland oder das Baltikum zu den Regionen mit einer der höchst entwickelten Gesangsszenen. Das estnische Liederfest, alle fünf Jahre in Tallinn abgehalten, zählt zu den weltgrössten Laien-Musikanlässen. Die finnischen Joik, eine dem Jodel vergleichbare Naturtonkultur, wurden in den letzten Jahren fast ebenso populär wie der finnische Tango.

Auf dem Programm steht etwa Hugo Alfvén. Fast jeder Schwede kennt den Namen und Alfvéns Lied «Aftonen» (Abend) zählt zu den populärsten Stücken der weltlichen Vokalmusik. Nicht fehlen darf aber auch der Liedzyklus «Rakastava» (Der Liebende) des finnischen Meisters Jean Sibelius.

Moderner «groovend» kommen die Stücke der Finnen Einojuhani Rautavaara und Nora Vaura daher, eine wilde Jagd ist der «Pseudo-Yoik» von Jaakko Mäntyjärvi. Zauberhafte Miniaturen versammelt schliesslich der Zyklus «Sügismaastikud» (Herbstliche Landschaft) des zeitgenössischen estnischen Komponisten Veljo Tormis.

Hinweis
Sonntag, 16. Februar, um 17 Uhr, im Kulturforum Amriswil.
Reservationen unter: www.tablater.ch