Kommentar

Ein kompletter Neustart für den Arboner Stadtrat

Was für ein Aufruhr. Die Arboner wechseln am Superwahlsonntag ihre Regierung vollständig aus. Nebst Stadtpräsident Dominik Diezi sind auch alle vier Stadträte neu.

Annina Flaig
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Annina Flaig

Annina Flaig

Die Bisherigen – Konrad Brühwiler und Peter Gubser – müssen ihre Sessel räumen. Damit sind zwei der vier grossen Arboner Parteien, die SP und die SVP, künftig nicht mehr in der Exekutive vertreten.

Die Sensation gelingt der Gruppierung Xsunder Menschen Verstand und den Grünen. Beide spielen in der Arboner Politlandschaft eine unbedeutende Rolle. Plötzlich haben sie mit Jörg Zimmermann und Didi Feuerle im Stadtrat ein gewichtiges Wort mitzureden.

In Scherben liegt die SVP: Sie dürfte sich mit ihrem internen Knatsch selbst ins Aus katapultiert haben. Nun verliert sie nicht nur ihren Stadtrat, sondern wird auch im Parlament geschwächt.

Der Umsturz zeigt vor allem eines: Die Bevölkerung ist zutiefst unzufrieden mit ihrer Regierung. Die beiden Abgewählten wurden gestern für alles abgestraft, was schiefgelaufen ist.

Die Neuen hingegen werden gewählt, unabhängig ihrer Parteizugehörigkeit und ihres politischen Leistungsausweises. Zwei von ihnen, Michael Hohermuth (FDP) und Jörg Zimmermann (XMV) haben – im Gegensatz zum abgewählten Politschwergewicht Peter Gubser – überhaupt keinen vorzuweisen.

Die Tabula rasa ist nachvollziehbar. Ob es klug ist, wird sich zeigen. Sicher ist, dass sich im Juni nicht alles ändern wird. Im Gegenteil: Es braucht seine Zeit, bis sich ein komplett neues Gremium in die Geschäfte eingearbeitet hat. Zu erwarten ist auch, dass SP und SVP im Parlament Gas geben.

Ob dadurch die Zusammenarbeit zwischen Stadtrat und Parlament besser wird, darf angezweifelt werden. Bleibt zu hoffen, dass es dem politisch erfahrenen Dominik Diezi gelingt, den Laden zusammenzuhalten. Die Erwartungen in ihn sind riesig.