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Ein Klo ist nicht genug: Der Kreuzlinger Bio-Fleischhändler Guido Leutenegger hät Ärger mit der Stadt

Das neue «Natur Konkret»-Geschäft am Boulevard wird erst am 12. Oktober eröffnet. Und zwar ohne eine Beiz.
Urs Brüschweiler
Im Einklang mit der Natur, aber nicht mit der Stadt: Guido Leutenegger in seinem Geschäft. (Bild: Donato Caspari)

Im Einklang mit der Natur, aber nicht mit der Stadt: Guido Leutenegger in seinem Geschäft. (Bild: Donato Caspari)

Der erste Eröffnungstermin ist ins Wasser gefallen. Guido Leutenegger wollte eigentlich vergangenes Wochenende seinen «Natur Konkret»-Laden an der Piazza Cisternino einweihen. Dass es nicht geklappt hat, ärgert den Biounternehmer und Fleischhändler. Und das lässt er auch alle wissen. Im «Kreuzlinger Fernsehen» sprach er von Steinen, die ihm von Seiten der Stadtverwaltung in den Weg gelegt werden. Konkreter Knackpunkt ist die fehlende Bewilligung für eine Kioskwirtschaft, wie er auf Anfrage erklärt.

In einem kleinen Bistro mit zwölf Plätzen wollte er neben dem Verkauf, seinen Kunden auch die Gelegenheit geben, einen Kaffee zu trinken oder die Produkte zu degustieren. Doch daraus wird nichts mehr. «Wir haben jetzt entschieden, darauf zu verzichten», sagt Guido Leutenegger.

Ein Narr hält die Ansprache zur Eröffnung

Neuer Eröffnungstermin ist nun der 12. Oktober, aber eben ohne die Minibeiz. Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi wird dann mit dabei sein, passend zu seinen schottischen Hochlandrindern werden «Pipes and Drums» aus Basel aufspielen und ein Vertreter der Narrengesellschaft Emmishofen wird die Eröffnungsrede halten. «Ich finde, das passt perfekt», sagt Leutenegger nicht ohne Zynismus. Denn er, der selber einst im Stadtrat sass und heute wieder im Gemeinderat politisiert, lässt kaum ein gutes Haar an dieser «Bürokratie». Gescheitert ist die Erteilung der Bewilligung letztlich an einem fehlenden WC. Gemäss heute aktuellem Gesetz braucht eine Kioskwirtschaft getrennte Toiletten für Männer und Frauen. Leutenegger findet aber, ein gemeinsames stilles Örtchen – das notabene behindertengerecht ist – müsse reichen.

Der Eingang zum neuen Geschäft an der Piazza Cisternino. (Bild: Donato Caspari)

Der Eingang zum neuen Geschäft an der Piazza Cisternino. (Bild: Donato Caspari)

Die Regeln gelten für alle, sagt die Stadt

«Die Bestimmungen gelten für alle genau gleich», sagt Stadtrat Ernst Zülle auf Anfrage. Er könne zwar nur zurückhaltend Auskunft geben zu dem Verfahren, aber er möchte die Vorwürfe Leuteneggers nicht unkommentiert stehen lassen. Zwei getrennte WCs seien Pflicht und das sei auch absolut sinnvoll. Ausnahmen mache die Stadt einzig in begründeten Härtefällen. «Ein solcher liegt hier aber definitiv nicht vor. Die Räumlichkeiten sind sogar für separate Toiletten im Untergeschoss vorbereitet.»

Begonnen, ohne eine Baubewilligung

Zülle lässt durchblicken, dass es bereits beim Baugesuch zu grösseren Reibereien mit der Bauherrschaft gekommen sei. Konkret habe zu Beginn der Umbauarbeiten schlicht gar kein Baugesuch existiert. Zülle kontert auch die Anwürfe Leuteneggers, dass es ein Führungsproblem des Stadtrats sei, wenn das Verfahren so lange dauere. «Zuständig ist erstinstanzlich die Baukommission, und die hat rasch und einstimmig entschieden.»

Es musste extra ein Feuerwehrauto vorfahren

Dass der neue Laden von Guido Leutenegger im Fokus der Öffentlichkeit steht, liegt möglicherweise auch am Projektleiter für den Umbau. Es ist nämlich Jost Rüegg, ebenso wie Leutenegger streitbares Gemeinderatsmitglied von der Freien Liste. Der Vorstand von Gewerbe Kreuzlingen wandte sich mittels Leserbrief an ihn und freute sich etwas schelmisch über dessen «späte Erkenntnis», dass der Detailhandel ohne genügend Parkplätze nicht funktioniere. Hintergrund ist der «Pick-up»-Parkplatz, welcher in der Blauen Zone am Sonnenweg zum Abholen grösserer Lieferungen im Laden eingerichtet wurde. Der Knatsch zwischen Bauherrschaft und Stadt führte gar soweit, dass ein Feuerwehrauto vorfahren musste, um zu prüfen, ob die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge noch möglich ist. Ergebnis: das Auto kommt durch. Allerdings kann man davon ausgehen, das damit das letzte Wort dazu noch nicht gesagt ist. (ubr)

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