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Ein Kandidat und ein Rücktritt

Bei ihrer Jahresversammlung nominierte die CVP-Ortspartei André Schlatter für das Stadtpräsidium. Doch Präsident Benno Schildknecht musste auch noch einen gewichtigen Abgang vermelden.
Manuel Nagel
Die CVP-Ortspartei stellt sich im «Weinberg» einstimmig hinter ihren Stadtpräsidiumskandidaten André Schlatter (rechts). (Bild: Manuel Nagel)

Die CVP-Ortspartei stellt sich im «Weinberg» einstimmig hinter ihren Stadtpräsidiumskandidaten André Schlatter (rechts). (Bild: Manuel Nagel)

«Unverständnis über das Desinteresse an der Lokalpolitik», äusserte Benno Schildknecht im Jahresbericht des Präsidenten. «Ich rufe euch deshalb auf, neue CVP-Mitglieder zu werben», sagte er zu dem Dutzend Anwesender, das den Weg ins Restaurant Weinberg auf der Egg gefunden hat.
Ein Vorstandsmitglied gilt es zu ersetzen. Die CVP Amriswil verliert ihren Vizepräsidenten Beat Maier. Seit 1990 war er – mit einem Jahr Unterbruch – im Vorstand der Ortspartei. Benno Schildknecht dankte deshalb am Ende der Jahresversammlung Beat Maier und überreichte ihm ein Präsent.
In den rund zweieinhalb Stunden zuvor galt es eine «reich befrachtete Traktandenliste», wie Schildknecht meinte, abzuarbeiten. VSG-Vizepräsident Samuel Oberholzer stellte die Rechnung der Schule vor, Vize-Stadtpräsident André Schlatter tat dasselbe für die Stadt und die REA. Die CVP Amriswil hiess alle drei Rechnungen einstimmig gut.

Hin und wieder jemandem auf die Füsse getreten

«Ist halt ein wenig ein Monolog», sagte Schlatter beinahe entschuldigend, als er seiner Partei auch noch die Geschäfte der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 25. Juni näher brachte, doch damit war seine Redezeit noch lange nicht vorbei – im Gegenteil. Denn mit Traktandum zehn folgte endlich der Punkt, auf den alle gewartet hatten: die Nomination André Schlatters fürs Stadtpräsidium.
«Du bist einer, der anpackt», sprach Benno Schildknecht aus, was allen CVPlern schon vorher über ihr Zugpferd bekannt war. Auf eine lange Laudatio verzichtete der Präsident, doch er erwähnte exemplarisch Schlatters Wirken in der Flurkommission. Dort müsse man Kompromisse finden, aber auch Entscheide fällen. Dies brauche es auch für das Stadtpräsidium.
Anschliessend stellte André Schlatter seine beiden Kontrahenten, aber vor allem sich den Anwesenden vor. «Viele kennen den Schlatter», aber das mit dem Kennen sei ganz unterschiedlich, sagte er und fügte an, dass die einen ihn ganz sicher wählen würden, weil sie ihn kennen, und die anderen ihn ganz sicher nicht wählen würden, weil sie ihn kennen – und er schob damit eine Diskussion an, weshalb er so polarisiert.
«Deine Stärke ist das Entscheiden. Und deshalb verärgerst du bei vielen Entscheiden auch jemanden», mutmasste ein CVP-Parteimitglied. Und natürlich sei André Schlatter in seiner Tätigkeit als Anwalt auch ab und zu jemandem auf die Füsse getreten. Aber für ihn sei die logische Konsequenz, wenn er den ganzen Leistungsausweis Schlatters ansehe, dass dieser der einzige sei, der für das Amt in Frage komme.

Ein Verbleib im Stadtrat ist keine Variante

André Schlatter stellte an diesem Mittwochabend auch nochmals klar, dass er sich aus der Lokalpolitik zurückziehen werde, sollte er die Wahl zum Stadtpräsidenten nicht schaffen. Weiter im Stadtrat zu sitzen, sei für ihn keine Variante. Klar sei für ihn auch, dass er aus der Anwaltskanzlei in St. Gallen aussteigen würde, sollte er auf Martin Salvisberg folgen dürfen, denn das Stadtpräsidium sei ja ein Vollamt. «Ich habe nun lange genug im Nebenamt gearbeitet», sagte Schlatter zu den Anwesenden und nannte die Zahl von 200 bis 300 Stunden im Jahr.
Abschliessend bat André Schlatter seine Parteimitglieder, in Gesprächen für ihn zu werben, denn es werde schwierig werden gegen die FDP und SVP. Auch Präsident Benno Schildknecht war sich bewusst, dass «wir gegen eine grosse Wand anrennen» und sagte zu seinem Kandidaten: «Schön, dass du diesen Kampf auf dich nimmst. Ich bin überzeugt, dass du vom Rucksack her der ideale Mann bist.»

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