Bischofszell
Slampoetin in der Aula Sandbänkli: Träfe Sprüche und ein Gipfeli als Ehrengast

Auf Einladung des Kulturvereins Literaria gastierte die Thurgauer Slam-Poetin Lara Stoll am Samstagabend in der Aula Sandbänkli.

Monika Wick
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Lara Stoll bei ihrem Auftritt in der Aula Sandbänkli in Bischofszell.

Lara Stoll bei ihrem Auftritt in der Aula Sandbänkli in Bischofszell.

Bild: Monika Wick

Die Personen, die in der Aula Sandbänkli sitzen, klopfen sich lachend auf die Schenkel, halten ihre vom Lachen gebeutelten Bäuche und wischen sich mit den Ärmeln Freudentränen aus den Augen. Grund für die ausgelassene Stimmung ist Lara Stoll, die auf der Bühne schimpft und flucht, dass sich die Balken biegen. Viele wünschten sich wohl gerade den Mut, einmal wie sie unverblümt ihre Meinung kundzutun und auf die «Political Correctness» zu pfeifen.

Eingeladen wurde die Trägerin des Salzburger Stiers, des Deutschen Kleinkunstpreises und vielen weiteren Auszeichnungen vom Kulturverein Literaria. Nicht eingeladen, aber trotzdem anwesend ist ein Gipfeli, das auf einem Teller liegt, der sich auf dem Tisch befindet. «Das ist der Ehrengast – der Gipfel der Freude», stellt Lara Stoll ihren Bühnenpartner vor.

Die Corona-Schese soll nach Hause

Ebenfalls im Gepäck hat Lara Stoll ihr erstes Buch «Hallo» aus dem sie vorliest. «In ihm habe ich all den Schrecken und Terror vom Alltag verarbeitet», stellt sie im Vorfeld klar. Lara Stoll spricht vom Krisenherd, der sich mitten in der Küche befindet, ihrem Putzschrank oder der Pizza, die nie geliefert wurde. «Das war das Schlimmste, was mir in meinem ganzen Leben passiert ist», erklärt sie. Natürlich kommt sie auch nicht darum herum, über «die huere Corona-Schese, wo endlich söll hei go» zu sprechen. Obwohl Lara Stoll gerade unter einer Kehlkopfentzündung leidet, zieht sie ihr Programm professionell durch.

Nicht zu kurz kommt auch das Leben in Rheinklingen, wo sie aufgewachsen ist, und ihre Mutter, die sie als Muse und «Spinosaurus der Brutpflege» bezeichnet. In ihrem Programm verpackt Lara Stoll auch Tiefgründiges und Poetisches, das sie aber in ihrer ganz eigenen Interpretationsweise vorführt. So kommt das Publikum in den Genuss einer wortwörtlichen Kakofonie, auf einem Instrument, «das dem Verdauungstrakt gleicht». Claudio und Rosina Schönholzer sind begeistert vom Programm. «Lara Stoll hat einen guten Humor, den sie zeitgemäss und amüsant auf den Punkt bringt», sagt das Paar aus Bischofszell.

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