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«Ein Armutszeugnis für das Departement für Erziehung und Kultur»: Kritik am Vorgehen des Kantons im Wigoltinger Schulstreit

Peter Dransfeld, Kantonsrat der Grünen, und Michael Schätzle von der IG Schule Wigoltingen kritisieren den Fragebogen des Kantons zur Untersuchung des Konflikts an der Wigoltinger Oberstufe. Das Departement verteidigt sein Vorgehen.
Sabrina Bächi
Mittels Fragebogen untersucht das Departement für Erziehung und Kultur den Konflikt an der Oberstufe Wigoltingen. (Bild: Reto Martin)

Mittels Fragebogen untersucht das Departement für Erziehung und Kultur den Konflikt an der Oberstufe Wigoltingen. (Bild: Reto Martin)

Vorab hält Kantonsrat Peter Dransfeld fest, dass er es gut findet, dass der Kanton im Fall Schule Wigoltingen die Zügel in die Hand nimmt. «Aber ein Fragebogen ist der falsche Weg», sagt der Ermatinger. Der Grüne-Politiker hat sich mit einer Einfachen Anfrage an die Regierung gewandt und verfolgt das Geschehen an der Schule Wigoltingen.

Peter Dransfeld, Kantonsrat (GP). (Bild: Donato Caspari)

Peter Dransfeld, Kantonsrat (GP). (Bild: Donato Caspari)

Er zieht Parallelen zum Fall des geschassten PH-Prorektors. Eine Untersuchung hält er deshalb für notwendig. Es sei aber fast ein bisschen peinlich und ein Armutszeugnis für den Kanton, wie er mit der Krise in Wigoltingen umgehe, sagt Dransfeld.

Zwischenmenschliche Probleme könne man schlecht mit schriftlichen Fragen auffangen, findet er. «Vielleicht haben einige sogar Angst, sich gegenüber dem Departement offen zu äussern, dann wäre die Aussagekraft auch äusserst gering.»

Es berge zudem die Gefahr, dass der Fragebogen als arrogante Verwaltungsmassnahme rüberkomme, da es überhaupt nicht wertschätzend sei. Im dümmsten Fall führe es auch zu Fehlinterpretationen.

«Ein persönliches Gespräch wäre wichtig»

Dransfeld fordert vom Kanton, das persönliche Gespräch mit den Beteiligten zu suchen. «Der Kanton sollte grundsätzlich vermehrt auf die Menschen zugehen.» Und er müsse auch die eigene Rolle kritisch hinterfragen, meint Dransfeld. Gute Absicht, aber ungeschicktes Krisenmanagement. So fasst es der grüne Kantonsrat zusammen.

Michael Schätzle, Sprecher der IG Schule Wigoltingen. (Bild: PD)

Michael Schätzle, Sprecher der IG Schule Wigoltingen. (Bild: PD)

Auch Michael Schätzle, Sprecher der IG Schule Wigoltingen, kritisiert das Vorgehen des Kantons. Es seien komische Fragen. «Ich weiss nicht, ob das der richtige Weg ist», sagt Schätzle. Die Fragen an die Eltern seien eine Katastrophe.

«Es gäbe sicher bessere Fragen, wie etwa: Haben ihre Kinder Probleme mit den Kündigungen?»

Stattdessen stehen im Fragekatalog an die Eltern Fragen wie: «Hat die Schulführung die Erziehungsberechtigten und die Schülerinnen und Schüler angemessen über die Kündigungen der Lehrpersonen informiert?» Das würde Schätzle verneinen. «Wir Eltern hätten vorab informiert werden sollen.»

Fragebogen sei ein sehr geeignetes Mittel

Die Lehrer hingegen seien froh, dass sie überhaupt gehört werden, lässt Anne Varenne, Präsidentin des Lehrerverbandes Bildung Thurgau ausrichten.

Paul Roth, Generalsekretär im Departement für Erziehung und Kultur sagt auf Anfrage: «Der Fragebogen ist ein sehr geeignetes Mittel.» Es gehe nun um die Klärung des relevanten Sachverhalts, in welchen zahlreiche Personen involviert seien.

Insbesondere deshalb sei das strukturierte und zielgruppenspezifische Mittel des Fragebogens gewählt worden. «Dies schliesst nicht aus, dass in einem zweiten Schritt noch mündliche oder schriftliche Rückfragen und Klärungen erfolgen», sagt Roth. Des Weiteren werde das Departement im Rahmen des aufsichtsrechtlichen Verfahrens seine eigene Rolle ebenfalls kritisch überprüfen. Die Auswertung erfolge jedoch departementsintern, das lege das Gemeindegesetz so fest.

«Allen Beteiligten ist zugesichert worden, dass ihre Stellungnahme vertraulich behandelt wird.»

Der gesamte Fragekatalog enthält drei Themenbereiche: neues Sekundarschulmodell, Arbeitsverhältnis Lehrpersonen und Information und Kommunikation. 20 Fragen sind es insgesamt. Die Stellungnahme soll per E-Mail innert zehn Tagen erfolgen.

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