Ein festliches Konzert der Güttinger in der Altnauer Kirche

Das diesjährige Adventskonzert des Musikvereins Eintracht Güttingen bot begeisternde Blasmusik- und Orgelklänge.

Erwin Schönenberger
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Jordi Bertran-Sastra dirigiert die Eintracht Güttingen

Jordi Bertran-Sastra dirigiert die Eintracht Güttingen

Bild: Erwin Schönenberger

Besonders festlich und abwechslungsreich präsentierte sich der Musikverein Eintracht Güttingen an seinem traditionellen Konzert zum ersten Adventssonntag in der evangelischen Kirche Altnau. Und obschon fast in allen Gemeinden ähnliche Konzerte angeboten wurden, konnten sich die Güttinger nicht über einen schwachen Besuch beklagen.

Man war gespannt, ob sich das Orchester auch unter der neuen Leitung von Jordi Bertran-Sastra auf dem bisherigen hohen musikalischen Niveau halten konnte. Und es sei schon zu Beginn gesagt, dass es dem Verein gelungen ist, mit dem neuen Dirigenten einen engagierten Leiter zu verpflichten, der es versteht, die Musikantinnen und Musikanten zu Höchstleistungen anzuspornen, und dies auf eine äusserst angenehme Weise.

Zusammenspiel mit der Orgel

Das musikalische Programm hätte wohl kaum festlicher und gehaltvoller sein können. Da begeisterte das Orchester zu Beginn das Publikum mit der festlichen Eröffnungsfanfare zu den olympischen Spielen 1984 in Los Angeles, gefolgt von einem überraschenden Zusammenspiel mit der Orgel. Die Organistin Christina Wallau verstand es ausgezeichnet, ihr Instrument so zu registrieren, dass es sehr gut zum gewaltigen Klang des grossen Blasorchesters passte.

Obschon Händel sein Konzert Nr. 2 in B-Dur eigentlich für Sinfonieorchester und Orgel komponiert hat, war auch die in Altnau gespielte Blasmusik/Orgel-Version ein voller Genuss. Und klassisch ging das Programm weiter mit dem anspruchsvollen Konzert für zwei Trompeten von Antonio Vivaldi. Patrick Bättig und Gabriel Koller zeigten, dass es auch mit normalen Trompeten möglich ist, die anspruchsvollen und schnellen Parts in höchsten Tonlagen zu spielen.

In Perfektion meisterten die zwei Solisten ihren schwierigen Part, unterstützt von einem Orchester, das sehr gefühlvoll begleitete. Eine solistische Leistung, wie man sie normalerweise nur von Profis zu hören bekommt.

Fröhlich und spannend

Mit dem grandiosen und melodiösen Festmarsch «Salemonia» von Kurt Gäble leitete das Orchester über zu moderneren Blasmusikklängen, die man ebenso genoss wie die barock verspielten Stücke des ersten Konzertteils. Dazwischen hatte der Schlagzeug-Nachwuchs Gelegenheit, ein Kostprobe seines rhythmischen Könnens zu zeigen. Mit der «Alpina Saga» von Thomas Doss entführte das Orchester die Besucher in die Welt der Alpen mit allen ihren Schönheiten und dramatischen Ereignissen.

Dass das Publikum nach dem begeisternden Konzert mit dem grossen Applaus noch seine Lust auf eine Zugabe bekundeten, war angesichts des gelungenen und hochstehenden Konzerts fast selbstverständlich. Und erst nach zwei Zugaben konnten die Musikantinnen, Musikanten zusammen mit den Besuchern den Abend bei einem Apéro ausklingen lassen.