Ein Familienkonzert und noch viel mehr im Kradolfer Kirchenzentrum

Musikalisch kaum beschreibbar und genau darum unglaublich gut. Der Auftritt von «Ils Fränzlis da Tschlin» im Kirchenzentrum Steinacker hatte keinen roten Faden – und doch erzählte er eine Geschichte.

Christoph Heer
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«Ils Fränzlis da Tschlin» konzertierten mit Verstärkung am Sonntagabend im sehr gut besuchten Kirchenzentrum Steinacker. (Bild: Christoph Heer)

«Ils Fränzlis da Tschlin» konzertierten mit Verstärkung am Sonntagabend im sehr gut besuchten Kirchenzentrum Steinacker. (Bild: Christoph Heer)

Er gehört dazu, aber irgendwie auch nicht. Der andere gehört eigentlich zur Formation (C’est si) B.O.N, aber spielt heute hier mit den «Fränzlis» mit. Nur einer trägt keine Brille, hat sich aber in die Familie eingeheiratet – die Liebe macht es halt immer noch möglich.

Balthasar Streit, Bandleader und Trompeter von «Mit Alles und Scharf» ist auch dabei; irgendwie. Irgendwie verliert man aber auch den Durchblick, wer mit wem, sie mit ihm und alle mit niemandem. Ist aber irgendwie und heute auch egal, denn auf der Bühne stehen Musikerinnen und Musiker, die ihr Herz längst verloren haben. Verloren ans Exotische, an eine Tradition, die sie aufrecht erhalten wollen.

«Ils Fränzlis da Tschlin» sind eine Familienkapelle – nein, vielmehr eine Weltmusik aus dem Engadin – die sich auf die Fahne geschrieben hat, traditioneller Ländler und Jazz miteinander zu verbinden. Brauchtum und Innovation, Gesang und Jodel, sowie Romantik und Drama, im Kollektiven zu vermischen, das ist ihr Ziel. Tönt kompliziert? Ist es auch. Ausser, man erlebt es live.

Lang anhaltender Applaus und Lobesworte

Sonntagabend im Kirchenzentrum Steinacker. Der Konzertbeginn steht kurz bevor, verzögert sich jedoch um einige wenige Minuten und das verwundert nicht. Denn der Besucherandrang ist riesig. Über 200 Personen – viele aus der näheren Umgebung – werden sich das musikalisch-spannende und äusserst kurzweilige Schmankerl nicht entgehen lassen.

Zur Begrüssung lässt es sich der Co-Präsident des organisierenden Kulturvereins Steinacker, nicht nehmen, zu betonen, wie positiv überrascht man ist. «So viele Besucher, ich bin echt überwältigt», sagt Christoph Stäheli. Er und alle Mitinvolvierten dürfen stolz sein, denn an diesem Sonntag stimmt alles, von A bis Z. Ein geschriebener Beweis dafür? Schwierig, aber der lang anhaltende Applaus und unzähligen Lobesworte seitens Besucher, sprechen ihre eigene Sprache. Bravo!