Ein erster Versuch zur Vereinigung der Schulpräsidien von Weinfelden

Die FDP Weinfelden schickt Primarschulpräsident Thomas Wieland ins Rennen um das Sekundarschulpräsidium. Mit einem 90-Prozent-Pensum könnte er sich ganz auf die Aufgaben der Schule konzentrieren.

Mario Testa
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Thomas Wieland anlässlich des Handwerker-Essens vom Mittwochmittag im Neubau des Kindergartens an der Falkenstrasse. (Bild: Mario Testa)

Thomas Wieland anlässlich des Handwerker-Essens vom Mittwochmittag im Neubau des Kindergartens an der Falkenstrasse. (Bild: Mario Testa)

Thomas Wieland ist seit sechs Jahren Präsident der Primarschulgemeinde Weinfelden. Nun stellt ihn seine Partei, die FDP, auch als Kandidat für das Sekundarschulpräsidium auf. Das Amt muss neu besetzt werden, da der amtierende Präsident Beat Gähwiler im Sommer 2020 zurücktritt (unsere Zeitung berichtete).

«Dank dieses Rücktritts ergibt sich die einmalige Gelegenheit, die Präsidien der beiden Schulgemeinden mit einer Person zu besetzen, ohne gegen einen Bisherigen antreten zu müssen»

sagt FDP-Präsidentin Michèle Strähl-Obrist. «Wir haben Thomas Wieland an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom Montagabend einstimmig für die Wahl vom 9. Februar nominiert.»

Eine Aufgabe statt zwei Jobs

Thomas Wieland würde die Aufgabe sehr reizen. «Ich habe grosse Lust darauf und würde mich über eine Wahl freuen», sagt er. «Wenn ich beide Präsidien besetzen könnte, wäre es für mich auch eine Weichenstellung im Leben», sagt er.

«Ich bin 53 Jahre alt und es wäre sinnvoll, mindestens zwei Amtsperioden in beiden Präsidien anzustreben.»

Wieland arbeitet auch als Produktionsleiter bei der Sulmatic AG in Sulgen. «Ich habe mich mit der Geschäftsleitung abgesprochen und wir haben bereits eine Nachfolgelösung aufgegleist», sagt Wieland.

Unterstützung von fast allen Ortsparteien

Die Idee, im Zuge der Ersatzwahl eine Person als Präsident beider Weinfelder Schulgemeinden einzusetzen, kommt bei den Ortsparteien gut an, wie die Präsidentinnen und Präsidenten auf Nachfrage sagen. «Ich habe diese Idee auch schon an einer Sitzung der Interpartei eingebracht», sagt Manuel Strupler von der SVP. «Die Gelegenheit ist gut und Thomas Wieland bringt die nötige Erfahrung mit. Bei einer Person, die neu einsteigen würde, wäre es sicher, nochmals zu überdenken.»

Ähnlich tönt es bei Adrian Caramaschi von der SP: «Ich bin positiv eingestellt gegenüber einer Vereinigung.» Auch Brigitta Hartmann von der GP sagt: «Im Grundtenor finde ich einen Zusammenschluss gut. Von uns ist kein Gegenwind zu erwarten.» Auch Marcel Preiss von der GLP sagt:

«Der Zusammenschluss kann eigentlich nur Positives bringen. Für Halbzeit-Jobs qualifizierte Leute zu finden, ist doch oft schwierig.»

Einen weiteren Punkt bringt EDU-Präsident Hans Eisenhut ins Spiel: «Ich finde, es ist sehr wichtig, dass man Ressourcen und Kräfte bündelt. Und so, wie wir Thomas Wieland erlebt haben, ist das sicher ein sinnvoller Weg.»

Annelise Schifferle von der CVP geht noch einen Schritt weiter. «Wir arbeiten schon lange darauf hin, die beiden Schulgemeinden zusammenzulegen», sagt sie. «Das ist bislang am Widerstand vor allem der Aussengemeinden der Sekundarschule gescheitert. Aber ich denke, ein gemeinsamer Präsident wäre ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung.»

Ablauf in Frage gestellt

Etwas kritischer sieht es Petra Merz von J&A. «Es ist sicher sinnvoll, Synergien zu nutzen. Aber ich weiss nicht, ob es der richtige Weg ist, dies über eine Präsidiumswahl zu tun. Ich denke, zuerst sollte man die Stimmbevölkerung über eine Volksschulgemeinde entscheiden lassen.»

Wahlempfehlungen für Thomas Wieland geben die Ortsparteien noch keine ab. Zuerst müssen sie das weitere Vorgehen parteiintern besprechen und abwarten, ob allenfalls noch weitere Personen kandidieren.

Spagat zwischen Job und Amt nicht mehr nötig

Thomas Wieland sieht grosse Chancen darin, beide Schulgemeinden auf einmal zu präsidieren. «Es gäbe eine Ansprechperson, die den ganzen Tag über für die Belange der Schule in Weinfelden da wäre.» Man könne sich dann ganz auf diese eine Aufgabe ausrichten und bräuchte nicht immer den Spagat zu machen zwischen Job und Präsidium.

«Die 90-Prozent-Stelle würde es auch zulassen, dass ich mich zusätzlich im Verband Thurgauer Schulgemeinden engagieren könnte», sagt er.

«Das wäre sicher auch im Interesse der Schule, denn dort kann man die Bildungspolitik mitbestimmen.»

Es stünden auch grosse Herausforderungen an, die beide Schulgemeinden betreffen. «Wir müssen in der nächsten Legislatur die Schulverwaltung ersetzen, da mit Schulsekretär René Diethelm und Informatik-Leiter Peter Keller gleich zwei langjährige Mitarbeiter pensioniert werden.» Es laufe bereits ein Projekt, die Verwaltung künftig neu aufzustellen um die wichtigen Bereiche Informatik, Bau und Finanzen gut zu regeln und mit Stellvertretungen abzusichern. «Da ist es sicher einfacher, wenn die Mitarbeitenden künftig nur einem statt zwei Chefs dienen müssen», sagt Wieland.