Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein erfolgreiches Jahr fürs Presswerk Arbon

Das Presswerk hat seine erste Saison hinter sich gebracht. Nebst Quasselstrippen und Konzerten gibt es vielleicht auch bald Stand-up-Comedy.
Lara Jörgl
Cyrill Stadler ist im Verwaltungsrat der Presswerk AG und Co-Präsident des Kulturvereins Presswerk. (Bild: Andrea Stalder)

Cyrill Stadler ist im Verwaltungsrat der Presswerk AG und Co-Präsident des Kulturvereins Presswerk. (Bild: Andrea Stalder)

Cyrill Stadler ist im Verwaltungsrat der Kulturzentrum Presswerk AG und mit Daniel Eugster Co-Präsident des Kulturvereins Presswerk.

Herr Stadler, die erste Saison des Presswerks liegt hinter Ihnen. Was war Ihr persönliches Highlight?

Wir konnten das Jahr mit dem Weihnachtskonzert von Anna Rossinelli mit einem ausverkauften Konzert mit vollen 750 Plätzen beenden. Die Besucherzahlen sind gewachsen, und dass wir Ende Jahr mit so einem Erfolg abschliessen konnten, war definitiv ein Höhepunkt.

Kommen die Künstler beim Publikum an?

Definitiv, aber unterschiedlich. Im Allgemeinen wollen wir nicht in eine Schublade passen. Die Events haben kein typisches Genre oder immer die gleiche Zielgruppe. Unsere Konzerte sind über das Jahr verteilt und bedienen Pop und Rock, Indie und Punk, Jung und Alt.

Wie viele Besucher sind in den Konzerten?

Im Durchschnitt sind das immer etwa 300 bis 400. Dazu gehören selbstverständlich auch ausverkaufte Konzerte mit 750 Leuten und Konzerte, wo weitaus weniger Besucher gekommen sind. Es ist eben nie das Gleiche, beides hat seinen Reiz.

Gab es auch schon Konzerte, die Sie als «Flop» bezeichnen würden?

Es gab kleinere, weniger bekannte Formationen, sicher. Andererseits aber gab es auch schon Konzerte, die voll ausverkauft waren.

Was würden Sie denn tun, wenn es doch mal einen Flop gäbe und nur etwa zwanzig Personen kommen würden?

Es einfach durchziehen. Ich mache mir darüber allerdings keine Sorgen: Wir konnten bisher stets mindestens 200 Personen pro Konzert begrüssen. Ausserdem versuchen wir auch so oft es geht, kleinere Acts mit grösseren auszugleichen. Eine Quersubvention. So geht die Rechnung auf.

Gab es auch schon Probleme auf Konzerten?

Das Einzige, was manchmal vorkommt, ist, dass zu viel geschwatzt wird. Viele treffen Leute hier, die sie auch privat kennen und so reden sie miteinander über alte Zeiten, während der Künstler schon begonnen hat. Das stört einige, also die, die sich auf die Musik voll und ganz einlassen wollen. Hier sensibilisieren wir die Besucher aber jetzt auch mehr und bitten sie doch ins Restaurant zu gehen, wenn sie gerne ein Gespräch führen möchten.

Apropos Rechnung: Wie steht es finanziell um das Presswerk?

Es läuft sehr gut. Wir haben jetzt schon 250 Presswerk Mitglieder, die 240 Franken im Jahr zahlen und auch Unterstützung von verschiedenen Stiftungen und vom Kulturpool. Das gibt uns ein Polster um die Events abzufedern, die keine 750 Zuhörer haben.

Und ist das Presswerk so erfolgreich, wie Sie es sich gewünscht haben?

Nein, es ist sogar erfolgreicher! Wir hätten niemals mit so einem Anklang gerechnet, aber selbstverständlich waren wir schon davon überzeugt, dass es ein Erfolg wird. Das mussten wir schliesslich sein. Trotz der anfänglichen Bedenken ist das ganze sehr gut rausgekommen.

Welche Bedenken?

Viele waren ein wenig besorgt, weil es in der Region schon viele solcher Kulturzentren gibt. Amriswil hat das Pentorama, St. Gallen hat eine Vielzahl. Es gab grosse Sorge, dass die Leute einfach nach St. Gallen, beziehungsweise Amriswil gehen könnten, anstatt ins Presswerk zu gehen.

Und dieser Fall ist nicht eingetreten?

Nein, im Gegenteil. Die Zahlen sind gut und es kommen nun sogar einige Leute aus St. Gallen und Amriswil nach Arbon statt wie befürchtet umgekehrt. Die Bedenken stellten sich als überflüssig heraus. Wir sind mit diesem Verein sehr erfolgreich in Arbon unterwegs.

Was denken Sie, ist ihr Patentrezept, um so erfolgreich zu sein?

Die Nähe spielt eine Schlüsselrolle. Viele Arbonerinnen und Arboner geniessen es, die Konzerte in der Nähe zu haben und dabei auf Freunde und Bekannte zu stossen. Das Presswerk ist also ein Begegnungsort für ansässige und auch allgemein für Musikbegeisterte.

Sind die anderen Kulturzentren in diesem Falle keine Konkurrenz?

Nein, das würde ich nicht sagen, im Gegenteil: Je mehr Leute sehen, dass wir in Arbon ein breites Kulturangebot haben, desto mehr Besucher kommen in die Stadt. Ich habe mich beispielsweise auch sehr gefreut, als das MoMö verkündete, nun auch kulturelle Events zu veranstalten.

Hat es noch leere Flächen?

Das Sauerer Depot ist schon gut gefüllt und auch die Musikschule ist voll besetzt, ganz zu schweigen von dem Restaurant, das für den Bedarf eigentlich auch schon zu wenig Fläche hat. Wir sind sogar schon so weit, dass wir überlegen, mehr Räume anzumieten. Es gibt also keine leeren Flächen mehr.

Welche, zum Beispiel?

Es gibt viele Konzepte. Das Restaurant zum Beispiel kann mit der Konzerthalle sicherlich auch für weitere Anlässe gebucht werden: Hochzeiten, Seminare, Geburtstage oder Ähnliches.

Wie sieht es mit dem Konzertplan aus?

12 Konzerte pro Jahr sind unser Ziel – das gibt fast zwei pro Monat, weil wir im Januar und den Sommermonaten auch künftig grosszügige Pausen einlegen werden. Die Monate Juni, Juli und August werden ebenfalls recht dünn besiedelt sein. Immerhin ist das Presswerk eine reine Konzerthalle. Im Sommer ist eher Open-Air-Zeit.

Kann man bald eine Neuheit im Presswerk erwarten?

Ja. Wir planen eventuell ein paar Kleinkunstauftritte, jedenfalls in der Übergangszeit zwischen Sommer und Winter.

Wie ist die erste Saison laut Ihnen insgesamt gelaufen?

Sie ist super verlaufen. Wir haben ein glückliches Publikum, zufriedene Künstler und auch einen guten Gewinn. Wir würden uns freuen, wenn es so bleibt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.