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Interview

«Ein enormes Heimatgefühl ist in mir aufgekommen»

Als Leiterin des Tell-Projektchors durfte Claudia Niklaus 50 Sängerinnen und Sänger an der Bundesfeier auf dem Rütli dirigieren.
Manuel Nagel
Claudia Niklaus (links im Bild mit weisser Rüschenbluse) sang mit dem Tell-Projektchor die Nationalhymne nicht nur am Mittag auf dem Rütli, sondern auch am Abend in Amriswil. (Bild: Manuel Nagel, Amriswil, 1. August 2019)

Claudia Niklaus (links im Bild mit weisser Rüschenbluse) sang mit dem Tell-Projektchor die Nationalhymne nicht nur am Mittag auf dem Rütli, sondern auch am Abend in Amriswil. (Bild: Manuel Nagel, Amriswil, 1. August 2019)

Claudia Niklaus, summen Sie noch immer die Nationalhymne und träumen Sie vom 1. August?

Claudia Niklaus: Das hallt natürlich immer noch im Gedächtnis nach. Die Nationalhymne auf dem Rütli singen zu dürfen, unterstützt von der Musikgesellschaft Brunnen, das war etwas Einmaliges für uns.

Dann werden Sie den Ausflug aufs Rütli wohl nicht so schnell vergessen, oder?

Dieser 1. August 2019 auf dem Rütli war echt etwas Spezielles für alle Beteiligten. Wir durften die Bundesfeier mit fünf Liedern umrahmen. Teilweise sangen wir a cappella, teilweise wurden wir unterstützt von der Musikgesellschaft Brunnen und von Lisa Stoll mit ihrem Alphorn. Es ist unbeschreiblich, wie schön sie auf diesem Instrument spielt. Diese Momente werden für uns unvergesslich bleiben.

Mit den Sängerinnen und Sängern Ihres Tell-Projektchors hatten Sie die Chance, sich und die Stadt Amriswil quasi dem ganzen Land zu präsentieren. Spürten Sie als Leiterin des Chors auch Druck vor dem Auftritt?

Druck in diesem Sinne, dass ich halt wie vor jedem Auftritt Lampenfieber verspüre. Aber die Mitglieder meines Chors haben mir ganz fest dabei geholfen.

Und wie stand es um die Nervosität ihrer Sängerinnen und Sänger?

Die Sängerinnen und Sänger des Tell-Projektchors sind erstaunlicherweise gelassen geblieben und haben das Ganze mit viel Humor umrahmt. Aber wir waren alle ziemlich emotional ergriffen.

Was war auf dieser Reise in die Innerschweiz besonders eindrücklich?

Etwa um viertel vor neun am Morgen waren wir in Brunnen angekommen und ins Schiff gestiegen, das uns aufs Rütli brachte. Es herrschte eine völlige Ruhe auf dem Vierwaldstättersee und die Landschaft ist wahnsinnig schön. Zudem war das Wetter einfach traumhaft. Als wir dann ausgestiegen sind und ganz viele Familien und junge Leute zum Rütli hochgelaufen sind, hat das ein ganz spezielles Gefühl in mir ausgelöst. Es herrschte eine wunderschöne 1.-August-Stimmung und ein enormes Heimatgefühl ist da in diesem Moment in mir aufgekommen.

Gab es auch Schwierigkeiten, oder lief alles rund?

Nein, es gab keine Schwierigkeiten, die ganze Reise wurde von Heini Roth, dem OK-Präsidenten der Amriswiler Bundesfeier, optimal organisiert.

Gab es Reaktionen von Bekannten, die nicht aus der Region stammen? Schliesslich wurde auch im Radio SRF über den Tell-Chor aus Amriswil berichtet.

Das war in der Tat noch lustig, denn ich habe gar nicht gewusst, wann der Beitrag ausgestrahlt wird. Am Abend, als wir die Hauptprobe hatten, sagten mir viele, sie hätten mich am Radio gehört. Ich habe Reaktionen und sms aus dem Bündnerland und aus der Innerschweiz bekommen. Das war spannend.

Welches waren die Reaktionen vor Ort? Wie haben die 2000 Besucher auf dem Rütli auf den Chor reagiert?

Sehr gut. Wir haben von den Besuchern viel positives Echo auf unseren Auftritt bekommen. Ausserdem führten ja einige junge Schauspielerinnen und Schauspieler von Florian Rexers Truppe einen kurzen Ausschnitt aus dem Stück «Tell – frech & schnell» gekonnt auf. Das haben die Rütlibesucher ebenfalls sehr genossen. Wir wurden gefragt, wo man denn dieses Paket Chor und Theater buchen könne.

Der Chor hat sich vor allem aus Mitgliedern des Amriswiler Coro Tricolore und der Hefenhofer Castello Sänger zusammengesetzt, ergänzt durch weitere Sängerinnen und Sänger.

Ja, von den insgesamt 50 Sängerinnen und Sängern, die beim Tell-Projektchor mitgesungen haben, stellten die beiden Chöre mehr als die Hälfte der Teilnehmer. Aber bei diesem Projekt war jeder Chor willkommen. Etwa 20 Sängerinnen und Sänger – teilweise aus anderen Chören – kamen noch als Verstärkung hinzu.

Hatten alle Mitglieder schon Chorerfahrung gesammelt?

Nein, wir hatten in diesem Tell-Projektchor auch Leute dabei, die zuvor noch nie in ihrem Leben in einem Chor mitgesungen haben. Wir hatten grosse Freude, dass wir neue Leute motivieren konnten, bei so einem Projekt mitzumachen.

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