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Roggwiler feiern am Wochenende ihr Schloss

Der Abbruch schien bereits besiegelt. Dann erstand das Wahrzeichen der Gemeinde in alter Pracht wie Phönix aus der Asche. Ein grosses Dorffest würdigt am Wochenende diese Auferstehung vor 40 Jahren.
Max Eichenberger
«Wir sind stolz auf das Schloss und unseren Dorfkern»: OK-Präsident und Gemeinderat Markus Zürcher. (Bild: Max Eichenberger)

«Wir sind stolz auf das Schloss und unseren Dorfkern»: OK-Präsident und Gemeinderat Markus Zürcher. (Bild: Max Eichenberger)

Die Abbruchbewilligung lag bereits auf dem Tisch, nachdem sich Renovationspläne der damaligen Eigentümerin aus finanziellen Gründen zerschlagen hatten. «Das darf nicht sein», fand Architekt Peter Keller. Der Wortlaut seines inneren Aufschreis findet sich als Aktennotiz auf dem Dokument. Klar: Das Schloss befand sich in einem heruntergekommenen Zustand. Aber dass ein Wahrzeichen der Gemeinde einfach so verschwindet?

Peter Keller und Heinz Daepp weibelten als treibende Kräfte mit engagierten Mitstreitern für den Erhalt. Zusammen mit dem Thurgauer Heimatschutz und dessen damaligem Präsidenten Hans-Ulrich Wepfer. Schliesslich ging das Schloss für den symbolischen Preis von einem Franken an den Heimatschutz über. Eine Stiftung wurde gegründet, welche die Restaurierung an die Hand nahm. Mit viel Fronarbeit und Mitteln, die man aufgetrieben hatte, wurde das Schloss schliesslich vor dem Abbruch bewahrt.

Viel Betrieb rund ums Schloss und im Zentrum

An diesem Wochenende feiert die Gemeinde das Werk aus Anlass des vierzigjährigen Bestehens der Stiftung Schloss Roggwil mit einem grossen dreitägigen Dorffest. Der Dorfkern ohne das markante Schloss: Das ist aus heutiger Sicht vor allem auch in Kenntnis der Geschichte schlicht unvorstellbar. Das sagt auch Markus Zürcher, Stiftungspräsident und Gemeinderat, an einem Bistrotisch stehend im Vorgarten des Schlosses. Zusammen mit dem prächtigen Riegelbau zur Traube, der Oele, der heutigen Huusbraui, geschichtsträchtigen Liegenschaften wie dem Farolini-Haus, das wachgeküsst werden soll, der umgenutzten Mühle, heute Headquarter der Firma von Kybun-Gründer Karl Müller, und schönen Riegelbauten bildet es sozusagen den Ring um den Dorfkern. «Darauf sind wir sehr stolz», sagt Zürcher.

Er wird am kommenden Wochenende Schauplatz eines dreitägigen Dorffestes sein mit einem Programm, das es in sich hat. Natürlich geht es da in einer Rückschau auch um die Geschichte der wundersamen Rettung des Schlosses, die mit viel Herzblut erst möglich wurde.

Das Jubiläum wollten Markus Zürcher und Gemeinderatskollege Andreas Eggimann, Präsident der Kulturkommisison, einbetten in den Rahmen eines grossen Dorfevents. Dabei soll die Geschichte und die Entwicklung des Dorfes unter dem Motto «Zeitreise» gespiegelt werden. «Die Idee war, im Dorfzentrum einen historischen Markt zu veranstalten und altes Handwerk zu zeigen, wie es hier gepflegt wurde», sagt Zürcher. Keinen «eingekauften» Markt, vielmehr authentisch mit Bezug zur Roggwiler Geschichte sollte er sein.

Handwerksmarkt dreht Das Rad der Zeit zurück

So werden am Samstag die Waschfrauen am Brunnen das Rad der Zeit zurückdrehen. Koni Huber lädt zu Kutschenfahrten ein. Der Roggwiler Beck Walter Koster lässt das Farinoli-Haus wieder aufleben. Darin steht noch ein alter Backofen und ein paar Gestelle erinnern an die frühere Nutzung. Hanspeter Scherrer beschlägt in der alten Schmitte Pferde. Kybun-Eigner Karl Müller bringt einen alten Schuhmacher ins Dorf, der sein Handwerk zeigt, ebenso wie Flachsverarbeiterinnen ihre Kunst. Kräuterfrau Katharine Reichmuth-Akermann macht Tee am offenen Feuer. Es wird gewoben, gesponnen und – dank Vermittlung von Rico Kaufmann – gezimmert: Lehrlinge demonstrieren unter Anleitung von Paul Ackermann Holzverbindungen ganz ohne Nägel und Schrauben.

Möhl wird mit Reto Schwendener bei der Gsell-Scheune eine Most- und Schnapsbrennerei in Betrieb setzen. All dies und mehr, wird das samstägliche Programm bieten. Die Geschichte des Schlosses würdigt eine Tonbildschau von Willi Hauri aus dem Jahre 1977, die im Barocksaal zu sehen sein wird. Nach Böllerschüssen, abgefeuert um 10 Uhr durch die Alte Garde Oberegg/Gossau, wird Regierungsrätin Monika Knill den Markt eröffnen.

Programm Schlossfest

Freitag, 1. Juni

Eröffnungsakt, 18 Uhr
Vernissage Fotoausstellung, ­ um 19 Uhr, Barocksaal
Kaffeestube, 19 Uhr, Roggwilerstube
Openair-Konzerte:
«Schöner Boskop», 20 Uhr
«Juellz», 22 Uhr
«Eugen», 24 Uhr
Bar im Schlosskeller, 22 Uhr

Samstag, 2. Juni

Eröffnungsakt, 10 Uhr
Warenmarkt und altes Handwerk:
Märli für Gross und Klein, 11, 14 und 16 Uhr, Schlossestrich
Historische Dorfführungen mit Willi Bischofberger, 11, 14.30 und 16 Uhr, Start Farinolihaus
Waschszenen am Dorfbrunnen, 11.30, 12.30 und 13.30 Uhr
Tonbildschau «Roggwil einst und jetzt», 11.30, 12.30, 13.30 und 14.30 Uhr, Barocksaal
Musical aus der Ritterzeit, 12 Uhr, Openair-Bühne
Festakt 100 Jahre Linde, 13 Uhr, Lindenpärkli
Flötenkonzerte, 14 und 15.30 Uhr, Barocksaal
Openair-Konzerte:
«Easy Tuners» (Jazz), 19.45 Uhr
«On the Rocks» (Rock), 22 Uhr
Bar im Schlosskeller, 22 Uhr

Sonntag, 3. Juni

Ökumenischer Gottesdienst, 9 Uhr, Schlosswiese
Brunch, 10 Uhr, Schlosswiese
Geschichtsvortrag «Vom Turm zum Schloss» mit Peter Niederhäuser, 12.30 Uhr, Barocksaal

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