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Knall in der Romanshorner Bauverwaltung: Der Chef muss per sofort gehen

Die Stadt stellt Bauverwalter Andreas Bieniok per sofort frei. Der Grund: «Unüberwindbare Differenzen in der Auffassung der Amtsführung.»
Tanja von Arx
Auf der Bauverwaltung geht es gerade hoch zu und her. (Bild: Donato Caspari)

Auf der Bauverwaltung geht es gerade hoch zu und her. (Bild: Donato Caspari)

Die Meldung wirft in der Hafenstadt hohe Wellen: Andreas Bieniok, Leiter der Bauverwaltung, ist per sofort freigestellt worden. So steht es jedenfalls in den amtlichen Mitteilungen der Stadt und deren Publikationsorgan «Seeblick». Als Grund werden «unüberbrückbare Differenzen» betreffend die Auffassung der Amtsführung genannt.

Pikant: Der «Thurgauer Zeitung» hat man diese Information vorenthalten. Die letzte Benachrichtigung über Bieniok im April 2017 betraf «einer Reihe hervorragender Bewerbungsdossiers», aus denen man sich für den damals 52-jährigen ETH-Bauingenieur entschieden habe. Der Wittenbacher würde «die für dieses anspruchsvolle Amt wichtige Aussen- und Innensicht» mitbringen.

Exekutive entscheidet einstimmig

Auf Nachfrage teilt die Stadt Romanshorn wenig gesprächig mit:

«Die Differenzen betrafen die unterschiedlichen Auffassungen seitens Andreas Bieniok und dem Stadtrat bezüglich der Führung der Bauverwaltung.»

Vor diesem Hintergrund habe der Stadtrat an seiner Sitzung vom 23. April die Kündigung mit sofortiger Freistellung beschlossen. «Der Beschluss der Exekutive erfolgte einstimmig.»

Geschasst: Andreas Bieniok. (Bild: pd)

Geschasst: Andreas Bieniok. (Bild: pd)

In Romanshorn redet man denn nun schon vom «freien Fall» der Bauverwaltung, das im Zuge einiger weiterer Wechsel. Wie beschrieben war Bieniok mit zwei Jahren noch nicht lange im Amt, der frühere Bauverwalter Patrick Sieber ist ebenfalls nach nicht allzu langer Zeit gegangen und auf der Stadtverwaltung war die Fluktuation im Allgemeinen hoch.

«Die Stadt weist diese Anwürfe in aller Form zurück», heisst es in der behördlichen Stellungnahme weiter. «Die Bauverwaltung arbeitet zuverlässig und seriös.»

Über Andreas Bieniok ist nichts Negatives zu hören

Diese Aussage bestätigten diverse Architekten aus Romanshorn. Über Andreas Bieniok selber ist nichts Negatives zu hören. Im Gegenteil: Ihm werden Fachkenntnis und Verständnis attestiert.

Die Stadt teilt mit: «Mit der Juristin und diplomierten Architektin Rea Grab, die nahtlos interimistisch die Amts- und Geschäftsführung der Bauverwaltung übernommen hat, steht zudem eine ausgewiesene Fachfrau zur Verfügung, welche die Kontinuität sicherstellt.» Die Stellenausschreibung erfolge nach Rücksprache mit der neuen Stadtbehörde, die ab 1. Juni im Amt sein wird.

Stadt argumentiert mit Persönlichkeitsschutz

Die Stadt schliesst ihre Ausführungen mit folgenden Worten zur Kommunikationspolitik: «Die kurze Notiz im amtlichen Publikationsorgan der Stadt Romanshorn, dem ‹Seeblick›, deckt die Information der lokalen Öffentlichkeit ab.» Für den Persönlichkeitsschutz des Betroffenen habe man eine weiter gestreute Verbreitung als «nicht zielführend» erachtet.

Andreas Bieniok war am Freitag für eine Stellungnahme auch nach mehrmaliger Kontaktaufnahme nicht erreichbar.

David H. Bon, Stadtpräsident von Romanshorn. (Bild: Andrea Stalder)

David H. Bon, Stadtpräsident von Romanshorn. (Bild: Andrea Stalder)

Baustelle Ortsplanung

Alles in allem eine schwierige Situation für Romanshorn, besonders in Zusammenhang mit der Kommunalplanung, die noch nicht abgeschlossen ist. Denn nicht nur der Bauverwalter geht, sondern auch die Stadträte Markus Fischer, Ressort Ortsplanung und Baurecht, Christoph Suter, Ressort Hoch- und Tiefbau, und Urs Oberholzer, Ressort Verkehr und Integration, gehören in der kommenden Legislatur nicht mehr der Behörde an. Fischer wurde abgewählt, Suter und Oberholzer haben sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Auch Stadtpräsident David H. Bon, der einiges an Wissen mit sich bringt, steht der Stadt nach seiner Abwahl im März nicht mehr zur Verfügung. Stadtplanerin Nina Stieger hat ausserdem gekündigt. Niemand ist mehr da, der über die letzten Jahre mit dem Dossier betraut war.

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