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Schweizer Premiere im Thurgau: Ein Brummi unter Strom – Arboner Firma baut LKW in ein Elektrofahrzeug um

Während mehrerer Wochen hat die Firma Ceekon aus Arbon den Dieselmotor eines 40-Tonnen-Lastwagens gegen einen Elektromotor ausgewechselt. Der Umbau in dieser Grössenklasse ist eine schweizweite Premiere.
Geraldine Bohne
Der Geschäftsführer der Ceekon AG, Hanspeter Krapf, zeigt auf dem Bildschirm Analysen eines umgerüsteten Lastwagen seinen beiden Mitarbeitern Rico Bruggmann und Oliver Bucher. (Bild: Reto Martin)

Der Geschäftsführer der Ceekon AG, Hanspeter Krapf, zeigt auf dem Bildschirm Analysen eines umgerüsteten Lastwagen seinen beiden Mitarbeitern Rico Bruggmann und Oliver Bucher. (Bild: Reto Martin)

In einem Zeitalter, in dem die Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung ein grosses Thema sind, achten immer mehr Unternehmen auf ihren ökologischen Fussabdruck. So hat die Transport- und Logistikfirma Hugelshofer aus Frauenfeld einen ihrer 40-Tonnen-Lastwagen in Arbon in ein Elektrofahrzeug umbauen lassen. Dabei hat die Firma Ceekon, die für den Umbau verantwortlich ist, den Dieselmotor durch einen Elektromotor ersetzt.

«Durch diese Umrüstung setzt der LKW jährlich 67 Tonnen weniger CO2 frei», sagt Hanspeter Krapf, Geschäftsführer der Ceekon AG. Die Umrüstung eines Fahrzeuges in dieser Grössenklasse ist eine Premiere in der Schweiz. «Wir haben aber bereits Vorreservationen von namhaften Firmen für einen solchen Umbau», erwähnt Krapf.

Mit vollem Akku bis zu 260 Kilometer weit fahren


Die Auslieferung des umgebauten Fahrzeuges steht am 26. April an. Ein Umbau von Diesel zu Elektro dauert zwischen zwei bis vier Wochen. Danach kann eine solche 40-Tonnen-Sattelzugmaschine nach eineinhalb Stunden Aufladezeit bis zu 260 Kilometer zurücklegen. Das sei in der Schweiz eine weite Strecke, meint Hanspeter Krapf.

«Nahezu jede Industriesteckdose ist fähig, dieses Fahrzeug aufzuladen», sagt der Geschäftsführer Hanspeter Krapf. Ausserdem gäbe es an immer mehr Tankstellen und Raststätten in der Schweiz Schnellladestationen.

«Es zeichnet sich ein Trend im Bereich der Elektromobilität ab»

Das Gefährt der Firma Hugelshofer fahre rein elektrisch. Die Einsparungen von Diesel und LSVA-Abgaben lägen bei 70000 Franken im Jahr. «Der Elektromotor hat nur Vorteile gegenüber einem Dieselmotor», sagt Geschäftsführer Hanspeter Krapf.

Leise Fahrzeuge sind in Stadt ein Vorteil

Die Firma Ceekon spezialisierte sich 2013 auf den Verkauf und den Umbau von Diesel- zu Elektrofahrzeugen. Lieferungen gehen dabei meist an Firmen, die im Entsorgungssektor und Detailhandel tätig sind. «Diese Fahrzeuge sind sehr leise, was in einer Stadt ein grosser Vorteil ist», sagt Hanspeter Krapf. So leise, dass gar ein Geräuschgenerator eingebaut werden musste, um Unfälle zu vermeiden.

Das Geschäft mit den Elektrofahrzeugen läuft. «Es gibt noch keine Serienfahrzeuge aus EU-Produktion, die den Anforderungen entsprechen. Deshalb ist die Nachfrage für einen Umbau gross», erklärt Krapf. Es seien vor allem Firmen, die auf Nachhaltigkeit setzen oder ein solches Versprechen abgegeben haben. So etwa die Migros Zürich, bei denen Ceekon die Gasflotte von drei Fahrzeugen umbauen durfte. Da der Umweltschutz immer mehr ein Thema ist, kann sich Geschäftsführer Hanspeter Krapf vorstellen, dass es in Zukunft verschiedene Kombinationen von Antrieben geben wird.

Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Deutschland

Seit dem VW-Abgasskandal von 2015 sind Dieselfahrzeuge ein kontroverses Thema. Ende Februar 2018 hat das deutsche Bundesverfassungsgericht entschieden, dass Fahrverbote für Dieselfahrzeuge zulässig sind, wenn die Schadstoffwerte in der Luft zu hoch sind. So haben Städte, unter anderem Stuttgart, Berlin, Hamburg und Frankfurt, bereits erste Regelungen zum Verkehr mit Dieselautos getroffen. Die Verbote von Dieselfahrzeugen beschränken sich in den meisten Fällen auf Fahrzeuge, welche nicht mindestens der Abgasnorm 4 entsprechen. Ab dem Sommer sollen vermehrt auch Dieselfahrzeuge mit der Norm 5 betroffen sein. Auch in der Schweiz überschreitet die Konzentration von Stickoxiden manchmal die gesetzlichen Grenzwerte. Jedoch sind Fahrverbote für Dieselfahrzeuge schweizweit kein Thema.

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