Ein bodenständiger Politiker: Zum Gedenken an den Salmsacher alt Gemeindeammann Ernst Straub

Am 13. April ist der Landwirt im Alter von 84 Jahren auf seinem Hof in Hungerbühl verstorben. Er führte die Gemeinde von 1983 bis 2001.

Walter Schuhmacher/Martin Haas
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Ernst Straub prägte die Geschicke der Gemeinde während fast 20 Jahren.

Ernst Straub prägte die Geschicke der Gemeinde während fast 20 Jahren.

(Bild: Susann Basler)

Geprägt durch die frühe Übernahme des elterlichen Bauernbetriebes und die stets verantwortungsvolle Führung desjenigen, wurde Straub 1979 in den Gemeinderat Salmsach gewählt. Trotz manchmal turbulenten Ratszeiten liess er sich vier Jahre später zum Gemeindeammann wählen. Die klare Vorstellung, dass Salmsach ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf sein sollte, leitete ihn in seinen Entscheiden während seiner 18-jährigen Amtstätigkeit.

Viele massgeblichen Veränderungen der Gemeinde Salmsach geschahen während seiner Amtszeit. Schon bald wurde der Bahnübergang an der Seestrasse aufgehoben oder das zukünftige Gemeindehaus gekauft, das später dann durch einen Umbau für die Ansprüche der gesamten Gemeindeverwaltung und zusätzlichen Tätigkeiten der öffentlichen Hand zu Verfügung stand. Beim Landerwerb der heutigen Salmsacher Bucht wehrten sich die Stimmbürger erfolgreich gegen die durch den Kanton angeordnete Aufhebung der Bootsplätze im Hafen.

Für Repräsentationspflichten fehlte ihm oft die Zeit

Seine Tätigkeit in der Gemeinde beschränkte sich, neben der beruflichen Einbindung im Hof, jeweils auf einzelne Nachmittage und abendliche Sitzungen. Als Parteiloser war er vernetzt mit seinen Amtskollegen im Gemeindeammänner-Chor. Neben den Geschäften der Gemeinde konnte er aus Zeitmangel oft nicht Einladungen wahrnehmen und an Veranstaltungen teilnehmen. Trotzdem pflegte er einen stetigen Austausch mit den umliegenden Gemeinden, auch wenn dies ab und zu auch wegen Meinungsverschiedenheiten zu heftigen Diskussionen führte.

Stilvoller Abschied: Mit einer Pferdekutsche fuhr er in die Pension.

Stilvoller Abschied: Mit einer Pferdekutsche fuhr er in die Pension.

(Bild: Chrisoph Zweili)

Mit einer Pferdekutsche fuhr er in die verdiente Pension. Stets arbeitete er ruhelos und mit grossem Verantwortungsbewusstsein für seine Frau mit grossem, teilweise über seine Kräfte hinausgehenden Einsatz, auf seinem geliebten Hof, auf dem er verstarb. Die Gemeinde behält sein Wirken in guter Erinnerung und wünscht seinen Familienangehörigen das Beste.