Ein Blick hinter die Mauern der Häuser in der Arboner Altstadt

Am Samstag fand zum fünften Mal die Usesthlete statt. Privathäuser standen ebenso offen wie das Bezirksgericht oder das Stadthaus .

Hedy Züger
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Die Stadträte Koni Brühwiler und Peter Gubser stehen Besuchern im Stadthaus Red und Antwort. (Bild: Hedy Züger)

Die Stadträte Koni Brühwiler und Peter Gubser stehen Besuchern im Stadthaus Red und Antwort. (Bild: Hedy Züger)

Wer hat’s erfunden? Eva Maron von der «Wunderbar» äusserte 2014 die Idee, der Quartierverein griff sie auf und Christine Schuhwerk arbeitete mit einem OK daran, ein Projekt auf die Beine zu stellen. Gemeint ist die Usestuehlete in der Altstadt. Statt Sonnenschein floss bei der fünften Auflage viel Nass durch die Gassen; das Publikum sah sich nicht nach einer schattigen Laube um, wie in den Vorjahren, sondern nach einer behaglichen Stube. Wie fand es diese? Überall, wo in der Altstadt ein Stuhl einsam auf dem Pflaster stand, durfte man eintreten.

Den Hunger nach Freundschaften stillen

Christine Schuhwerk, Präsidentin des Quartiervereins Altstadt: «Die Usestuehlete soll klein bleiben, wir streben keine Erweiterung zum Stadtfest an.» (Bild: Hedy Züger)

Christine Schuhwerk, Präsidentin des Quartiervereins Altstadt: «Die Usestuehlete soll klein bleiben, wir streben keine Erweiterung zum Stadtfest an.» (Bild: Hedy Züger)

Die Usestuehlete soll klein bleiben, wir streben keine Erweiterung zum Stadtfest an.

Der Zweck ist die Förderung von Kontakten und neuem Leben im ursprünglichsten Stadtkern, Menschen sollen Menschen treffen und auch mal einen mittelalterlichen Bau betreten. Anfangs schien die Idee fremd, inzwischen gilt sie als direkter Weg, offene Stuben und Herzen zu signalisieren, im Sinn von: «Du wirst erwartet, tritt ein, diskutiere mit uns, lass uns miteinander nebst dem Durst auch den Hunger nach neuen Freundschaften stillen.» Geschäfte, Gastrobetriebe und staatliche Einrichtungen beteiligten sich an der Usestuehlete.

Eine Damenrunde orientierte sich bei der Boutique Bionda über Modefragen. In der Stadtbibliothek las Autor Ralph Weibel aus seinen Werken. Die Räume des Bezirksgerichts und dessen Aufgaben wurden von den Richtern Ralph Zanoni, Dominik Diezi und Silke Sutter vorgestellt.

Andere Städte zeigen Interesse

Edith Lutz, Bewohnerin Altstadt: «Das Leben in der Altstadt gefällt mir, ich mag kurzen Wege und schnelle Einkäufe.» (Bild: Hedy Züger)

Edith Lutz, Bewohnerin Altstadt: «Das Leben in der Altstadt gefällt mir, ich mag kurzen Wege und schnelle Einkäufe.» (Bild: Hedy Züger)

Hinter der Usestuehlete steht der Quartierverein Altstadt mit ausgefeilten Regeln und Rückendeckung durch die Stadt. Das Stadthaus selber bot Führungen zum Trauzimmer und Sitzungssaal an. Wer eine Hochzeit vor sich hat, eine politische Karriere erwägt oder beim Kredit für die Altstadt richtig tippen will, kam im Stadthaus goldrichtig an. Die Stadträte Peter Gubser und Koni Brühweiler wurden um viele Auskünfte gebeten. Zur Usestuehlete treffen auch Anfragen möglicher Nachahmer aus anderen Städten in Arbon ein. Hier hält man offensichtlich mit dieser guten Idee einen Spitzenplatz.

Politische Gespräche unter den Arkaden. (Bild: Hedy Züger)

Politische Gespräche unter den Arkaden. (Bild: Hedy Züger)

ARBON: Gastfreundlich und herzlich

Zahlreiche Anwohner öffneten am Samstagabend ihre Türen in der Arboner Altstadt. Die Besucher der 3. Usestuehlete konnten wählen zwischen einem spontanen Live-Konzert, einem Fotomuseum oder einer Party auf der Dachterrasse.
Barbara Hettich

Auf Besuch bei fremden Menschen

ARBON. Neue Sicht auf die Stadt: Zur zweiten Usestuehlete öffneten Bewohner der Arboner Altstadt ihre Wohnungen, Terrassen und Gärten. Dabei eröffneten sich ungewohnte Perspektiven.
Barbara Hettich