Ein Bijou für Urs Martins Lieblingsgemeinde Neukirch-Egnach

Der Oberthurgauer Regierungsrat eröffnete am Samstag das stilecht renovierte Gemeindehaus Neukirch-Egnachs.

Trudi Krieg
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Pfarrerin Simone Dors, Neukirch-Egnachs Gemeindepräsident Stephan Tobler, Regierungsrat Urs Martin und Architekt Alessandro Massimo.

Pfarrerin Simone Dors, Neukirch-Egnachs Gemeindepräsident Stephan Tobler, Regierungsrat Urs Martin und Architekt Alessandro Massimo.

Bild: Trudi Krieg (Neukirch, 5. September 2020)

In neuem Glanz aber gemäss ursprünglichem Zustand prägt das sanierte Gemeindehaus Egnach heute den Ortskern in Neukirch. Begonnen hatte alles mit der Planung vor fünf Jahren in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Mit dem leerstehenden alten Sekundarschulhaus auf dem Gristenbühl hatte die Gemeindeverwaltung eine gute Ausweichmöglichkeit während der Bauphase. Im April dieses Jahres zog man nach der Bauabnahme in die neuen Räume.

Am Samstag fand nun die festliche Eröffnung mit zahlreichen geladenen Gästen statt. Gemeindepräsident Stephan Tobler begrüsste das Team des Werkhofs, Vertreter der Nachbargemeinden, Bauamtsleiter Frank Jehle von der Partnergemeinde Eriskirch, Kantonsräte, Regierungsrat Urs Martin und besonders auch verschiedene Handwerker: «Sie sind eigentlich die, welche unser Gemeindehaus zu einem Bijou gemacht haben», sagte Tobler

Ursprünglicher Charakter

Architekt Alessandro Massimo erläuterte Einzelheiten zum Bauwerk, das wieder im ursprünglichen Glanz erstrahle: Die weisse Aussenfarbe kontrastiere wunderbar zu den dunklen Fensterläden und anderen Holzelementen. Innen wurden Elemente wie Holzbalken, Abschrägungen und Rundungen in die Erneuerungen einbezogen und so der ursprüngliche Charakter erhalten oder wieder hergestellt. Die Geschosse sind neu aufgeteilt, die Schalter behindertengerecht. Die Räume gewannen an Funktionalität und Grösse. (tk)

Früher mit Post und Darlehenskasse

Der Gemeindepräsident erinnerte daran, wie vor fast hundert Jahren die Einweihung des neuen Gemeindehauses stattfand. Darin waren die Gemeindeverwaltung, die Post, Darlehenskasse, das Grundbuchamt und vier Wohnungen untergebracht.

Heute befinde sich ausschliesslich die Gemeindeverwaltung darin. Die obere Wohnung wurde aufgelöst und die Räume freigemacht für die Sozialen Dienste. Dadurch gewannen auch alle anderen Abteilungen mehr Platz.

Das Gemeindehaus beim Kreisel im Zentrum von Neukirch erstrahlt in neuem Weiss.

Das Gemeindehaus beim Kreisel im Zentrum von Neukirch erstrahlt in neuem Weiss.

Bild: Trudi Krieg (Neukirch, 5. September 2020)

Pfarrerin Simone Dors überbrachte aus der Nachbarschaft, der Evangelischen Kirche, symbolisch ein Brot. So will es der Brauch, wenn jemand in ein neues Haus einzieht, auf dass der Wohlstand immer gewahrt bleibe. Sie freute sich, dass mit Kirche, Traube, Gemeindehaus ein so schöner, markanter Ortsmittelpunkt da sei. Das Gemeindehaus sei seit Generationen ein Begegnungszentrum und die sorgfältige Renovation ein Zeichen der Wertschätzung an alle Menschen, die da ein- und ausgingen und gehen.

«Da braucht es auch ein schönes Gemeindehaus»

Regierungsrat Urs Martin überbrachte als Oberthurgauer Grüsse vom Kanton. Er sei in Arbon geboren worden, in Amriswil aufgewachsen, habe in Romanshorn die Kantonsschule besucht und wohne nun da. Egnach sehe er als ausgleichendes Zentrum zwischen den drei grösseren Orten. Es sei seine Lieblingsgemeinde mit den schönen Apfelbäumen, dem Seeanstoss. Und Urs Martin sagte:

«Da braucht es auch ein schönes Gemeindehaus.»

Die Musikgesellschaft Neukirch Egnach umrahmte den Festakt musikalisch. Die Kirchenglocken stimmten in die Klänge mit ein. Symbolisch durchschnitt schliesslich Gemeindepräsident Tobler das Band und machte den Besuchern den Weg frei zum Rundgang durch das Gemeindehaus.