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Ein Abbruch erlebt seinen Abbruch im Kreuzlinger Boulevard

Gegen den Versuchsstopp haben die Initianten für einen autofreien Boulevard mit Anwohnern des Bodanquartiers Ost Rekurs eingereicht. Das Departement für Bau und Umwelt hat ihnen Recht gegeben. Nun liegt der Ball bei der Stadtregierung.
Viviane Vogel
Wie die Autos im Boulevard künftig fahren dürfen, ist noch nicht klar. (Bild: Donato Caspari)

Wie die Autos im Boulevard künftig fahren dürfen, ist noch nicht klar. (Bild: Donato Caspari)

Der Abbruch des Versuchs muss abgebrochen werden. Das hat das Departement für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau (DBU) am Montag entschieden. Ausschlaggebend für diesen Entscheid war eine Aussage von Stadtrat Thomas Beringer. Der Beschluss des DBU beruft sich auf ein Zitat von ihm in der «Kreuzlinger Zeitung»: «Als Ladeninhaber habe ich die Einbussen selbst gespürt.» Beringer, selber Geschäftsinhaber am Boulevard, präsentierte anlässlich einer Pressekonferenz die Sicht des Gewerbes.

Jost Rüegg vom Initiativkomitee für einen autofreien Boulevard erklärt: «Herr Beringer hätte in den Ausstand treten müssen, weil er mit dem eigenen Geschäft betroffen war. Das wollten wir unter anderem geprüft wissen.»

Die Anwohner haben ein Recht auf Rekurs

Aber ganz von Anfang: Der Versuch mit einer neuen Verkehrsführung rund um den Boulevard wurde bekanntlich frühzeitig abgebrochen. Das Gewerbe begrüsste das frühe Ende, die Initianten dagegen missbilligten es (unsere Zeitung berichtete). Die Schilder wurden in der Folge entfernt. Diese Signalisationsänderungen wurden öffentlich aufgelegt, mit der Möglichkeit zum Rekurs.

Rüegg hatte unsere Zeitung nach dem Abbruch auf Anfrage informiert, dass die Initianten das Vorgehen des Stadtrates erst einmal auf dessen Rechtmässigkeit prüfen werden. Ergebnis dieser Überprüfung ist nun der Rekurs, den die Initianten mit Bewohnern des Bodanquartiers Ost gegen den Versuchsabbruch in letzter Sekunde eingereicht haben.

Jost Rüegg, Initiant

Jost Rüegg, Initiant

«Ich bin der Meinung, der Stadtrat muss nun mit uns reden, wie wir die Situation heilen können.» - Jost Rüegg

Fakten zählen, nicht Meinungen

«Zum Glück haben wir auch noch Bewohner des Bodanquartiers Ost mit einbezogen», berichtet Rüegg. Denn laut DBU hatten die Bewohner Anspruch auf Rekurs, weil sie direkt vom Versuch und dessen Auswirkungen auf den Verkehr betroffen waren. Die Initianten waren das nicht, weshalb sie alleine nicht mit einem Rekurs durchgekommen wären. «Unser Ziel ist es, dass der Versuch wieder aufgenommen wird», sagt Rüegg. «Die Angewöhnungszeit ist nicht aussagekräftig, und länger wurde dieser Versuch ja nicht durchgeführt.» Rüegg findet, es habe vielversprechend ausgesehen. «Die Verkehrszahlen waren genauso, wie wir uns das gewünscht hatten. Und die Verkehrszahlen sind Fakten – alles andere sind bloss Meinungen.» Ob der Versuch tatsächlich weitergeführt wird, hängt nun vom Stadtrat ab. Dieser kann entweder die Verkehrstafel wieder aufstellen, oder innert 20 Tagen eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau einreichen.

Auch der Stadtrat hat mal Ferien

Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass informiert auf Anfrage: «Da wir zurzeit wegen der Sommerferien im Stadtrat nicht beschlussfähig sind, werden wir erst kommenden Montag den Entscheid des DBU besprechen können. Dann entscheiden wir, ob wir gegen den Entscheid des kantonalen Departementes Beschwerde einreichen, oder den Beschluss akzeptieren und die befristete Verkehrsordnung vom 28. November 2014 wiederherstellen werden.»

Stadtrat Thomas Beringer, dessen Aussage in die Beurteilung miteingeflossen ist, wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht dazu äussern und verwies auf die Kommunikation des Gesamt-Stadtrates.

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