EiCO verpackt täglich Hundertausende Eier für die ganze Schweiz

In der Märstetter Produktionshalle sortiert und prüft die neuste Anlage in der Schweiz unzählige Eier. Im Jahr sind es an diesem etwa 100 Millionen.

Mario Testa
Merken
Drucken
Teilen
Geschäftsleiter Hannes Messer und Betriebsleiter Paolo Zago in der Produktionshalle der EiCO in Märstetten. (Bild: Mario Testa)

Geschäftsleiter Hannes Messer und Betriebsleiter Paolo Zago in der Produktionshalle der EiCO in Märstetten. (Bild: Mario Testa)

Eier, so weit das Auge reicht in der Produktionshalle der EiCO in Märstetten. Bis zu 400'000 Eier verarbeiten die rund 20 Mitarbeiter pro Tag. «Wir sind die Schnittstelle zwischen Produzenten und Verbraucher», sagt Hannes Messer, Geschäftsleiter der EiCO. «Wir holen die Eier bei den Bauern ab und verpacken diese hier in Märstetten für unsere Abnehmer in die Kartons.»

Coop, Migros, Denner und Volg beziehen Eier von der Märstetter Firma, die zur Fenaco-Gruppe gehört. Ein Teil geht über eine Schwesterfirma auch in die Gastronomie. Erst im vergangenen Jahr hat die EiCO ihre Anlagen modernisiert. Für rund drei Millionen Franken wurde eine neue Sortier- und Abpackanlage installiert. «Wir haben damit die neuste Anlage in der Schweiz», sagt Messer. «Sie kann pro Stunde 126'000 Eier umladen, kontrollieren und verpacken.»

Im Thurgau gibt es die meisten Eierproduzenten

In keinem anderen Kanton hat die EiCO mehr Bauern unter Vertrag, die für sie Eier produzieren, als im Thurgau. In der ganzen Schweiz sind es etwa 100 Bauern. «Unsere Vertragsbauern halten zwischen 2000 und 18000 Legehennen auf ihren Höfen. Dreimal pro Woche werden die Eier von ihren Bauernhöfen abgeholt.»

EiCO verkauft jährlich über 200 Millionen Eier, etwa 160 Millionen aus der Schweiz. Die Firma betreibt auch noch einen Abpackbetrieb mit Eierfärberei in Bern.

Blick auf die neue Sortier- und Abpackanlage in Märstetten. (Bild: Mario Testa)

Blick auf die neue Sortier- und Abpackanlage in Märstetten. (Bild: Mario Testa)

Wenn die Eier in Märstetten eintreffen, werden sie zuerst stichprobenweise kontrolliert. «Wir untersuchen sie im Labor auf Geruch, Frische und Dotterfarbe.» Nach dieser Kontrolle werden die Eier, die alle in gelben Gebinden, sogenannten Höckern angeliefert werden zur Anlage gebracht.

Dort wird jedes einzelne maschinell nochmals geprüft. «Die Eier werden auf Schmutz, Brüche in der Schale und Bluteinlagerungen untersucht. Wenn eines den Ansprüchen nicht genügt, wird es automatisch aussortiert», sagt Betriebsleiter Paolo Zago. Allfällige Brüche ermittelt eine Maschine durch mehrmaliges anhämmern und abhören mit hochempfindlichen Mikrofonen.

«Wenn ein Ei ‹scherbelet›, ist die Schale angebrochen und es wird aussortiert.

Die Ganzen werden gewogen und dann je nach Gewicht direkt in die Eierkartons abgelegt. «Kein einziges Ei verlässt unseren Betrieb ohne Identifikations-Code.» Die befüllten Kartons, die aus der Abpackanlage kommen, schichten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann in Paletten. Diese werden dann zu den Abnehmern transportiert.

Schnelle Verarbeitung ist wichtig

«Der Eierhandel ist ein schnelles Geschäft», sagt Hannes Messer. Eier dürfen in der Schweiz bis zu 21 Tage nach dem Legen verkauft werden. «Wir müssen daher schnell sein und liefern Eier maximal sechs Tage nach dem Legedatum an die Grossverteiler.»

Angeliefert werden die Eier in Märstetten in gelben Gebinden, sogenannten Höckern. (Bild: Mario Testa)

Angeliefert werden die Eier in Märstetten in gelben Gebinden, sogenannten Höckern. (Bild: Mario Testa)

Eier aus der Schweiz seien im Trend, sagt Messer. Dieser Markt sei im vergangenen Jahr um fünf Prozent gewachsen. «Auch Regionalität ist ein wichtiger Faktor und Bio gewinnt an Bedeutung. Etwa jedes fünfte Ei, das in der Schweiz produziert wird, ist Bio.» Eier variieren in ihrer Grösse stark. «Junge Hühner legen kleinere Eier als ältere», sagt Paolo Zago.

«Das grösste Hühnerei, das ich je gesehen habe bei uns, war 122 Gramm schwer.»

Nebst braunen und weissen Eiern gibt es auch grüne, cremefarbige oder gesprenkelte. «Jede Hühnerrasse legt andere Eier», sagt Hannes Messer. «Eines ist jedoch allen gleich: Eier sind Superfood. So viel tierisches Protein und Vitamine zu einem so günstigen Preis sucht Seinesgleichen. Zudem ist es ein Alleskönner in der Küche.»

«Frohsinn»-Rezept: Bruderhahn au vin

Sie brauchen für vier Personen folgende Zutaten:
- 1 Bruderhahn
- 1/2 Liter Rotwein
- 1/2 Liter Wasser
- 500 Gramm Wurzelgemüse
- Lorbeerblätter, Pfefferkörner
- Piment, Salz

Zubereitung:
- Hahn halbieren
- Gemüse in Stücke schneiden
- alle Zutaten in einer Schüssel 12 Stunden marinieren
- eine Stunde köcheln lassen
- Hahn und Gemüse raus nehmen und abtropfen lassen
- nach Belieben nachwürzen
- mit etwas Mehl bestäuben
- bei 220 Grad im Ofen 10 Minuten backen, bis die Haut knusprig ist
- nach Belieben mit knusprigen Speckstreifen und Silberzwiebeln servieren
- als Beilage eignet sich Polenta

Bruderhahn

Legehennen sind für möglichst viele gelegte Eier gezüchtet, Masthühner für möglichst viel Fleisch. Während in der Mast auch Hähne von Interesse sind, werden männliche Küken bei den Legehennen meist aussortiert und getötet. Einige Geflügelhalter, vor allem Bio-Betriebe, haben deshalb angefangen mit der Bruderhahn-Aufzucht. Sie mästen auch die männlichen Legeküken. Bis diese feiss sind, brauchen sie bis zu viermal länger, kosten daher deutlich mehr. Um den Verkaufspreis zu reduzieren, quersubventionieren viele Bauern die Bruderhähne dank eines kleinen Aufschlags auf den Eierpreis. (red)