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Ehemaliges Lehmabbaugebiet zwischen Bürglen und Opfershofen wird zur Arche Noah für gefährdete Arten

Das Gebiet mit dem Flurnamen «Mos» wurde zum Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung erklärt. Es bietet Lebensraum für unzählige Tiere.
Janine Bollhalder
Das ehemalige Lehmabbaugebiet mit dem Flurnamen «Mos »zwischen Bürglen und Opfershofen. (Bild: Andrea Stalder)

Das ehemalige Lehmabbaugebiet mit dem Flurnamen «Mos »zwischen Bürglen und Opfershofen. (Bild: Andrea Stalder)

Es ist von nationaler Bedeutung, dieses kleine Gebiet zwischen Bürglen und Opfershofen. Das ehemalige Lehmabbaugebiet ist heute ein Amphibienlaichgebiet und somit Geburtsstätte zahlreicher Tiere.

«Amphibien sind stark gefährdet», sagt Matthias Künzler vom Amt für Raumentwicklung Thurgau.

Einst nutzten die kleinen Tiere die Thur als Lebensraum. Aber nachdem diese vor Überschwemmungen sicher gemacht und begradigt wurde, entsprach das Gebiet nicht mehr den Idealvorstellungen der Amphibien. «Sie bevorzugen einen Lebensraum, der in Bewegung ist», erzählt Künzler.

So kommt es, dass das Gebiet mit dem Flurnamen «Mos» nun zum Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung gehört. Dieses umfasst die wichtigsten Fortpflanzungsgebiete und verpflichtet die Kantone für deren Schutz und Unterhalt zu sorgen.

Das Ziel ist, die Bestände langfristig zu erhalten und zu fördern. «Das Gebiet ist sozusagen eine Arche Noah für Amphibien», sagt Künzler.

Vielfältige Tierwelt

Nicht nur Amphibien finden sich im Feuchtgebiet. Auch Heuschrecken halten sich im Gebiet «Mos» auf. Deren Population ist in fünf Jahren um 45 Prozent gestiegen. Ebenfalls zählen Libellen, Ringelnattern, Schmetterlinge und Vögel zu den regelmässigen Bewohnern.

Stephan Lüscher von Pro Natura Thurgau (Bild: Andrea Stalder)

Stephan Lüscher von Pro Natura Thurgau (Bild: Andrea Stalder)

Der aufmerksame Beobachter kann neben dem allseits bekannten «Taucherli» auch seltene Vögel wie etwa den Neuntöter erspähen. «Der Neuntöter wird auch Rotrückenwürger genannt. Er legt sich einen Futtervorrat an, indem er Insekten auf Dornen spiesst», erzählt Stephan Lüscher von Pro Natura Thurgau.

«Dieses Naturschutzgebiet ist ein Mosaik von Lebensräumen»

Er verwaltet das Gebiet «Mos» seit sieben Jahren. 1979 kaufte Pro Natura das Gebiet, welches sich über 3,9 Hektaren erstreckt. Seit fünf Jahren werden 2,5 Hektaren ab Mitte April bis ungefähr Mitte September von Hochlandrindern beweidet.

Die vier Tiere halten die Beweidungsflächen offen und ermöglichen auf diese Weise, dass die Gewässer weiterhin dem Sonnenlicht ausgesetzt sind und so für die Amphibien wohlig warm werden.

Im Winter bietet das «Mos» Lebensraum für Vögel, die auf Durchreise sind. Die Watvögel schätzen, dass sie hier viel Schlick vorfinden, um nach Nahrung zu suchen und sich für ihre weitere Reise zu stärken.

Das Gebiet «Mos» ist ein Kontrast zu den bearbeiteten und sichtlich aufgeräumteren Landwirtschaftsflächen, die rundum liegen. «Ich bestärke die Leuten immer, mehr Mut zur Unordnung im Garten zu haben», sagt Lüscher.

Im Winter werden die Weiden geschnitten, im Sommer das Schilf. Jedoch nie an der gleichen Stelle und nur abschnittsweise. So entsteht ein Strukturenmix, der allen Tieren im «Mos» dient: Es hilft den Vögeln, ihre Nahrung wieder besser zu sehen und die Ringelnatter kann sich in Schilfhaufen geschickter verstecken.

«Dieses Naturschutzgebiet ist ein Mosaik von Lebensräumen», fasst Lüscher zusammen.

Momentan ist es trocken im Amphibienlaichgebiet. Der Wasserstand in den Tümpeln ist niedrig. «Eine Moorlaiche hat man hier noch nie gefunden», sagt Lüscher schmunzelnd.

Das Gebiet sollte generell nicht betreten werden. Nicht von Menschen und schon gar nicht von deren neugierigen Hunden. Das stört die Ruhe der Tiere. «Wenn die Hochlandrinder hier sind, betritt niemand das Land. Die grossen Tiere machen vielen Leuten Angst», sagt Lüscher.

Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über 3,9 Hektaren. (Bild: Andrea Stalder)

Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über 3,9 Hektaren. (Bild: Andrea Stalder)

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