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Interview

Ehemalige Romanshorner Stadträtin wünscht sich mehr politisches Miteinander

Käthi Zürcher tritt nach 12 Jahren aus dem Stadtrat aus. Ihre grösste Errungenschaft: Der Umbau und die Sanierung des Pflegeheims, mit über 90 Prozent der Bevölkerung im Rücken.
Sheila Eggmann
Käthi Zürcher (hier im Neubau des Schulhauses Weitenzelg) legt ihr Amt als Stadträtin von Romanshorn nieder. (Bild: Reto Martin)

Käthi Zürcher (hier im Neubau des Schulhauses Weitenzelg) legt ihr Amt als Stadträtin von Romanshorn nieder. (Bild: Reto Martin)

Käthi Zürcher, Sie haben Ihre Ziele im Stadtrat meist erreicht. Wieso hören Sie auf?

Meiner Meinung nach sind drei Legislaturperioden ideal. Die ersten vier Jahren, um sich in das Ressort einzuarbeiten. In einer zweiten Phase kann man Projekte umsetzen. Und nach zwölf Jahren ist es gut, wenn wieder frischer Wind Einzug hält.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie auf Ihre Zeit im Ressort Gesundheit zurückschauen?

Sehr gut. Ich verlasse den Stadtrat mit einem durchwegs positiven Gefühl. Ich habe einen guten Einblick in die Exekutiv-Arbeit, in politische Abläufe und ganz speziell in das Gesundheitswesen bekommen. Ausserdem konnte ich viele neue Kontakte knüpfen, das ist mir sehr viel wert.

Auf was sind Sie stolz?

Auf den Umbau und die Sanierung des Pflegeheims und den Erweiterungsbau der geschützten Wohngruppe. Es war nötig, dass das 40-jährige Heim endlich auf einen moderneren Stand gebracht wurde. Das ist aber nicht meine alleinige Leistung. Ich hatte eine hervorragende Baukommission und in der Verwaltung Leute, die sehr gut gearbeitet haben. Und am Schluss haben auch die Stimmbürger zum hohen Kredit ja gesagt.

Mit ganzen 91,5 Prozent. Das war auch eine Bestätigung für Ihre Arbeit.

Das stimmt. Mit diesem Ausmass habe ich nicht gerechnet, aber es war eine grosse Freude. Die Abstimmung hat gezeigt, dass die Romanshorner hinter dem Projekt stehen.

Alles war aber bestimmt nicht immer so einfach. Welches Ziel haben Sie nicht erreicht?

Ich habe mir vorgenommen, Angebote für ältere Personen mit Migrationshintergrund zu prüfen. Das konnte ich zu wenig umsetzen.

Wieso?

Weil andere Themen im Vordergrund standen. Der Umbau hat viel Zeit in Anspruch genommen. Wir haben das Bedürfnis von den Romanshornern noch nicht gespürt und gemerkt, dass die Stadt für das Angebot zu klein ist. Vielleicht muss man aber zuwarten.

Welche weiteren Baustellen übergeben Sie Ihrem Nachfolger Roman Imhof?

Es gibt immer mehr ältere Menschen. Die Altersheime kämpfen aber mit der Auslastung. Die Leute gehen immer später oder gar nicht ins Heim. Das macht die Planung schwierig und kann sogar die Rentabilität gefährden. Deshalb braucht es eine Strategie, wie die Stadt, zusammen mit Institutionen wie Spitex und den Heimen, auf die demografischen Entwicklungen reagieren kann.

Sie haben eine Partei im Rücken. Welche Anforderungen hatte die CVP an Sie?

Keine. Klar wird erwartet, dass man sich engagiert. Aber einen Druck von Seite der Partei habe ich keinen gespürt.
Wie haben sie den hitzigen Wahlkampf um die neuen Stadträte erlebt?
Ich hätte mir mehr politisches Miteinander als Gegeneinander gewünscht. Es ist klar, dass man in einem öffentlichen Amt viel kritisiert wird, manchmal zurecht manchmal aber eben nicht. Mit dieser Kritik muss man aber leben können, wenn man in der Politik ist.

Bei Ihrem Amtseintritt im 2007 haben Sie sich unter anderem ein Romanshorn gewünscht, das Arbeitsplätze schafft und für Touristen attraktiv ist. Was wünschen Sie der Stadt heute?

Romanshorn soll es schaffen, einen ausgeglichenen Finanzhaushalt zu erreichen. Für die Stadt wünsche ich mir ein attraktives und florierendes Zentrum.

Was machen Sie mit der neugewonnenen, freien Zeit?

Es werden sehr viele Abendtermine wegfallen, die freie Zeit werde ich geniessen. Ich freue mich darauf, wieder einmal ein Buch zu lesen, das nichts mit den Akten zu tun hat. Ausserdem jogge ich gerne, gehe wandern oder verbringe Zeit mit der Familie. Also eigentlich nichts Spektakuläres. Dem Kantonsrat bleibe ich aber vorläufig erhalten. Ich freue mich, unter anderem mehr Zeit zu haben, um mich dort einzusetzen.

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