EHC Kreuzlingen-Konstanz bringt mehr Frauenpower aufs Eis

Der Eishockeyclub möchte auch Mädchen und Frauen verstärkt fördern. Präsident Andreas Staub und Nachwuchschefin Andrea Kröni bauen deswegen ein Leistungszentrum auf

Nicole D'Orazio
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Nachwuchschefin Andrea Kröni coacht die Jungen. Hier während der Trainingswoche in Kooperation mit dem SC Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Nachwuchschefin Andrea Kröni coacht die Jungen. Hier während der Trainingswoche in Kooperation mit dem SC Weinfelden. (Bild: Andrea Stalder)

Frauen-Eishockey wird beliebter. Immer mehr Mädchen und Frauen gehen mit Stock und Puck aufs Eis. Beim Eishockeyclub Kreuzlingen-Konstanz (EHCKK) hat man das schon länger erkannt und im Juni 2014 das erste Frauenteam gegründet. «Wir wollten den Mädchen und Frauen im Club das Gleiche bieten wie den Buben und Männern», sagt Präsident Andreas Staub. In der Ostschweiz habe es damals nur ein Team in Weinfelden gegeben. Sonst konnten Frauen erst in Zürich wieder Eishockey spielen.

Innerhalb von zwei Wochen ein Team auf die Beine gestellt

Mit Andrea Kröni, die die Nachwuchsabteilung des EHCKK leitet, hatte er dafür die richtige Unterstützung. «Innerhalb von zwei Wochen hatten wir ein Team auf die Beine gestellt. Und das, ohne von anderen Clubs Spielerinnen abzuwerben», blickt Staub stolz zurück.

Sie hätten junge Mädchen fürs Hockey begeistern und einige ältere Spielerinnen reaktivieren können. Rund 15 Spielerinnen zwischen 11 und 40 Jahren, sagt Kröni. «Wir haben dann in der Liga-C, in der es nur um Plausch geht, angefangen.» Nach der zweiten Saison sei man bereits aufgestiegen.

Gute Zusammenarbeit mit dem SC Weinfelden

Es läuft gut. So gut, dass man beim EHCKK die Frauenförderung intensiviert. «Seit dem Aufstieg in die zweithöchste Liga im 2016 arbeiten wir mit dem SC Weinfelden zusammen», sagt Kröni. Sie ist dort nun Coach des A-Teams und baut die Prospect Spielerinnen vom B uns A ein. «Ziel ist es, uns langsam nach vorne zu arbeiten.» Das B-Team und eine Plauschmannschaft runden das Angebot ab.

Bei uns finden Frauen und Mädchen jeden Niveaus eine passende Gruppe.» Das Besondere am B-Team ist, dass in diesem Mädchen aus der ganzen Ostschweiz und sogar dem Tessin mitspielen. «Viele Spielerinnen trainieren in ihren Clubs, weil sie zu weit weg wohnen, spielen dann aber mit dem EHCKK in der Meisterschaft», sagt Andrea Kröni. Das funktioniere gut, wobei der Trainer natürlich viel koordinieren müsse und auch nie ein fixes Kader habe. Insgesamt gehören 35 Frauen und Mädchen zum Team.

Bei den Jüngsten trainieren Mädchen und Buben gemeinsam

Neu bietet das Frauen Leistungszentrum Ostschweiz am Mittwochnachmittag für Mädchen der U9- bis U13-Kategorie ein spezielles Training an. «In diesem Alter trainieren Mädchen und Buben in den Klubs noch gemeinsam», sagt Kröni. An diesen Nachmittagen wolle man deswegen die Girls zusammenbringen, unter sich trainieren lassen. «Unser Ziel ist später, in der Meisterschaft ein reines Mädchenteam anzumelden.» Denn bis zu den U13, bevor die Buben in der Pubertät an Kraft und Schnelligkeit zulegen, könnten Mädchen durchaus mit ihnen mithalten. «Wir planen auch Trainingslager, für die es schon Interessentinnen gibt.»

Samstägliches Labor für ambitionierte Spielerinnen

Für die Spielerinnen aller Altersgruppen gibt es am Samstagmorgen das sogenannte Labor, bei dem an der Technik, Taktik und Kondition gefeilt wird. Mitmachen können Frauen aus der ganzen Schweiz und dem nahen Ausland. Coach des Leistungszentrums ist Andrea Kröni, die über eine eidgenössische Trainerausbildung verfügt. «Wir sind von Swiss Ice Hockey und Swiss Olympic anerkannt», sagt sie. «Wir wollen einfach die Frauen auf dem Eis nach vorne bringen. Dabei nehmen wir uns Zeit, das ist wichtig», ergänzt Andreas Staub. «Geduld und Nachhaltigkeit werden bei uns gross geschrieben. Eine Hauruck-Übung bringt nichts.»

www.girlshockey.ch