Egnacher Gastrobetriebe gehen an vierte Generation

Nach 37 Jahren übergeben Thérèse und Martin Hasen-Rickenbacher die Gastronomiebetriebe Seelust, Seehuus, Seegarten und das Camping Seehorn an ihre drei Kinder und deren Partner. Das wird heute Samstag gefeiert.

Natascha Arsic
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Martin und Thérèse Hasen-Rickenbacher (unten rechts) geben die Leitung an die nächste Generation ab: Christine und Urs Zellweger-Hasen (unten links), Nicole Eigenmann und Thomas Hasen, Jennifer und Matthias Hasen-Teuscher (obere Reihe). (Bild: Reto Martin)

Martin und Thérèse Hasen-Rickenbacher (unten rechts) geben die Leitung an die nächste Generation ab: Christine und Urs Zellweger-Hasen (unten links), Nicole Eigenmann und Thomas Hasen, Jennifer und Matthias Hasen-Teuscher (obere Reihe). (Bild: Reto Martin)

Fast vier Jahrzehnte waren die «alten Hasen», wie sie sich selbst nennen, an vorderster Front. Heute übergeben Thérèse und Martin Hasen-Rickenbacher offiziell die Verantwortung der drei Gastrobetriebe am See und des Campings Seehorn in Egnach an die vierte Generation.

«Bereits vor zehn Jahren haben wir die Entscheidung gefasst, die Betriebe eines Tages an unsere drei Kinder und ihre Partner zu übergeben», sagt Thérèse Hasen. Nun sei es an der Zeit, denn sie und ihr Mann haben das Pensionsalter erreicht.

Als die Eheleute die Gastronomie Seelust 1982 übernahmen, sei sie eine kleine Dorfbeiz mit gerade mal zwei Mitarbeitern gewesen, sagt Thérèse Hasen. Heute gehören zu den Familienbetrieben nebst dem Landgasthof Seelust auch das Restaurant Seehuus, das Camping Seehorn und das Restaurant Hotel Seegarten.

«Wir treten nicht ganz zurück»

«Die Kinder arbeiten schon seit ein paar Jahren mit uns in den Betrieben», sagt Thérèse Hasen. Jeder habe seine Fähigkeiten eingebracht und so hätten sie und ihr Mann die Aufgaben peu à peu abgeben können. Die Mutter sagt:

«Vor drei Jahren haben die Nachkommen bereits mehrheitlich die Verantwortung übernommen»

Deshalb sei dem Ehepaar der definitive Rücktritt nun nicht schwergefallen. Auch würden die Eltern die drei «Hasen-Geschwister» weiterhin im Hintergrund unterstützen, zum Beispiel an Wochenenden, bei Büroarbeiten oder an grossen Anlässen. «Wir treten also nicht zu 100 Prozent zurück.»

Das Ziel der neuen Besitzer sei, Altbewährtes so mit Neuem zu vereinen, dass das Wohl des Gastes im Zentrum steht. Sie würden den Betrieb nach ihren Vorstellungen weiter ausbauen und gestalten. Die drei Geschwister sind schon früh in die Hotellerie eingestiegen (siehe Kasten). Das hätten sie selbst so entschieden, sagt die Mutter.

Thomas Hasen, der älteste Sohn, kümmert sich mit seiner Lebenspartnerin mehrheitlich um das «Mutterhaus» «Seelust». Tochter Christine Zellweger-Hasen und ihr Ehemann führen das Camping Seehorn bereits seit einigen Jahren.

Matthias Hasen, der jüngste der Geschwister, ist mit seiner Frau meistens im «Seehuus» tätig. «Die Zuständigkeiten sind aber nicht strikt. Die Jungen wechseln sich ab und helfen sich gegenseitig», sagt Thérèse Hasen.

Wohnungen für Mitarbeiter ausgebaut

Die rund 80 Mitarbeiter würden weiterhin in den Familienbetrieben arbeiten, auch wenn Thérèse und Martin Hasen zurücktreten. Ein grosser Teil der Angestellten lebe sogar in Wiedehorn. Die Familie Hasen konnte in der Vergangenheit einige Häuser in Wiedehorn erwerben und hat diese zu Mitarbeiterwohnungen und Studios ausgebaut.

«Einige Angestellte würden abends mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gar nicht nach Hause kommen.»

Um die Übergabe offiziell bekanntzugeben, veranstaltet die Familie heute im Restaurant Seelust ein spezielles Mittag- und Abendessen. Seit 100 Jahren lebt die Familie Hasen schon in Wiedehorn und möchte sich mit dem Angebot bei der Bevölkerung bedanken.

«Der Abendanlass ist komplett ausgebucht, worüber wir uns natürlich freuen», sagt Thérèse Hasen. Das sei für sie nämlich ein Zeichen des Vertrauens der Bevölkerung.

Das haben die Jungen gelernt

Thomas Hasen absolvierte eine Lehre als Koch und später eine Weiterbildung zum Gastronomiekoch sowie zum Hotelmanager. Christine Zellweger-Hasen lernte Konditorin-Confiseuse und führte als Chef-Patissière ein eigenes Team. Berufsbegleitend liess sie sich zur Gastronomie-Betriebsleiterin ausbilden. Matthias Hasen schloss eine Kochlehre ab und arbeitete mehrere Jahre als Küchenchef in einem Hotel auf der Insel Koh Samui. Nach seiner Rückkehr bildete er sich zum Hotelier-Restaurateur aus.